Du darfst….!

Du darfst …durchatmen – und Dich zurücklehnen.
Du darfst bei Dir sein,
ganz bei Dir, für diesen Moment.
Du darfst eintauchen und ankommen.



Du darfst Dir jetzt erlauben, Erwartungen nicht zu erfüllen.
Du darfst alles da draußen auf sich beruhen lassen – und den Sog eines Vakuums spüren.
Du darfst anders sein. Denn Du bist anders…!

Du darfst Dir erlauben, stehen zu bleiben.
Du darfst nach innen gehen und die Stille ertragen.
Du darfst langsam werden.
Keine Antwort geben. Keine Antwort wissen. Raum lassen. Warten, was kommt.

Du darfst Dir erlauben, innerlich weich zu werden, darin berührbar zu sein. Du darfst Dich anderen so zeigen – genau so.
Ihre Irritation sieh als Kompliment für Dein Vermögen, neue Räume betreten zu haben.

Du darfst eine neue Richtung wagen – unbekannt.
Und Du darfst gehen. Schritt für Schritt – ohne genau zu wissen wohin.
…die Sorgen am Rand einfach freundlich grüßen, stehenlassen und passieren. – Worauf wartest Du?

Und: Du darfst zurückschauen und sogar Deine Geschichte neu schreiben! Auch dort in eine neue Richtung abbiegen.

Du darfst das, was Du gebraucht hättest, hinzufügen.
Und das, was zu viel war, mit einem „Das-ändere-ich-jetzt!“ wegzaubern.
Du darfst Dir das Schöne ausmalen, das Du gebraucht hättest:
Würde, Gehalten-Werden, Schutz und Zartheit, Erkannt-Werden, stille und laute Freude, Du-sein-dürfen, genug Raum für Neugier und Lebendigkeit.
Du darfst das Leben jetzt so gestalten, dass es Dich einladen würde – auch im Rückblick!
Wenn ich das tue – mein Leben neu ausmalen – dann begegnen sich Sinken und Aufrichtung.
Und ein stilles Lächeln huscht über meine Lippen und trifft auf die Tränen meiner Rührung.

So schaffe ich Frieden in mir.
Frieden mit meiner Vergangenheit und einen Ruhepunkt, von dem aus ich gut in die Welt schauen kann. Und gut losgehen kann.
Vielleicht gleich – vielleicht morgen – vielleicht dann, wenn es Zeit ist.

Mit diesem Frieden kann ich die Welt um mich segnen – die Pflanze vor mir, den Vogel im Baum oder das Wasser im Fluss.
Sie tragen diesen Segen weiter in die Welt hinaus.
Und wieder ein Lächeln über meinen Lippen…

Ja, Du darfst all das. Denn so beginnt Großes.

Sei von Herzen
gegrüßt von
Birte Frederike*

*Teil meiner neuen Geschichtsschreibung ;)

Haben wie die innere Ausrichtung verloren?

Ich habe in meiner laufenden WegbegleiterInnen-Gruppe viel über unsere innere Ausrichtung gesprochen.
Die Ausrichtung ist für mich die Basis, wenn ich im Neuland unterwegs bin

„Deine einzige Pflicht, wenn das Leben Dich sehr fordert:
Wende Dein Gesicht zur Sonne.“

…So habe ich es mal formuliert.
Die Sonne steht für mich für Licht, Wärme, Liebe. Ich kann mich innerlich zur Sonne und mir vorstellen, dass sie auf mich scheint und mich innerlich wärmt. All meine Fragen, Sorgen, Gefühle kann ich in dieses Sonnenlicht stellen. Letztlich ist die Sonne die Kraft des Lebens selbst, die große göttliche Kraft – sie ermöglicht das Leben und ist auch die liebende, ordnende Kraft dahinter.

Und diese Ausrichtung haben wir aus dem Blick verloren.

Wir suchen hier und da. Wir probieren dies und das. Wir machen alles Mögliche. Wir essen, wellnessen, surfen, liken, shoppen im Netz.
Wir suchen im Außen.
Und dabei ist es innen zu finden: indem ich innehalte und mich wieder auf diese große und ordnende Kraft des Lebens beziehe.

Indem ich oft nicht weiß wie – aber die Absicht und die Ausrichtung auf das, was Leben, Wärme und Ordnung spendet, ist die Weichenstellung, die mir hilft!
Dort kann ich so sein wie ich gerade bin, mich so fühlen wie ich mich gerade fühle – und alles kann sich ordnen, zu Boden sinken, ich kann mich zurücklehnen und loslassen und innerlich weich werden, durchatmen.

Es tut gut und es hilft mir, wenn ich mich im Laufe des Tages stets wieder innerlich ausrichte, ruhig werde, in meinen Körper spüre, mich wärmen lasse und für einen Moment im Licht der Sonne verweile. Und einfach atme.

Ausrichtung – so geht’s

  1. Halte kurz inne – das geht überall, jederzeit
  2. Richte Dich innerlich aus zur Sonne, zur lebensspendenden Kraft
  3. Lass die Sonne in Deinen Körper scheinen
  4. Falls Unruhe, Dumpfheit oder ein Gefühl da ist: unterscheide: Du hast vielleicht dieses Gefühl – aber Du bist nicht dieses Gefühl!
  5. Lass Dich und alles in Dir von der Wärme berühren und atme die Liebe, die Wärme, die Sonnenstrahlen ein
  6. Du brauchst nichts weiter zu tun

Wenn es nicht klappt, was dann?

Manchmal kann es sein, dass ich keinen Bezug bekomme und dass ich die Ruhe, die Wärme in mir nicht spüren kann. Das kann daran liegen, dass ich gerade in einer Trennung vom Leben bin, dissoziiert.
Leider ist diese innere Trennung eher das „Normale“ in unserer Gesellschaft. Deshalb fällt es uns nicht auf – weil ja alle oft so sind.

