Wie treffe ich Entscheidungen?

Gerade erlebe ich wie schwer es ist, Entscheidungen zu treffen.
Ich selber habe aktuell die Frage, ob ich das Tanztraining, das ich schon viele Jahre mache, aufgebe und mich stattdessen einer anderen Tanzrichtung widme. Puh, das ist eine schwierige Frage für mich.
Und ich merke, dass einige Teilnehmerinnen meiner ersten Schnupper-Online-Treffen für WegbegleiterInnen jetzt ebenfalls vor einer Entscheidung stehen: ins Wasser springen oder nicht?

Deshalb will ich an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen einmal etwas tiefer einzusteigen: „Wie treffen wir Entscheidungen?“ Dazu habe ich Euch auch ein Video (hier klicken) dazu aufgenommen, aber weiterlesen geht natürlich auch 😉

Abwägen

Früher habe ich Pro und Contra-Listen geschrieben und alle Punkte gesammelt, die für das eine oder das andere sprechen. Es gab mir eine Orientierung – aber geholfen hat es nur bedingt…
Dann habe ich eine Münze geworfen oder ein Los gezogen – und wenn ich merkte, dass ich mit dem Ergebnis sehr unzufrieden war, war es halt die andere Option 😉 Aber auch das war nur halbwegs hilfreich.

Spüren

Heute spüre ich in mich hinein. Das heißt, ich spüre in meinen Körper hinein und nehme wahr wie es sich in mir anfühlt.
Die Fragen, die ich mir dabei stelle, sind: wird es in mir weit oder eng? Zieht es mich zum Neuen hin, ist da eine Neugier – oder eher nicht?
Welcher Antwort-Impuls taucht also in meinem Körper auf?

Spannend ist, dass nach dem Antwort-Impuls in meinem Körper oft ein zweites Phänomen auftritt: eine Reaktion von Angst oder ein Pendeln, ein Zweifel.

Angst

Angst äußert sich, indem der Körper „wach“ wird. Der Herzschlag steigt, der Puls wird schneller, es kommt ein Schwitzen oder eine Unruhe, eine Aufregung.
Wir interpretieren das manchmal als unangenehm. Der Kopf gibt seine Gedanken dazu, und die führen uns oft weg von der Körperwahrnehmung hin zu „Was ist denn, wenn…..“ und „Womöglich….“
Der Verstand kramt in alten Schubladen und vergleicht die Wahrnehmung der Aktivierung mit dem, was wir früher erfahren haben und was eventuell nicht so segensreich für uns war. Nur hilft uns das Alte im Hinblick auf eine gute Entscheidung für die Zukunft und das Neuland nicht so recht weiter.
Insofern heißt es wieder: in den Körper spüren und erst einmal nur das wahrnehmen, was ist. Nicht mehr und nicht weniger. Erst einmal ist es nur so: der Körper kommt in eine Aktivierung herein.
Wer sagt, dass eine körperliche Unruhe und Aufregung immer etwas Negatives verheißen muss?
Wer sagt, dass es nicht auch schönen Stress gibt? Dass nicht Bewegung ins Leben kommen darf?
Wer sagt, dass Angst etwas ist, das ich um jeden Preis vermeiden muss?
Vielleicht kann sie mich einfach ein Stück des Weges begleiten? Um dann vielleicht wieder zu gehen?

Meine Grundregel

Ich selbst habe mir schon vor Jahrzehnten die Grundregel gebildet: „Ich gehe bis an die Grenze meiner Angst. Und dann noch einen Schritt darüber hinaus.“
Damit habe ich immer ganz gut gelebt – und ich konnte innerlich immer versöhnlich mit mir sein, wenn es sich mal nicht so flauschig und einfach anfühlte. Letztlich hat es sich ausgezahlt, und ich konnte durch diese Grundregel viele neue und gute Erfahrungen machen, die ich sonst nicht erlebt hätte 😉

Zweifel

Zweifel äußert sich als innere Pendelbewegung. Es ist ein inneres Hin- und Her – eine Bewegung nach vorn, und wieder eine zurück. Wir sind förmlich „zwei“ und nicht mehr „eins“, es ent-zweit uns. Das ist unangenehm. Und je mehr wir uns die Frage stellen: „Ja, wie entscheide ich mich denn jetzt??“ – umso größer wird manchmal die Unentschlossenheit, der Druck, das quälende Pendeln.

Spürend entscheiden

Da tut es gut, innezuhalten, stehen zu bleiben, da wo ich jetzt bin. Und in mich hinein zu spüren mit dem Satz: „Ich brauche mich jetzt in DIESER Minute GAR nicht zu entscheiden. Ich darf einfach hier bei mir stehenbleiben. Ich darf einfach atmen und muss gerade weder vor noch zurück. Ich bin hier genau richtig wie ich bin.“
Nimm Dir Zeit an diesem Platz. – Denn das ist Deiner!
Wir wollen oft irgendwo hin und übersehen das Ankommen in uns. Doch das ist das Wichtigste. Spüre in Dich hinein, lass Dich ankommen. Lass Dir Zeit.

Erst dann nimm einmal wahr: wer oder was ist rechts und links an Deiner Seite?
Was nimmst Du wahr? Wer oder was ist an Deiner Seite und unterstützt Dich, um Dein Herz zu leben und weiter in Deine Größe hinein zu wachsen? Welche WegbegleiterInnen hast Du dort?

