Das Ende meiner Suche

Es begann vor mehr als 25 Jahren. Die Suche nach mir selbst. Überall habe ich geschaut: Kirche, Gespräch, Therapie, Ausbildungen, Gruppen, Ahnen, Theater, Tanz, Spiritualität, Mystik, Natur, andere Leben, Trauma, Erwachen.
Immer gab es noch mehr…. auf all das hatte ich zuletzt keine Lust mehr.

Letzten Sommer merkte ich: „Jetzt darf es endlich gut sein!“

Natürlich gibt es geniale Methoden…. so wirksam und so hilfreich! Aber ich merkte: es ging ständig weiter, wie eine Karotte vor der Nase. Damit durfte jetzt Schluss sein. Auch das Einssein, das Erwachen war für mich noch nicht das Ende. Es löste zwar die Illusion und innere Verklebungen, aber war bezugs-los, irgendwas fehlte.

Dieses Mal ließ ich mir nicht einreden, dass es nur noch diese und jene Methode, Heilung, diesen neuen Ansatz brauchte…. Alles hatte immer noch einen Geschmack von etwas Defizitärem, eine Pseudo-Lösung. – Jetzt wollte ich Neuland, eine neue Ebene, raus aus der Matrix.
Ich verordnete mir deshalb Mitte letzten Jahres eine innere Pause.

Meine Entscheidung

Dazu formulierte ich den klaren Wunsch:

„Irgendwas muss sich ändern.
Ich möchte das Drehen im immer selben Kreislauf abschließen.

Auch, wenn ich nicht weiß wie.“

Was dann geschah….war wundersam.
Ich meditierte jeden Tag mit diesem Wunsch und bat um Hilfe von Gott.
Ein paar Tage später reagierte mein Körper mit einem Hautausschlag. Und ich erkannte: etwas in mir merkt „Oh, jetzt meint sie es ernst!“ Also hieß es weiter dranbleiben, auch wenn ich nicht wusste, was und wo und wie. Nach drei Wochen verschwand der Ausschlag dann von selbst wieder.
Auf einem Selbstermächtigungs-Seminar im Herbst merkte ich, dass ich irgendeine Tür verschlossen, einen Weg ausgeschlossen hatte, und das Herz an einem Fleck „zu“ war. Es war innerlich sehr stressig, schlaflose Nächte etc. Gegen Ende tauchte dieser Satz auf: „Wir sehen Gott nicht“. – Komisch, ich hatte nicht erwartet, dass es mich innerlich so stresst, dass Gott nicht im Focus ist und das da ein Weg verschlossen war. Wo ich doch stets sehr ausgerichtet war in der Hinsicht…?

Die Umkehr

Das, worum es statt meiner Selbstermächtigung ging, war, anzuerkennen: das, wo ich mich abgewendet hatte, da zog es mich jetzt wieder hin. Die Nähe zu Gott. Und irgendwo war da bisher der Wurm drin. Auf einer bestimmten Ebene merkte ich: Eine Umkehr ist dran, auch wenn es Überwindung kostete.
Mein Verstand verstand nicht, aber das schien mir auch nicht wichtig.

Vielleicht merkst Du auch:
eigentlich bräuchte es, dass ich auf ….jemanden ….oder etwas… einen Wunsch….eine Entscheidung… Gott…. wieder zugehe – auch, wenn es völlig ausgeschlossen scheint.
Du hast vielleicht jahrelang Therapie gemacht, warst in einem Schwebe-Zustand in der Beziehung, oder hast Dich mit etwas abgefunden. Und vielleicht merkst auch Du: Jetzt soll gut sein. Nur wie…?  –  Dann ist es jetzt Zeit umzukehren.

Bei mir war die Umkehr eine Umkehr zu Gott.
Und es war eine Umkehr zu jemand, den ich nicht auf dem Schirm hatte: zu seinem Sohn.
Ich habe viel mit Engeln, aufgestiegenen Meistern, spirituellen Lehrern zu tun gehabt. Aber Jesus war mir dabei nicht wirklich wichtig gewesen. Im Frühjahr war ich auf einem Atem-Seminar und erlebte einen ganz uferlosen Schmerz. Mir war völlig schleierhaft wie ich da jemals herausfinden sollte. – Derjenige, der mich aus dieser Ausweglosigkeit rettete war: Jesus. Ich spürte ihn mit seinen durchbohrten Händen an meinen Händen, nahm ihn wahr, sah ihn vor meinem inneren Auge. Dann war da Stille, Frieden, ich war herausgehoben aus all dem Schmerz. Dieses Erlebnis hat mich sehr verblüfft. Plötzlich taucht er auf – noch dazu in einem Kurs, in dem auch die Leiterin keinen Bezug zu ihm hatte.

Aber auch dieses besondere Erlebnis reichte noch nicht, dass ich realisierte, welche Rolle Jesus hat und was ich mit ihm und er mit mir zu tun hat.