Bei den vielen 1:1 Wegbegleitungen in den letzten Monaten stelle ich fest: gleich zu Beginn des Lebens sind viele von uns schon auf eine Trennung vom Leben gestoßen. Viele sind schon im Mutterbauch oder als Säugling nicht willkommen gewesen und nicht mit Wärme, einer inneren Zuversicht und einem „Ja“ zum Leben empfangen worden.

Wie wir aus der Traumaforschung wissen, bewirkt das bei den noch ganz offenen, auf Schutz und Halt angewiesenen jungen Erdenwesen einen Dauer-Grund-Stress im Nervensystem. Es kann deshalb sein, dass sich das Leben dann später zwischen den zwei Polen „ funktionieren + getrieben-sein “ und „auf dem Sofa abhängen + nichts tun wollen“ abspielt.
Das sind die Pole der Über- und Unterregulierung des Nervensystems.

Was in dieser Verlorenheit zwischen den zwei Polen hilft ist: ein Gegenüber.
Eine Person, die da ist. Und die ermöglicht, dass ich mich spüren – und mit mir in Kontakt kommen kann.

So hilft die innere Ausrichtung

Mir hilft deshalb die innere Ausrichtung. Sie ist wie eine Erinnerung und eine Weiche, die ich mir immer wieder stelle.
Es ist ein erstes Gegenüber, ein erstes „Du“ – und eines, das bedingungslos da ist, jederzeit, ganz für mich. Auch wenn die Sonne gerade nicht sichtbar ist – kann ich sie mir vorstellen, ihre Wärme, ihr Licht, denn irgendwo da draußen ist sie. Und zugleich helfen mir andere Menschen, die ebenfalls in dieser Ausrichtung sind.

Denn wir leben in einer Zeit, in der wir alles „machen“ wollen.
Aber darum geht es nicht.

Es geht darum, dass wir wieder zurückfinden in die innere Ausrichtung.
Dass wir die Führung übernehmen und der Sonne entgegen segeln.
Anstatt uns von den Stürmen der heutigen Zeit auf der Weite des Meers hin- und her treiben zu lassen. Und anstatt uns sagen zu lassen, wie wir sein müssten, wie es andere machen, was wir am besten kaufen oder liken könnten.
Die Sonne ist immer da – auch wenn gerade Wolken dazwischen sein mögen!
Also: innehalten – ausrichten – innere Berührung spüren und atmen – nichts weiter tun

Hilft mir das in meinem praktischen Leben??

Wir sind mit allen möglichen Dingen in unserem Alltag beschäftigt. Vielleicht fragst Du Dich: „… mich innerlich ausrichten – und dann soll alles gut sein…?!“

Und wenn wir ehrlich sind:
wir haben lange genug alles andere unternommen, waren lange genug getrieben und hier und da beschäftigt, um irgendwo hinzukommen.
Es war ganz schön anstrengend.
In unserem Job laufen wir im Hamsterrad. In Sachen Klimaschutz sind wir gesellschaftlich nicht wirklich vorangekommen. Es gibt immer noch viele Kriege auf der Erde. Die Schere zwischen Arm und Reich wird nicht kleiner.
Aber all das heißt nicht, dass wir uns noch mehr anstrengen müssen, noch getriebener sein müssen. Im Gegenteil. Genau deshalb ist Zeit zum Innehalten und Ausrichten

Wenn wir aus der Sicht des großen Ozeans mit seiner unendlichen Weite, seinen Untiefen, Stürmen und Strömungen schauen – wie soll es da jemals anders sein als ein Getrieben-sein auf dem großen Meer…?
Aber wenn wir aus Sicht der Sonne schauen, dann ist es klar:
„Schau hierher – von hier kommt das Licht, die Wärme, das Leben!“

Das Ausrichten heißt, dass wir nichts tun müssen – nur spüren wie es uns innerlich geht und wir ahnen dann: irgendwie geht es weiter.

Es hilft uns, dass wir uns trauen zu Fragen zu stellen – auch wenn es unüblich ist.
Es hilft uns, dass wir nicht mehr „ja“ sagen, wenn uns nach „nein“ zumute ist.
Es hilft uns, dass wir in Verbindung gehen – auch wenn alles uns in die Trennung drängt.
Es hilft uns, zu äußern, dass wir uns sehnlichst etwas Neues wünschen.

Es baut uns auf. Und bringt uns in Verbindung.
Wir sind nicht allein.
All das birgt eine Kraft, die nicht zu unterschätzen ist.

Deshalb:
„Deine einzige Pflicht, wenn das Leben Dich sehr fordert:
Wende Dein Gesicht zur Sonne.“

Lass uns zur Sonne schauen und in diese Richtung segeln! :)

Hinterlass gern einen Kommentar oder trau Dich zu fragen.

Von Herzen, Birte

Was ist das „Neuland“?

Du bist schon länger auf der Suche und merkst: es muss auch anders gehen…. ! Du willst Neuland betreten.
„Neuland“ ist für mich etwas ganz Besonderes! Du trägst damit zum Großen Wandel bei.
Ja, irgendwann kommt der Zeitpunkt, da gilt es, Schritte zu gehen, Auszuprobieren, das Neue zu leben.
Ich hatte letzten Mittwoch einen Schnupperabend für Menschen, die sich auch ins „Neuland“ bewegen – und gerne nicht ALLEIN.

Wenn wir neue Wege betreten – sei es in Bezug auf Sinn, Gesundheit, Familie, Beruf, Sein – treffen wir machmal auf Unverständnis. Wir hören – oder wir denken auch selbst – wir seien naiv, sorglos, realitätsfern.

Neuland – wie funktioniert das?

