Habe ich noch die Zeit? Haben wir noch die Zeit?

In der letzten Woche fand die Klimakonferenz in Bonn statt. Mir wie vielen anderen drängt sich die Frage auf:
Wieviel Zeit haben wir noch, um eine Wende einzuläuten, so dass unsere Zivilisation überlebt? Bleibt uns die Zeit dafür? Diese Frage ist schmerzlich. Und – jede/r einzelne von uns kann sie nicht lösen. Wir sind damit überfordert und fallen schnell in eine Ohnmacht – sind wir doch beschäftigt genug mit unseren eigenen Existenzfragen und Sorgen im Alltag.

Ich bin davon überzeugt, dass das, was wir außen in der Welt erleben, dasjenige widerspiegelt, das sich im Mikrokosmos unseres eigenen Lebens ereignet. – Wir werden die eine Ebene nur lösen, wenn wir die andere sehen.Das Gute daran ist: wir müssen uns nicht um beides kümmern und zusätzlich noch eine neue Verantwortung übernehmen. Sondern wir brauchen zunächst nur eine Ebene im Blick zu haben.

Und die zweite gute Nachricht: wenn wir in uns eine Ordnung, eine Natürlichkeit, einen schonenden Umgang mit unseren Ressourcen, ein sauberes Mikro-Klima, eine sinnhaftes und lohnenswertes Leben, ein gutes Genährt-Sein erreichen, ein Geben und ein Nehmen, dann geht es unserem Körper und unserer Seele gut – UND wir sind ein Teilstück einer natürlichen Ordnung im Außen, die sich dann wieder einfinden kann.

Das wirkt zunächst so klein und harmlos, kann aber zu gewaltigen Veränderungen führen.
Die erste Frage ist:

Womit verbringe ich die Zeit?

Wir tragen eine Kompass in uns, der uns Auskunft gibt, ob wir unsere Zeit stimmig verbringen oder nicht.
Frag Dich einmal: Was tut Dir wirklich gut? Was lässt Dich aufatmen oder abends zufrieden einschlafen? Und was ist Dir persönlich hinter all dem Äußeren WIRKLICH wichtig?
Findet genau DAS seinen Platz in Deinem Tag?
Wenn nicht, dann fehlt Dir etwas. Dann stimmt etwas nicht an Deiner Umgebung.
Dann gilt es dafür einzustehen und dafür aufzustehen.

Was ist wichtig?

Ich habe einmal aufgeschrieben, was mir wirklich wichtig ist:

Wirklich wichtig ist, auf die Unruhe in mir zu hören, die mir sagen will, dass ich mich zu viel anstrenge und zu wenig ankomme.
Wirklich wichtig ist, auf das nagenden Gefühl in mir zu hören, das sich nicht täuschen lässt – und meiner Spur stetig weiter treu zu bleiben, egal was andere sagen oder denken mögen und egal wie lange es dauern mag.
Wirklich wichtig ist, zu hören wie die zarte und scheue Stimme meines Herzens klingt.
Wirklich wichtig ist, jeden Tag die Sonne oder den Wind im Gesicht zu spüren und Bäume und Vögel zu grüßen.
Wirklich wichtig ist, wirklich zuzuhören – ohne gleich Pläne zu machen.
Wirklich wichtig ist, mir selbst tagtäglich meine beste Freundin zu sein.

Damit eröffne ich einen Raum.

Wenn ich dem, was mir wirklich wichtig ist, eine Bedeutung gebe, dann eröffne ich einen Raum. Einen Raum, der anders ist als das, was ich äußerlich bin.
Einen Raum, der meiner Sehnsucht gehört und der das einlädt, was fehlt.
Einen Raum, der Begegnungen zulässt, die anders sind – tiefer, feiner, verbundener, freier, liebevoller.
Einen Raum, in dem auch das Kind in mir zu Hause ist. Ich treffe das Kind dort. Es will wahrgenommen werden und wird mich wieder lebendig machen.
Damit eröffne ich einen Raum, in dem auch das wartet, was ich mitgebracht habe – und für das ich hergekommen bin.
Einen Raum, der meiner wahren Größe wirklich gerecht wird. Er hat ausreichend Platz.
Einen Raum, der mich einlädt, etwas zu wagen. Dahin zu gehen, wohin es mich zieht – ohne dass ich den Weg kenne.
Einen Raum, der mich einlädt, meinen Impulsen zu folgen, auch wenn sie unlogisch oder fragwürdig sein mögen und ich sie bisher als zu „gefährlich“ einschätzte.

Ich werde es bereuen…

wenn ich diesen Raum nicht mit meiner Anwesenheit fülle und wenn ich täglich an ihm vorbeilaufe, statt ihn als schönsten Raum in meinem Haus zu erkennen.
Er wartet darauf, dass ich ihn bewohne.
Dieser Raum hat Panoramafenster ins SEIN – nicht nur in Deines, auch in die Herzen anderer Menschen und das der Erde und aller Lebewesen.
Deine Liebe wird sich dann bei Dir melden und wird Dich rufen. Sie will durch Dich fließen und sich ihren Weg suchen.

Achtung vor der ungeheuren Kraft!

Die Liebe ist nicht nur sanft. Sie ist die größte Kraft im Universum – die höchste Schwingung. Sie bricht alles, das nicht mit ihr schwingt. Sie bricht es nicht mit Härte, sondern mit Natürlichkeit, mit Nüchternheit (manche nennen es Naivität), mit Einfachheit, mit Klarheit, mit Wahrheit, mit Verbundenheit zum SEIN.
Das ist so viel kraftvoller als jeder äußere Rahmen, der umständlich, kompliziert, logisch ist.

Wundere Dich nicht, wenn Du dann die Kraft in Deinem Bauch spürst, wie ein brodelnder Vulkan, der ausdrückt: „So nicht!“ Und der Dir zeigt, wo es langgeht.
Wenn Du in Dir den Vulkan in Deinem Bauch spürst, dann bist Du richtig.
Dann folge dem: Er sagt: Du hast zu tun.

Ich merke, wie die Kraft in meinem Inneren zu brodeln beginnt….
Wie sieht es bei Dir aus? Wo stehst Du?

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Birte,
    welch kraftvolle, weise Worte du von deinem Inneren ins Außen bringst !
    -so sind sie bei mir angekommen !
    “ Panoramafenster ins SEIN -welch schönes Bild sich durch deine Worte in mir auftut.
    Deine Worte zur Liebe sind so kraftvoll und strahlend, die in mir ein JA (ein Ja,der Zustimmung) auslösen; das wiederum in mir gute Energie entstehen lässt.
    Danke , liebe Birte für das Teilen deiner Gedanken und Erkenntnisse.
    herzlichst, Ingrid

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