Was ich nicht wusste – und wie meine Tafel wieder weiß wird

Seit meiner Kindheit habe ich in der Kirche oft gehört, dass Jesus am Kreuz für unsere Sünden gestorben ist, und dass er der Erlöser ist. Aber alles Kirchliche fühlte sich schwer an, depressiv, oder verkopft, oder aufgesetzt.
Ganz anders waren da meine spirituellen Erfahrungen: ich kenne das Einssein, das In-meiner-Mitte-sein, das Verbundensein in Meditation, in der Natur, beim Singen, im Tanz, unterm Sternenhimmel, oder in tiefen Begegnungen mit anderen Menschen – und sich der Moment fast heilig anfühlt.

Ich habe jetzt das Aha-Erlebnis gehabt:
Jesus war sein ganzes Leben, jede Sekunde, auch in Folter, Schmach und Qual und Sterben, immer in dieser Verbindung des Einsseins mit Gott. Selbst der kurze Moment vor seinem Tod als er sagte „Mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“, das war kein Herausfallen aus Gott, sondern das war, dass Gott seinen Geist, seine Beseelung, seinen Heiligen Geist, aus ihm abzog und Jesus ganz Mensch wurde – ganz in der Trennung landete, wo wie wir im Großteil des Tages und unseres Lebens. Auch das hat er durchgemacht, seine Präsenz, sein Licht da hineingebacht, denn er hat dabei weiter auf Gott geblickt.
Jetzt erst konnte ich vom Herzen her würdigen, wertschätzen, welches Geschenk das ist und welches Opfer darin liegt: Jesus ist nie herausgefallen aus Gott. Und dann geht er den Weg, diese Qualen zu 100% bewusst zu durchleben – und das nicht für sich, sondern unschuldig – und für uns Menschen.

Durch Jesus Leidensweg in seinem Einssein mit Gott haben wir wie ein Tor, durch das wir zu Gott gelangen können. Jesus als Mensch ist die Brücke und bietet eine ausgestreckte Hand. Er hat bereits alles erlöst, seine Liebe, Gottes Liebe in alles Trennende, alles Schlimme, alles von Gott abgewandte hereingebacht. Somit kann ich bewusst alles, was aus Gott herausfällt, vor ihm ablegen und es ist im selben Moment vergeben, weggewischt.
Mir ist bewusst, dass ich ständig, immer wieder, mit jeder Identifikation, sei es mit einem Gefühl, einer Körperempfindung, einem bewertenden Gedanken…. aus Gott herausfalle, und dass ich diese ausgestreckte Hand, diese Tür, dieses Geschenk, dieses Opfer brauche.

Und was mich sehr rührt, ist, dass Gott das Geschenk bereits im Voraus bereitstellt, weil er weiß, dass ich es gar nicht schaffen kann und werde.

Das Geschenk stand schon bereit bevor ich geboren wurde.
Ich darf es dankbar annehmen.

Denn wenn ich das nicht tue, dann verkenne ich es. Und wenn ich meine, ich könnte es auch selbst, verhöhne ich es auch. Wie ein Kleinkind, das ständig selber machen will, und es doch nicht kann. Gott schaut liebevoll darauf und wartet. Denn wir haben den freien Willen.
Aber ganz ehrlich – wann wollen wir einfach im zugewandten Sinn wieder Kind sein, und sagen:

„Jesus, Du hältst ja schon die Hand hin…
jetzt sehe ich es erst. Danke!“

DAS ist Größe.
Dass ich mit all dem, was mich aus dem Einssein mit Gott wegbringt, vor ihm stehe. Es ablege egal was. Ich werde realisieren, dass es mir leid tut – um mich selbst, um all die Umwege, um das nicht angenommene Geschenk.
Ich darf die angebotene Hand nehmen und die Erleichterung spüren. Das tat ich.

Verliebtsein in Jesus

Eines Abends spielte ich Gospel-Musik, die ich öfter höre und merkte: Oh, das ist anders – mein Herz ist offen, weit, freudig, aufgeregt – und hat eine Richtung: so als wenn da Jesus steht, und ich mag ihn einfach! Es war ganz schlicht und klar und direkt. Liebe. Sie füllte mich und den Raum. Und sie ist ständig da. Wie ein Verliebtsein, das sich nun als Liebe immer mehr vertieft : )

Mein neuer, alter Name: Birte

Ich habe die Kiste des Weitersuchens zu gemacht. Alles ist gut so wie es ist. Es braucht nichts mehr. Ich nehme die ausgestreckte Hand und bin wieder Kind, ein Kind Gottes. Die Tafel ist weiß gewischt.
In dem Zuge habe ich auch meinen Namen wieder in meinen Geburtsnamen geändert. Das ist die „neue“ Birte. Jetzt verstehe ich auch vom Herzen her, warum sich Christen taufen lassen : )
Und an dieser Stelle bin ich auch Romen Banerjee sehr dankbar für das viele, das mein Herz und mein Geist durch ihn lernen darf.

Eine wirklich neue Ebene. Das ist Ankommen.
Danke Gott, danke Jesus.
Ich bin euer Kind. –  Ich atme durch.

Und Du:
schau mal, ob Du mitfühlen kannst.
Mit dem Verstand lässt es sich all das nämlich nicht erfassen….

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