In unserer Gesellschaft sind wir es gewohnt, uns „nach vorn“ zu bewegen. Wir wollen stets irgendwo hin: Schulabschluss, eine neue Stadt, eine Beziehung, einen anderen Job, mehr Kunden… Im Neuland verlassen wir diese Logik.
Wir betreten Neuland, wenn wir eine neue Ebene betreten:

  1. erkennen: „So wie es bisher ist, geht es nicht mehr weiter“
    Es ist ein inneres Aufgeben. Manchmal ist das ein sehr tiefes Gefühl.
  2. bei mir ankommen
    Das ist ein Dableiben, ein Ankommen im Körper, Nichts-Tun-Wollen, einfach Sein und alle Fühler wieder in mein Inneres einsammeln.
    Ich bin dann nicht gut „da draußen“ in der Welt aufgehoben, es braucht keine weiteren Ziele, sondern Stille oder Natur.
    Nur hier ist der Zugang zur neuen Ebene, hier ist die Tür.
  3. „Warten“ und „Mut“ unterscheiden
    a) In mir braucht es ein Warten während etwas in mir wächst. Das verlangt Hingabe, Vertrauen, Zuversicht. Dazu brauche ich die Kompetenz, Spannungen aushalten zu können, wenn etwas in mir schon drängt, ein „Ergebnis“ nach außen zu bringen.
    b) Es braucht außerdem Mut. Mut, zaghafte Wünsche und Impulse nicht wegzuwischen, sondern sie ernst nehmen. Neues wird möglich, Eingebungen, Lösungen, die bisher nicht auf dem Schirm waren.
    c) Das Unterscheiden: Wann braucht es Warten/Hingabe – und wann braucht es Mut – ist oft nicht so einfach. Das liegt daran, dass unsere bisherigen Prägungen uns verwirren. Unser Kopf und auch die Emotionen sind kein so hilfreiches Instrument zur Unterscheidung. Es geht mehr um eine tiefere Wahrheit und einer größeren Kraft, der wir folgen dürfen.
  4. mich mit anderen verbinden Denn das hilft mir. Menschen, die auch im Neuland unterwegs sind, und die lernen, sich neu in der Welt zu bewegen, tun gut. Wir sind soziale Wesen und unsere Nervensysteme sind dafür angelegt, sich gegenseitig zu stabilisieren und voneinander zu lernen. Wenn ich so Neuland betrete und die Ebene wechsele, dann lebe ich stetig mehr von innen nach außen.
    Es ist nicht so, dass ich einmal die Ebene ins Neuland wechsle – und das war´s dann!
    Es ist eher wie ein neuer Modus, den ich von da an mehr und mehr lebe und in dem ich mich schließlich immer sicherer fühle.

Hilft es, meine Bestimmung zu kennen?

Viele Menschen fragen nach ihrer Bestimmung. Sie möchten ein Ziel haben, auf das sie sich zubewegen können.
Allerdings: das allein ist noch nicht das Betreten von Neuland!

Ein Beispiel: Nehmen wir an, ich wüsste, dass es meine Bestimmung wäre, die Menschen mit Hilfe von Musik zu berühren.
Dann kann ich die Bestimmung auch auf der bisherigen Ebene ansteuern, nämlich im üblichen Vorwärts-Gang: Musikausbildung und dann Konzerte geben. Das kann ganz schön anstrengend und aufreibend sein. Ich werde zwar spüren, dass ich tue, was ich liebe.
Ich bin aber weiter in der Vorwärtsbewegung und irgendwann womöglich ausgelaugt und mich kann weiter die Sinnfrage meines Tuns quälen.
Nur, wenn ich die innere Tür zur neuen Ebene finde und nutze,
betrete ich Neuland, und meine Bestimmung erblüht. Und ich auch :)

Wie verfolge ich ein Ziel im Neuland?

Es ist völlig in Ordnung Wünsche oder Ziele im Neuland zu haben: zum Beispiel eine berufliche Tätigkeit, die für mich erfüllt; eine Partnerschaft oder Familie, die mich wachsen lässt; finanzielle Quellen, so dass ich gut versorgt bin; ein Vorhaben, mit dem ich Sinn in die Welt zu bringe.
Das Universum braucht eine Richtung von uns, denn wir erschaffen unsere Realität.
Aber was es braucht, ist nicht die Haltung „Wenn ich….erreiche, dann…..“.

Die Neuland-Haltung beinhaltet beides:
a) Das Wünschen – wie Kinder zu Weihnachten. Wünschen ist erlaubt, ob es genau so in Erfüllung geht, ist eine andere Sache.
b) Das Loslassen – weil ich die großen Zusammenhänge nicht kenne und mein Verstand schon gar nicht.

Heute läuft die Anmelde-Frist für meine kleine, feine WegebegleiterInnen-Gruppe aus. Aktuell sind noch Restplätze frei – mehr Informationen findest Du hier.
Wenn Du lieber ein 1:1 Gespräch mit mir vereinbaren magst, ist auch das möglich. Melde Dich gern.

Kommentiere gern, welche Erfahrungen Du mit dem Wünschen und Zielen im Neuland gemacht hast!
Meine besten Herzenswünsche an Dich und Deinen Weg,
Birte

Von der Taubheit zum Erblühen

Ich bin über den Jahreswechsel sehr viel unterwegs gewesen – äußerlich. Innerlich ich bin eine Ebene tiefer in mich eingetaucht. Das fühlte sich zunächst dumpf, orientierungslos, leer und überfordernd an.
Wie diese Erfahrung jetzt zu Humus wird, auf dem neue Blüten wachsen können, darüber schreibe ich hier.
Es ist zugleich eine Einladung, Deine Blüten in 2019 erblühen zu lassen! Siehe mein 3-min Video unten im Beitrag.

