Ziel erreicht – Ergebnis verfehlt?

Wir haben Ziele und steuern sie an in unserem Leben. Aber wenn wir sie erreicht haben, fühlt sich das Ergebnis oft ganz anders an….Kennst Du das?
Du wolltest zum Beispiel mit Menschen arbeiten und machst das – aber es fühlt sich zunehmend stressig und leer an.
Du wolltest etwas bewegen und tust es – aber es ist zäh und anstrengend.
Du wolltest Dich von den Zwängen des Alltags befreien, bist in einer Auszeit, Elternzeit oder Rente – aber es ist anders als gedacht.

Wir leben zwischen Alt und Neu

Was für eine Zeit das ist! Eine Gesellschaft, die sich wandelt. Aktuell höre ich von überall, dass Menschen zwischen dem Alten und dem Neuen hin- und hergerissen sind.
Es ist ein Schwanken, ob wir auf unser Herz hören oder ob wir vermeintlich sprunghaft, planlos, egoistisch, naiv, zeit-vergeudend, weltfremd unterwegs sind.
Und ehe wir uns versehen stehen wir zwischen alt und neu, zwischen Herz und Verstand und vor einem Fragezeichen wie es weitergeht. – Was jetzt?

Wir denken wir sind allein – weit gefehlt

Wir kommen uns damit so allein vor. Wir können es uns selber kaum eingestehen, dass irgendetwas nicht stimmt. Und schon gar nicht können wir uns mit anderen darüber austauschen, denn dann würden sie es ja mitbekommen… Maximal erlaubt ist es, wenn die Schuld bei jemand anderem liegt.
Aber auch dann zeigen wir nicht unsere Enttäuschung, unsere Leere, unsere Ratlosigkeit. Wir haben es geschickt vermieden.
Das Dumme ist: anderen geht es genauso. Und so begegnen wir uns nicht bei dem, was uns innerlich am meisten ausmacht.

Scham als Tabu-Hüter

Scham ist ein Gefühl, das trennt und einsam macht. Es ist ein Gefühl, das mehr tabuisiert ist als Wut oder Trauer.
Auch die Menschen, von denen wir denken, dass sie mit Leichtigkeit durch ihr Leben gehen und große Projekte realisieren, haben alle etwas, das ihnen innerlich schwerfällt und sie phasenweise an ihre Grenzen bringt. Alle. Nur die wenigsten reden darüber 😉

Du hast etwas geschafft – aber innerlich sieht es anders aus

Eine Bekannte hat im Ausland eine Schule mitgegründet – eine Schule, die zugleich eine Wertschätzung und eine Hoffnung für die Kinder, Familien und die jungen Lehrkräfte bringt. Für mich ist es ein so beeindruckendes Projekt, das sie und ihr Mann dort aus dem Nichts innerhalb weniger Jahre schufen.
Sie ist jetzt an einem Punkt, an dem sie merkt wie zäh es ist, das Ganze in Schwung zu halten: Sind andere Beteiligte bereit, mit aufzustehen? Oder bleiben sie in ihrer sicheren Rolle als Opfer, Konsument oder Außenstehender?
Bleibt es ein Traum, der mit viel Kraft und Herzblut angeschoben wurde, aber nicht bei den Beteiligten „ankommt“?

Wenn es Dir gerade ähnlich geht und Du dich fragst, ob Du am richtigen Platz bist, ob Dein Schritt gut war und was Du tun müsstest, egal was ist ….dann

Lass Dir etwas Wichtiges sagen:

Du hast der Welt etwas sehr Kostbares gegeben:
Du hast Deine Portion Lebenselixier, Freude, Mut, Frische in die Welt gebracht.
Du bist Deinen Schritt gegangen oder hast Deine Entscheidung getroffen.
Du hast Dein Herz gegeben. Du bist ihm gefolgt.
Wenn ein Schmetterlings-Flügelschlag den Lauf der Welt verändern kann, so kann es Dein Tun und Sein!
Getan hast Du schon. Gegangen bist Du schon. Die Größe Deines Schrittes war und ist egal.

Jetzt halte inne. Geht nicht weiter nach vorn.

Kämpfe nicht weiter. Verurteile dich und andere nicht weiter. Leide nicht weiter.
Halte inne und schau Dich um. Mitten in dem, was Du an Unfertigem, Unangenehmen, Chaos um Dich herum vorfindest.
Lass alles um Dich herum gefühlt stehen und liegen für einen Moment.
Halte inne – mittendrin.
Wenn das unangenehm ist und dein Herz zu flirren beginnt und Unruhe in Dir aufkommt, Du etwas tun willst, dann mach mal ein kleines Experiment.

Innere Unruhe bändigen – ein Experiment für Dich:

Lauf nicht weg. Nimm die Unruhe – und dass Du etwas tun willst – in deinem Körper wahr. Das Flirren, die innere Kraft, die nicht weiß, wohin. – Bleib trotzdem.
Und jetzt probiere etwas, das dir hilft: schau Dich im Raum um. Lass Deinen Blick schweifen. Betrachte Formen und Farben im Raum. Schau, ob etwas Deinen Blick fängt und Dir guttut. Wenn Du merkst, dass Du aufatmest, dann sagt Dein Körper Dir: „Alles ist gut. Jetzt und Hier ist alles in Ordnung!“
Gönn´ Dir dieses Gefühl. Erlaube, dass es sich in Deinem ganzen Körper ausbreitet.
Lass ein Lächeln in Dein Herz. Alles ist gut. Jetzt gerade ist alles gut. Es gibt nichts zu tun.
Du kannst Deinen Körper spüren, wie er sich anfühlt. Die Füße und Hände kribbeln vielleicht. Jetzt bist Du da.

Das ist, was es braucht. 

Das ist, was die Welt braucht: ein offenes Herz und jemand, der innerlich da ist.
Alles andere kannst Du für diesen Moment abgeben. Alle Verantwortung, Gedanken, Pläne, Zusagen, Sorgen. Lass all dies aus deinem Verantwortungsbereich abziehen. Wie Nebelschwaden, die weiterziehen, wenn es sich aufklart.
All der dichte Nebel löst sich auf. Vielleicht machen Ratlosigkeit, Leere sich breit. Das ist gut so.

Falls es irgendwann etwas zu tun gibt, wird es einen Impuls geben. Den brauchst Du nicht zu erzwingen, der kommt – oder eben auch nicht. In unserer Welt handeln wir so viel, tun so viel, müssen so vieles im Griff haben und bewegen, dass wir es nicht gewohnt sind zurückzutreten. Aber genau das ist es, was es braucht.

Wenn es nichts zu tun gibt, werden sich Dinge anders regeln als Du zu ahnen vermochtest.
Dein Ankommen in Dir braucht es zuerst. Dein Umschalten. 

Alles andere passiert dann. Lass Dir dabei nicht einreden, dass Du nicht erfolgreich bist. Dass Du auf dem falschen Weg unterwegs bist. Dass es aussichtslos ist. Dass Du das nicht darfst. Dass es nicht geht.
Das ist das „Normale“ – das alte Denken. 🙂
Das hatten wir jetzt schon lange genug. Jetzt wagen wir etwas Neues!

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Sehr gern!
    Ich muss gestehen: ich lese diese Blog-Inspirationen selber immer gern, auch die älteren. Tut einfach gut – auch mir 😉
    Herzlichst, Birte

Schreibe einen Kommentar