Wenn Du bereits alles hast, was Du brauchst, dann nimm die Begleitung und Unterstützung in jede Deiner Zellen auf, atme sie förmlich ein, und vertraue auf Dein Wachstum – Du bist gut unterwegs 🙂
Wenn es sich etwas dünn, leer oder unstimmig anfühlt, was da rechts und links an Deiner Seite ist, dann schau mal, ob Du an Deinem Platz stehenbleiben kannst und ein ganz dünnes Herzensband nach vorne zu etwas Neuem „ausstrecken“ möchtest – oder auch nicht. Schau, ob Du Dich damit für die Option vor Dir entscheiden willst oder nicht.
Bleib an Deinem Platz dabei. Du brauchst nirgendwo hin. Es geht darum, dass Du stets mehr da ankommst, wo Du bist und wo Deines schon ist und wachsen möchte. Und dass Du darin Unterstützung findest.
Wenn das geht – ein Band nach vorne ausstrecken – und zugleich an Deinem Platz bleiben und weiter, größer werden, dann hört es sich gut an 😉 Dann ist es ein „ja“.

Einlassen

Danach kommt die Phase des Einlassens. Ich finde das ist das Schwerste 😉
Wenn ich innerlich ein „ja“ habe – vielleicht mit Angst im Gepäck oder nur als zaghaftes Band nach vorne – aber trotzdem ein „ja“, dann kann ich das „Ja“ und die Entscheidung in mir ganz nach unten sinken lassen.
Es ist eine innere, feine, ganz tiefe Bewegung im Körper nach unten.
Es ist eher eine Hingabe, ein Aufgeben, ein Einlassen. Meinen Kopf brauche ich dabei nicht, der will jetzt zwar alles Mögliche überlegen, bedenken, hinterfragen, planen, organisieren….aber das lasse ich einfach mal.
Ich vertraue mich dann der inneren Führung meines Herzens an – und der Führung dessen, womit mein Herz verbunden ist: mit dem großen Ganzen, aus dem ich komme. Mit meinem Inneren Zuhause. Da sinke ich hinein mit meinem „Ja“.
Dieser Bewegung nach unten folge ich. Bis ich ganz unten angekommen bin, ganz auf meinen Platz gesunken bin. Das ist irgendwie ernst, aber auch kraftvoll. Wenn ich dann nicht unruhig werde und gleich wieder weggehe, dann wird alles still.

Neuland

Von dort aus, von diesem Platz aus, kann ich meine Entscheidung nach außen äußern, umsetzen. Und auch Kompromisse, die in dieser Tiefe nicht ehrlich und zutiefst wahr sind, umentscheiden.
Entscheidungen auf diese Weise und in dieser Tiefe haben eine innere Wahrheit und Ehrlichkeit, die zugleich auch etwas traurig sein kann. Sie bedeuten dann einen Abschied von etwas, das noch nicht ganz so tief, ganz so wahr, ganz so meinem Platz entsprach.
„Und jetzt sinke ich an meinen Platz und mache mich bereit für Neues.“
Das ist das Neuland.
Und alles weitere folgt – im Neuland.

Und also lasse ich mein geschätztes Hobby in der bisherigen Form los, und alles, was mich daran festgehalten hat – und lasse mich ein auf eine noch tiefere Herzensebene.
Auf die Leere, und auf alles, was dort wartet….schnüff …..und „ja“.

…Und Du?

Neuland betreten

Ich will sehr gern mit einer kleinen Gruppe gemeinsam ein Stück des Weges im Neuland gehen.
Und Dich dabei begleiten, unterstützen, ermutigen, damit Dinge, die die Dir wichtig sind, auch auf die Erde kommen können – auf eine neue Art.
Damit Du würdevoll Deinen Weg weiter gehen kannst.
Damit Du auf Deinen Platz und in Deine Größe hineinwächst. Und der Welt das geben kannst, was nur Du ihr geben kannst.
Wenn Du magst, melde Dich an zu meiner Gruppe der WegbegleiterInnen, die am Mittwoch, 12.9. um 20 Uhr beginnt und bis Ende November zusammen unterwegs ist.

Die Details findest Du hier: zur WegbegleiterInnen-Gruppe hier klicken.

Wenn Du Dich entschieden hast: für die Anmeldung einfach hier klicken.
Anmeldeschluss ist Freitag, der 24.8. um 12 Uhr.

Vielleicht sehen wir uns im Neuland! Ich freue mich drauf 🙂
Herzlichst, Birte

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Birte,
    es ist magisch, dass du jetzt zum Thema Entscheidung eine Nachricht schickst, dann ich sitze ver-zwei-felt vor meinem PC und kann mich nicht ent-scheiden, ob ich meine Einladung zum neuen Tanzkreis jetzt so rausschicken kann oder besser doch kürzer formulieren. Meine Angst ist missverstanden und abgelehnt zu werden, zu viele oder falsche Erwartungen zu wecken wenn ich meine Vision mitteile….
    Spannend finde ich, dass du dich auch gerade mit einer Entscheidung zum Thema Tanzen beschäftigst!
    So ruft mein Herz, mich für die Gruppe anzumelden und zu spüren, was das weiter mit mir macht, dieses neue vernetzen über das Netz, was ich bis jetzt eigentlich nicht wirklich mag.
    Am besten ich lasse es noch ein wenig wirken, muss ja jetzt noch nicht entscheiden ;-).
    Herzlichst, Birgit

    • Bia

      Liebe Birgit, ich finde gerade Deinen Kommentar 🙂 Ja, manchmal verzaubert uns eine Magie.
      Und manchmal brauchen Dinge auch Zeit und wollen reifen oder fallen bei einem späteren Windstoß vom Baum.
      Wie schön, dass Du Dich auf das Neue einlässt. Auf welche Weise ist egal.
      Alles Liebe Dir von Birte

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