Die Taubheitsschwelle
Clinton Callahan spricht von einer „Taubheitsschwelle“ die wir in unserem gesellschaftlichen Miteinander haben. Sie sorgt dafür, dass wir nur oberhalb dieser Schwelle miteinander umgehen, also ohne wirklich innerlich in Berührung zu sein. Das empfinden wir in unserer Gesellschaft als „normal“. Es ist die Norm. Nährend ist das nicht.
Immer, wenn ich Menschen in den letzten Wochen traf, fragte ich mich: spüre ich mich wirklich selbst? Und wenn, wie? Was passiert in meinem Körper? Wann spüre ich mein Gegenüber wirklich? Ich fragte mich auch: kann ich Kontakt, wahre Begegnung – falls sie da sind – wirklich zulassen? Kann ich darin wirklich weich werden?

Ehrlich gesagt: noch nicht so ganz…. ;)
Vor allem merkte ich: mein Herz ist noch dumpf mir selbst gegenüber. Es ist noch ein Schleier auf meinem Herzen von inneren Gewohnheiten, die sich immer wieder einschleichen und mit einflüstern:
…das ist so!“,
ich tue immerhin etwas….“,
das ist wichtig, also sollte ich…..“,
was stelle ich mich da so an…?!“,
Und ich erkannte: All das bewirkt diese Taubheit auf meinem Herzen. Genau diese Gedanken und Gewohnheiten! …genau dieser innere Umgang mit mir selbst! Und in der Tiefe ist meine Taubheit gepaart mit einem Getriebensein:

„Wenn ich überleben will, dann muss ich etwas dafür TUN“.

Wenn Du dies liest, dann Du kannst das für Dich variieren:
Vielleicht heißt es bei Dir:
„Wenn ich überleben und dazugehören will, dann muss ich…erfolgreich sein, …Geld verdienen, …einen Partner finden, …das für meine Familie tun, …das für meine Gesundheit tun….

Die Leistungsgesellschaft in mir
Tja, da ist es wieder: das Tun-müssen! Bei dem Satz „Wenn ich überleben will, dann muss ich etwas tun.“
Und – ganz ehrlich – genau DAS ist die Leistungsgesellschaft in mir.

Gott,
schenke mir Gefühle,
die aus meiner Dumpfheit, meiner Taubheit, meinem Nebel auftauchen.
Schenke mir das Sehen, das ich brauche,
um offen und bereit zu sein,
die Mauern und Fassaden zu durchdringen und das gewohnte Spiel aufzugeben.
Ich stimme zu und werde innerlich weich.
Schenke mir das Fühlen.
Schenke mir Berührung.
Und schenke mir die Fähigkeit,
einen warmen Blick oder eine Geste der Dankbarkeit
wirklich anzunehmen und an mein Herz zu lassen.

Wo kommt das her?
Ich bin in einer ganz normalen, netten, mittelständischen Familie aufgewachsen.
Äußerlich alles gut. Innerlich: funktionieren, machen, normal sein, sich bemühen, anderen gerecht werden, schauen, dass es allen gut geht, keiner zu kurz kommt, niemand in Mitleidenschaft gezogen wird, alle nett sind, alle gesund sind. – Puh, selbst wenn ich das schreibe, werde ich dumpf. Das ist so subtil, so verwoben. Und doch ist es nicht ok. Das ist nicht Leben! Das ist nicht Lebendigkeit. Das ist nicht das Sein

Ich darf mir eingestehen:
Das war nicht OK, dass ich das erleben musste. Das ist schon mal ein Schritt: Es nicht mehr verstehen, entschuldigen, rechtfertigen, für normal halten.
Ich darf mir sagen, dass es nicht OK für mich war.
Es war Gewalt an dem unendlich liebenden kleinen Wesen, das ich war.
Es war Gewalt an dem, was ich mitbrachte.
Es war Gewalt an meinem Sein, Gewalt an meiner Seele.
Es war nicht OK, dass ihr mir das angetan habt.
Was ich erlebte war nicht das, was mich in die Lebendigkeit führte, in ein weiches Herz und in ein warmes, geborgenes Miteinander.

Bevor die Schule begann, hatte ich bereits verinnerlicht, wo die Taubheitsschwelle zu liegen hat und wie funktionieren geht.
Es war anstrengend. Es war hart. Es war schwer.

Es war die Norm
Es war auch die Gewalt meiner Eltern an sich selber…. auch das tut mir weh mit anzusehen, es jetzt zu spüren. Wie viel Gewalt, wie viel Leiden… Über Generationen. Eine ganze Familientradition und -tragödie, in die ich da hineingeboren wurde. Und ich bin ja nicht einmal die Einzige. Das ist ja das, was „normal“ war! Eine ganze Gesellschaft, durchzogen davon…

Jetzt kann ich langsam die Trauer spüren, die Tragödie, die Not, das Leid.

Es ist nicht einfach, das in mir auftauchen zu lassen, mich davon berühren zu lassen. Aber ich lade es immer wieder ein. Es ist gut, die Taubheitsschwelle durchlässig werden zu lassen und das zu spüren. Wenn ich mich an und unter dieser Schwelle bewege, dann ist es für mich erst einmal selbst ungewohnt und neu, oder verboten oder peinlich.

Bei mir reicht das Drama zurück bis zu den Ahnen im Ersten Weltkrieg, bis in ihr Trauma – als nur noch Funktionieren und Überleben zählte. Damals war kein Raum für die Verluste, die Not, die Verzweiflung, die Überforderung, das Drama…. Und es sind keine Einzel-Traumata, sondern die Gesellschaft ist durchzogen von der Schwere der Traumafelder.

Heute nehme ich hinter der äußeren, gewohnten Begegnung mit meinen Eltern oberhalb der Taubheitsschwelle auch eine Wärme, eine Liebe wahr, die durchscheint….zaghaft und unsicher.

