Am liebsten aus dem Job aussteigen?

Ist das alles? Geht es nicht anders? – Fragst du dich das manchmal mitten in deinem Alltag?
Wie geht es dir dann, wenn du mal einen Menschen triffst, der anders lebt und arbeitet?
Ich habe neulich zum Beispiel ein Paar getroffen, eine Architektin und einen Ingenieur, die sich auf La Palma ein Grundstück gekauft und einen blühenden Permakultur-Waldgarten angelegt haben. Sie leben dort in ihrem Haus mit E-Auto und Internet – und doch ganz in Kreisläufe der Natur eingebundenen. Außerdem habe ich zwei Leute kennen gelernt, die selbständig sind und jeden Winter von La Palma aus arbeiten. Und dann kenne ich junge Online-Unternehmer, die weltweit auf Reisen sind.

Anders arbeiten – wow

Wenn ich auf solche Menschen treffe, dann spüre ich:
Es beflügelt – weil sie ihr Leben in Freiheit leben.
Es fasziniert mich – dass sie einen Sinn gefunden haben und „ihr Ding“ machen.
Es wirkt befreiend – weil sie mehr Zeit für sich und zum Atmen haben.

Ein bisschen neidisch

…bin ich ehrlich gesagt auch 😉 Dann frage ich mich: was genau ist es, das ich auch für mich in meinem Leben möchte? Was genau macht mich etwas neidisch?
Dabei wird mir bewusst: ich habe in meinem Leben schon einige „Aussteiger“ getroffen, die mich nicht inspirierten: sie reisten durch die Welt mit ihrem Online-Business oder waren ausgestiegen, aber ich spürte ihre Heimatlosigkeit. Ich traf Menschen, die ihre Sache erfolgreich in die Welt einbrachten, aber ihr Erfolg wirkte auf mich schal. Ich habe Menschen gesehen, die sich selbständig machten, aber sie hatten genauso viel Stress wie vorher.
Äußerliches Aussteigen heißt also noch nicht, dass das innere Aussteigen gelingt: Wer aussteigt, kann nach wie vor das Leistungsprinzip in sich tragen. Es verfolgt ihn weiter.

Wirklich anders arbeiten

Wenn wir wirklich anders arbeiten wollen, dann muss Arbeit auf einer anderen Ebene stattfinden. Es reicht nicht, eine neue Firma oder eine neue Aufgabe zu suchen, von einem Angestelltenverhältnis in die Selbständigkeit zu wechseln, von Deutschland ins Ausland zu ziehen, online statt vor Ort zu arbeiten.
Das soll nicht heißen, dass solche Schritte nicht richtig wären. Im Gegenteil: sie können alle helfen. Worum es geht, ist: wenn wir wirklich anders arbeiten wollen, dann führt uns unser Weg auf eine ganz neue Ebene. Auf die Ebene der Liebe.

Anders zu arbeiten ist eine Hinbewegung zur Liebe.

Wir dienen dabei einer Liebe, die sich immer mehr entfalten will. Das, was wir tun – und wie wir es tun – kommt auf dieser Ebene aus einer Motivation und Kraft, die uns eine Freiheit, einen Sinn und einen Raum für uns selbst und andere geben will. Und ich meine mit Liebe dabei nicht „alles ist nett und harmonisch“. Sondern ich meine die tiefere, ordnende Kraft der Liebe.

Wie arbeite ich auf einer neuen Ebene?

Die Liebe ist nicht nur süß. Die Liebe erfordert das Wesentliche in uns. Weil sie wesentlich ist. Das Wesen von allem.
Sie fordert deshalb unseren Kern, nicht das, was darum herum ist.

Mehr Freiheit
Wir sehnen uns dorthin, wo wir frei sind und uns wohlfühlen. Das ist Ok.
Das Wesentliche, das die Liebe aber fordert, ist unser Mut: dass wir uns die Freiheit herausnehmen, nicht unseren Pflichten zu folgen, sondern dahin zu gehen, wovor uns andere warnen und wo wir uns unsicher fühlen, aber dahin, wo unser Herz uns hinzieht und unsere Angst uns begleitet.
Wir ersehnen Freiheit. Was es braucht ist unser Mut.

Mehr Sinn
Wir sind eingeladen, mehr das zu tun, was unserem Herzen entspricht und wo unsere Freude liegt.
Das Wesentliche, das die Liebe von uns jedoch fordert, ist, dass wir zu dem gehen, was uns wehtut, weil es noch nicht in der Liebe ist. – Das kann eine Ungerechtigkeit sein, die wir in der Welt oder unserem Umfeld erleben. Das kann etwas sein, das wir vermissen. Genau das gibt uns Sinn, wenn wir das der Welt liebevolll schenken, auch wenn wir selbst es nie erhalten haben. Das gibt uns Sinn, weil es die Antwort auf unsere eigene Frage, unsere eigene Suche ist. Der Sinn liegt in unserer Suche, unserem Schmerz und unserer Antwort darauf.
Wir wollen Sinn. Es braucht unsere Ver-Antwortung.

Mehr Zeit
Es kann helfen, aus Verpflichtungen auszusteigen, vielleicht.
Das Wesentliche, das die Liebe aber fordert, ist, dass wir auf die Frage des Lebens an uns antworten und unsere Energie genau dorthin lenken. Was ist wirklich wichtig? Was ist wirklich ehrlich? Was ist wirklich liebevoll?
Das kann z.B. heißen, dass wir mehr bei unserem Kind sind statt auf der Arbeit. Oder es kann heißen, mehr bei uns selbst zu sein statt mit unseren Kindern.
Es geht nicht um Pflichterfüllung, erfolgreich sein, lieb zu anderen sein. Es geht um eine radikal ehrliche Antwort auf die Frage: Was dient der Hinbewegung zur Liebe in ihrer tiefsten Form jetzt am meisten? Wo kann ich im Leben ehrlich sein und „Nein“ oder „Ja“ sagen und dafür hinstehen – auch wenn es schwerfällt. Wir brauchen Rückgrat, um den Raum für die tiefste Liebe und das, was in ihrem Sinn ist, frei zu halten.
Wir wollen mehr Zeit. Das erfordert radikale Ehrlichkeit und Rückgrat.

Willst du aus dem Job aussteigen und die neue Ebene betreten? – Falls du dazu bereit bist, dann freut mich das sehr! Denn es ist meine tiefste Sehnsucht, dass sich immer mehr Menschen auf der Ebene der Liebe treffen und das Leben von dort aus neu gestalten.
Sei willkommen im Kreis!
Du bringst mit diesem Schritt etwas so unendlich Kostbares in die Welt!!
Sehr gern gebe ich dir Rückenwind, wann immer du es brauchst.
Schreib mir gern, wo du stehst und wie es dir geht, wenn du das liest.

 

 

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Birte,
    in diesem Beitrag steckt nach meinem Empfinden so viel Energie. Wow!
    Dazu möchte ich nur sagen: „Der Weg ist das Ziel“ und ich gehe ihn, trotz Gegenwind.
    Herzliche Grüße
    Catrin Engelhardt

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