Das Wesentliche aber ist….
…die Weichheit in mir, die Berührung, die Tränen und dass ich das jetzt hier schreibe (auch wenn es eine Spur von Peinlichkeit an sich hat), die Begegnung mit anderen darin – das verwandelt meine Taubheit in spürenden, nährenden Humus.
Und: das Leben braucht genau solchen Humus, um darauf zu wachsen!
Ich persönlich bin dankbar für den neuen Humus. Und bald dürfen die Pflanzen und Blüten des neuen Jahres drauf sprießen. :)

Und sehr gern darfst Du daran Anteil haben!
Denn ich bin auch gespannt, was bei Dir weich werden und Dich nähren mag?! Und: welche Blüten wollen 2019 in Deinem Lebensgarten erblühen?!

Möchtest Du…
…Deine Lebensblüten 2019 begießen und erblühen lassen?
Möchtest Du ankommen bei Dir, Humus zum Wachsen bilden, Begegnung und gegenseitige Unterstützung mit Gleichgesinnten erfahren?

Dann ist die WegbegleiterInnen-Gruppe vielleicht etwas für Dich!

Ich bin von Februar bis Juni 2019 mit einer kleinen Gruppe von 12 – 16 WegbegleiterInnen unterwegs. Mehr Infos findest Du hier.
Start ist am Mittwoch, 20.2. um 20 h.
Du kannst Dich jetzt schon verbindlich anmelden, das geht hier.
Oder nimm am Mittwoch, den 30.1. online an dem Schnupper-Treffen teil!
Ich versende kurz vorher den Link – schau einfach in Deine Mails.

Sei von Herzen gegrüßt! Und hinterlass gern einen Kommentar wie es Dir geht – je mehr wir darüber davon nach außen bringen, umso mehr Humus :)
Birte



Einladung ins Neuland – sei 2019 mit dabei!

Das Jahr geht zuende….vielleicht hast Du dieses Jahr die Stimme Deiner Sehnsucht immer deutlicher gehört – vielleicht ruft sie auch Dich ins Neuland? Vielleicht bist Du schon erste Schritte gegangen – wie viele und wie groß sie waren ist egal. Darum geht es nicht.

„Trau Dich. Und vertraue, dass es eine neue Ebene gibt, auf der der Weg liebevoll, heilsam und stärkend ist. – Das ist das Neuland!

Der Verstand mag Fakten fordern, aber das Herz merkt: ja, so darf es endlich sein!
Wenn Du merkst, dass Du diesem Weg in 2019 folgen willst, dann mach Dich auf!

Ich lade Dich ein, nicht alleine unterwegs zu sein! Sei WegbegleiterIn!

Von Februar 2019 bis Juni 2019 bin ich wieder mit einer kleinen Gruppe von WegbegleiterInnen* unterwegs im Neuland.
Nicht nur ich bin Wegbegleitung – auch jede Person, die mitgeht, bringt ihre Stärken und Fähigkeiten ein, wir sind alle WegbegleiterInnen füreiander.
Wir treffen uns vier Monate lang online (alle 14 Tage) und tauschen uns regelmäßig aus wie es uns im Neuland geht. Ich gebe Impulse und nehme auch kurze Videos auf, welche Prinzipien es im Neuland gibt. Denn so vieles ist anders als all das, was wir gelernt haben. Und: Du wählst eine Team-Partnerin, mit der Du gemeinsam unterwegs bist. Du darfst Neues in Dir entdecken und erstrahlen – auf Deine Art. Darum geht es. Die Welt braucht Dich. Mit dem, was Du einzubringen hast.

Am Mittwoch, 30.1. um 20 Uhr gibt es eine Schnupper-Treffen, bei Dem Du kostenfrei vorbeischauen kannst.
Alle Informationen zur WegbegleiterInnen-Gruppe findest Du hier.

Willst Du mal in einen Erfahrungs-Austausch hereinhören? Andrea Breitenmoser hat mich diese Woche zu ihrem „Königinnen-Gespräch“ eingeladen, zusammen mit Alina. Andrea und Alina waren als Wegbegleiterinnen im Team zusammen unterwegs und sprechen darüber, was sie mitgenommen haben und was bei Ihnen zum Strahlen gekommen ist. Auch ich berichte davon wie ich mich mit der Gruppe weiterentwickelt habe.

Ich freue mich, wenn Du am Mi, 30.1. zum Schnupper-Treffen (online) für die neue Gruppe dabei bist! Mehr Infos gibt es hier.

Ich wünsche Dir eine Weihnachtszeit, in der Deine Sehnsucht bei Dir anklopft.
Lass Dich davon berühren und beschenken. Denn das ist es: ein Geschenk….
…In Wahrheit bist DU das Geschenk….mit genau dem, was da bei Dir anklopft  :)

Sei ganz warm-weihnachtlich gegrüßt von
Birte

*Ich spreche immer von Wegbegleiter“innen“ –  in den letzten Monaten war ich mit einer Gruppe aus 12 Frauen unterwegs. Das hat sich so ergeben ohne dass ich eine reine Frauengruppe ausgeschrieben hatte. Und ich glaube, es war kein Zufall. Denn es geht mir tatsächlich darum, eine gestärktes weibliches Prinzip auf die Erde zu bringen:
bevor wir gemäß dem herrschenden Leistungsprinzip loslaufen in die Welt und sie mitgestalten gilt es,
– bei uns anzukommen,
– uns zu verbinden,
– das zu würdigen, was jeweils unseres ist,
– Neues zu nähren und zu schützen, es zu hegen und zu pflegen,
– spielerisch auszuprobieren
.
All das ist verloren gegangen – sowohl den Frauen wie auch den Männern. Und vielleicht merken Frauen das zuerst. Eingeladen sind beide, aber es geht um das :)

Trauma, Soziokratie, Wirtschaft und Spiritualität

So viel habe ich erlebt in den letzten Wochen… Hier sind meine gesammelten „Perlen“ für Dich.
Nimm das mit, was Du an Inspiration gebrauchen kannst…
Und vergiss nicht, auch das zu würdigen, wo Du stehst. Das ist soo wichtig!

Zu würdigen wo ich bin, war auch meine Erkenntnis aus der Online-Konferenz zum Trauma von Sabine Reiner: In mir kam immer mehr ein Nebel auf als die Emails von der Konferenz eintrudelten – und ich fragte mich, was mit mir los war.
Schließlich wurde mir bewusst: der getrennte Teil von mir wurde berührt…. Trauma hat mit Getrenntsein zu tun. Welch Wunder, dass der sich meldete!
Es fühlte sich erstmal nicht so gut an – getrennt eben.
Und was ich dann brauchte, war Wohlwollen mit mir selber.
Und dabei wurde mir klar, dass mein Wunsch „Ich will, dass es mir anders geht…“ schon wieder eine Trennung von mir selber bedeuten würde. Ich merkte: JETZT in diesem Augenblick ist es nicht dienlich, etwas „anders“ haben zu wollen als es ist.
Daraufhin konnte ich auch den Anteil, der sich getrennt fühlte, würdigen, und der Nebel wurde lichter…
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Wie treffe ich Entscheidungen?

Gerade erlebe ich wie schwer es ist, Entscheidungen zu treffen.
Ich selber habe aktuell die Frage, ob ich das Tanztraining, das ich schon viele Jahre mache, aufgebe und mich stattdessen einer anderen Tanzrichtung widme. Puh, das ist eine schwierige Frage für mich.
Und ich merke, dass einige Teilnehmerinnen meiner ersten Schnupper-Online-Treffen für WegbegleiterInnen jetzt ebenfalls vor einer Entscheidung stehen: ins Wasser springen oder nicht?

Deshalb will ich an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen einmal etwas tiefer einzusteigen: „Wie treffen wir Entscheidungen?“ Dazu habe ich Euch auch ein Video (hier klicken) dazu aufgenommen, aber weiterlesen geht natürlich auch ;-)

Abwägen

Früher habe ich Pro und Contra-Listen geschrieben und alle Punkte gesammelt, die für das eine oder das andere sprechen. Es gab mir eine Orientierung – aber geholfen hat es nur bedingt…
Dann habe ich eine Münze geworfen oder ein Los gezogen – und wenn ich merkte, dass ich mit dem Ergebnis sehr unzufrieden war, war es halt die andere Option ;-) Aber auch das war nur halbwegs hilfreich.
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Es braucht gerade Dich!

Was wäre, wenn Du eine Kostbarkeit in Dir trägst?
Eine Kostbarkeit, die durch Unbill, Leid und ein Gefühl von Verloren-Sein sogar besonders kostbar geworden ist?

DANKE

dass Du das Schwere so lange getragen hast.
Danke,
dass Du nicht aufgeben hast.
Danke,
dass Du soo viel probiert hast.
Danke,
dass Du immer weitergegangen bist.
Danke,
dass Du hellhörig geworden bist, feinfühlig, feinsinnig, achtsam, unangepasst, wählerisch, eigensinnig, spielerisch, naturverbunden, tief, langsam, berührbar.

Denn das ist es, was die Welt braucht.
Genau das.
Und sie braucht Dich – mit diesen Qualitäten. Weiterlesen

Projekte mit Leichtigkeit durchführen

Der Unterschied zu Helden früher ist:
heute heiraten wir nach einer Heldentat oder Projekt keine Prinzessin mehr und regieren fortan kein großes Königreich, sondern heute brechen wir oft gleich zum nächsten Projekt auf.
Schade eigentlich.
Denn „die Prinzessin heiraten“ heißt, dass wir den männlichen mit dem weiblichen Anteil auf einer neuen Ebene verbinden – eben als König und Königin. Und dass wir dann Verantwortung für ein Reich übernehmen können und es dann mit Sorge für alle Bewohner regieren.

Hier will ich einmal festhalten, was mir bei meinem Online-Kongress-Großprojekt geholfen hat und was ich inzwischen habe verbinden können. Weiterlesen

Mein Projektbaby kommt auf die Welt

Mein Projekt-Baby will auf die Welt kommen!
Am Freitag beginnt meine Online-Konferenz Gesellschaftswandel „Raus aus dem Hamsterrad“.
Ich bin ein wenig aufgeregt, merke ich, wo ich dies schreibe….
Und so folge ich weiter der Spur meines Herzens, die sagt „Es geht. Es wird. Geh weiter, Schritt für Schritt!“ Alles beginnt klein.

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Der eigene Weg und die Sphinx: toxische Scham

Scham ist ein ziemlich fieses und mächtiges Gefühl. Warum es mächtiger ist als wir denken, darüber habe ich im vorigen Beitrag geschrieben.
Hier geht es darum: wie können wir gesunde Scham von toxischer Scham unterscheiden?
Toxische Scham ist ein Gefühl, das sich verirrt und gegen uns selbst gerichtet hat.
Wir tragen dieses toxische Gefühl womöglich aus unserer frühesten Lebenszeit in uns. Eigentlich zeigt es an, dass etwas mit unserem Umfeld nicht stimmte und dass Grundbedürfnisse zu kurz kamen.
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Selbstwert?! – die Handbremse lösen

Ich will vor dem Spiegel stehen und sagen: „Ich habe es probiert. Ich bin losgegangen. Auf meinen Weg. Ich folge meinem Herzen.“
Wer losgeht, kennt das – wir folgen der Freude.
Aber dann erscheinen auch Gedanken wie: „Was denken die anderen?“ „Eigentlich müsste ich doch anders sein…“ „Bin ich noch normal…?“ „Habe ich so eine Existenzberechtigung..?“
Das sind Fragen, bei denen es um das Gefühl der Scham geht. Und das ist tabuisiert und unterschätzt…. Denn Scham hat eine große Macht.

Scham ist ein Gefühl, das sich auf uns selbst bezieht und kann auch als kräftige innere Handbremse wirken. Es ist ein machtvolles Instrument in unserer Gesellschaft und wirkt als Torwächter zu unserem Weg.
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Die Seite, die uns fehlt – hier ist sie!

Manchmal frage ich mich, was wäre, wenn wir in einer anderen Kultur lebten. In einer Kultur, die genau die umgekehrte Seite der Medaille betont – denn genau diese Seite fehlt uns.
Das wäre eine Kultur, die ein anderes Paradigma zugrunde legt, was sie als Erfolg und erstrebenswert einstuft…
Sich das vorzustellen ist bereits ungewohnt. – Also tun wir das doch mal! :-)

Und mache Du gern ein kleines Experiment: Schau mal, ob Dir beim Lesen gleich Gedanken kommen, die eine der Aussagen hinterfragen … Denn genau an diesen Stellen wirkt das „bisherige, alte“ Paradigma in uns.  Also los: Weiterlesen

Warum es gefährlich ist, NICHT nach innen zu gehen

Der Titel ist heute etwas provokant – das ist meine Art von Reaktion auf das, was ich den ganzen Tag als politische Schlagzeilen entgegengestreckt bekomme: Nordkorea, Israel, Syrien. Sie wollen mir suggerieren, dass wir bedroht sind und dass es womöglich eine Reaktion braucht… Tut es auch – aber anders!

Wir leben in einer Welt, in der wir , „draußen“ agieren und interagieren. Das finden wir normal.
Alles, was dagegen mit unserem „Inneren“ zu tun hat, ist nicht so salonfähig: das soll lieber drinnen bleiben. So laufen wir durch den Alltag und die Welt und verhalten uns, wie es gesellschaftlich als „in Ordnung“ eingestuft ist.
Falls Du von dem „normalen Verhalten“ und von diesem Funktionieren abgewichen bist, ist das schon ein sehr großer Schritt – das kann ich bestätigen  ;-) Weiterlesen

Habe ich noch die Zeit? Haben wir noch die Zeit?

In der letzten Woche fand die Klimakonferenz in Bonn statt. Mir wie vielen anderen drängt sich die Frage auf:
Wieviel Zeit haben wir noch, um eine Wende einzuläuten, so dass unsere Zivilisation überlebt? Bleibt uns die Zeit dafür? Diese Frage ist schmerzlich. Und – jede/r einzelne von uns kann sie nicht lösen. Wir sind damit überfordert und fallen schnell in eine Ohnmacht – sind wir doch beschäftigt genug mit unseren eigenen Existenzfragen und Sorgen im Alltag.

Ich bin davon überzeugt, dass das, was wir außen in der Welt erleben, dasjenige widerspiegelt, das sich im Mikrokosmos unseres eigenen Lebens ereignet. – Wir werden die eine Ebene nur lösen, wenn wir die andere sehen. Weiterlesen

Ziel erreicht – Ergebnis verfehlt?

Wir haben Ziele und steuern sie an in unserem Leben. Aber wenn wir sie erreicht haben, fühlt sich das Ergebnis oft ganz anders an….Kennst Du das?
Du wolltest zum Beispiel mit Menschen arbeiten und machst das – aber es fühlt sich zunehmend stressig und leer an.
Du wolltest etwas bewegen und tust es – aber es ist zäh und anstrengend.
Du wolltest Dich von den Zwängen des Alltags befreien, bist in einer Auszeit, Elternzeit oder Rente – aber es ist anders als gedacht. Weiterlesen

Nach der Wahl: zukunftsweisende Politik…?

Für die AFD scheint klar, wo die Ursache für unsere Krise liegt und was es künftig zu vermeiden gilt. Aber mal ganz ehrlich: egal, ob wir die Ausländer und die Islamisierung – oder auch die kapitalistische Struktur, die Banken und das Zinssystem für „schuld“ halten: das Schuldprinzip ist dasselbe.
Das muss man sich nochmal in Ruhe verdeutlichen: beides ist dasselbe Prinzip. Selbst mir fällt es etwas schwer, das anzuerkennen. Es ist dasselbe Prinzip: was immer ich als schuldig ausmache – ist etwas außerhalb von mir. Ich selbst gehe dadurch in eine Haltung des Opfers und wähle damit entweder Empörung und Wut, oder Jammern und Resignation, oder auch Desinteresse und ein „Das betrifft mich nicht“.
Alle drei Opfer-Reaktionsweisen – Wut, Resignation, Desinteresse – verhindern eines: dass wirklich etwas passiert und sich wirklich etwas bewegt.

Gibt es noch eine andere Wahlmöglichkeit für mich – außer der alle vier Jahre?

Ich meine jetzt nicht Leserbriefe, das Eintreten in eine Partei, zivilgesellschaftliches Engagement, Petitionen, Demonstrationen. Denn auch damit kann ich mich aus meiner Opfer-Position heraus ausdrücken. Aber meine Haltung und die Prämisse bleibt gleich: „Ich kann nichts tun, anderswo passiert etwas, auf das ich wenig Einfluss habe“

Ja, es gibt noch eine andere Wahl. Diese Wahl haben wir nur nicht gelernt: Weiterlesen

Arbeit, die Spaß macht oder Pflege-Notstand?

Gerade im Bereich Altenpflege verbirgt sich ein wunderbares Beispiel für einen Wandel.

Wir wissen alle: es gibt zu wenig Pflegekräfte, deren Belastung ist hoch, Zeit für Kontakt zu Patienten ist kaum da, und die Tätigkeit wird schlecht bezahlt.
Wollen wir so arbeiten? – Wollen wir unsere Eltern so (schlecht) versorgt wissen? – Oder uns selbst irgendwann?
Sicher nicht. Deshalb: Es ist Zeit für Neues!

Umstrukturierung des Pflegebereichs – ein Pionier zeigt wie es geht

Da ist guter Rat teuer. Dabei gibt es schon einen Pionier, der in den Niederlanden den ganzen Pflege-Bereich revolutioniert hat, indem er 2006 einfach losgelegt hat: Jos de Blok. Ihm gefiel die Tätigkeit in der Pflege und die Rahmenbedingungen dafür nicht mehr, da gründete er den kleinen Pflegedienst Buurtzorg („Nachbarschaftshilfe“), der gänzlich anders tickte.
Es gab in den Niederlanden ähnlich schlechte Ausgangsbedingungen wie in Deutschland heute. Und mit Blick auf das etablierte Gesundheitssystem und die Krankenkassen war der neue Weg wahrlich heldenhaft. Aber die Ergebnisse überzeugten. Weiterlesen

Trauma: Berührung mit dem Verborgenen

Bestimmte Wesenszüge, Vorlieben, Verhaltensweisen, Sichtweisen machen unsere Identität aus. Wir glauben: so SIND wir.
Und dann fällt uns auf, dass es nur die Brille war, die wir auf der Nase hatten. Wir haben die Welt, auch uns selbst, durch diese Brille betrachtet. Ohne dass uns bewusst war, dass die Brille dieses Bild mitbestimmt hat. Dabei sieht die Welt ohne ganz anders aus ;-)

So komme ich mir vor mit dem Thema „Trauma“, das ich innerlich und äußerlich begonnen habe zu erforschen, unter anderem auf dem Celebrate Life Festival diesen Sommer.
Ich hatte auch sehr viele Aha-Erlebnisse zur Wirkungsweise und Heilung von Trauma bei der Lektüre des Standardwerkes von Peter Levine, dem bekannten Traumaforscher.
Im Video erzähle ich mehr darüber:

Die Traumaforschung selbst widmet sich inzwischen vermehrt dem Bereich der Entwicklungstraumen, also Bedingungen in der Entwicklung von Säuglingen und Kindern, die traumatisch wirken, ohne dass es einmalige benennbare Situationen waren. Das Umfeld, das wir – wie auch unsere Eltern und Großeltern – beim Aufwachsen vorfanden, ist oftmals mehr als herausfordernd gewesen.

Liebevoll eine Tür des Mitgefühls öffnen

Ich kann für mich sagen: es ist so wertvoll, dass wir für traumatische Prägungen ein Gespür entwickeln und damit umgehen lernen.
Mir war immer bewusst, dass ich als Säugling noch 4 Wochen nach der Geburt in der Klinik bleiben musste. Und dass meine Mutter mit mir und meinem Zwillingsbruder überfordert war und „sich nicht richtig freuen konnte“.
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Wir leben in einem Holon der Angst – das können wir tun

„Wir leben (gesellschaftlich) in einem Holon der Angst“, so Karl Gamper.

Das fand ich eine spannende Aussage.
Was es mit dieser Angst auf sich hat und wie wir mit der Situation umgehen oder sie sogar verwandeln, dazu habe ich fünfminütiges VIDEO aufgenommen :-)   Schau es Dir an!

Lass mich gern wissen, wie Du damit umgehst oder welche Anregungen Du dazu hast.

Sei herzlich gegrüßt, Birte

Diese Depression ist nicht (mehr) meine

Das Thema Müdigkeit, Depression, Burn Out hat mich noch weiter beschäftigt. Es ist etwas, über das man nicht so oft und viel spricht, deshalb ist es gut, das hier noch einmal zu vertiefen.
Es gibt zwei weitere Aspekte, die ich heute beleuchten möchte: wann ist eine Depression nicht Deine und wann kann auch Leiden ein großes Geschenk freigeben. Weiterlesen

Warum Müdigkeit, Depression, Burnout ein Zeichen von Talent sind

Wir sind eine müde Gesellschaft: Wir leben unseren Alltag und sind sehr beschäftigt.
Doch wir sind müde, nicht an unserem eigentlichen Platz und in unserer Größe zu sein.
Wir sind müde, Zielen hinterherzulaufen, die nur etwas versprechen, aber sich leer anfühlen.
Wir sind müde, Ungerechtigkeiten in der Welt zu begegnen, die zu groß sind als dass wir sie ändern könnten.
Wir sind müde, wenn wir unseren Kindern erzählen, vieles sei eben so.
Wir sind müde, nicht wirklich weiter zu wissen und doch weiter zu machen.
Wir sind müde, nicht den Zugang zu finden, nicht das Pulsieren des Lebens, die innere Berührung, die Verbundenheit zu spüren.
Diese innere Müdigkeit ist noch keine Depression oder bedeutet keinen Burnout.
Aber sie ist ein Grundmuster, das viele mitgebracht haben – und das etwas sehr Wertvolles und eine Chance für uns alle bedeutet. Weiterlesen

Lass uns über Geld sprechen

Geld ist noch ein Tabu-Thema in unserer Gesellschaft. Dabei ist es so wichtig, dass wir mehr verstehen, was Geld für uns bedeutet und wie es funktioniert.

Meine These, die ich von Peter König gelernt habe: Geld ist eine große individuelle und kollektive Projektion. Es ist mit vielen Gefühlen und Bewertungen belegt. Geld ist nicht neutral oder einfach bedrucktes Papier.

Geld und die Wirtschaft würden normalerweise uns dienen, unserem Lebensfluss und dem der gesamten Schöpfung. De facto aber dienen wir der Wirtschaft und dem Geld.
Wir haben das Geld zwischen uns und das Leben gestellt.
Und das nicht in einer neutralen Rolle. Weiterlesen