Umkehren oder Weitermachen?

Ich persönlich meine inzwischen, dass wir in einer gottlosen Welt leben, und dass diese Trennung von Gott der Grund ist, warum wir in der Welt so viel Leid vorfinden.
Warum ist das so? Könnte Gott das nicht einfach ändern, wenn er wollte?

Für Gott ist es nicht so einfach, die Einheit von Mensch und Gott wieder herzustellen, denn da gibt es: unseren freien Willen. Und den will er natürlich als liebender Gott beachten. Das können alle Eltern nachvollziehen….  Und natürlich gibt es auch einen göttlichen Plan…

Mit dem freien Willen sind wir Menschen ganz fasziniert unterwegs und entdecken oder gestalten Neues. Und richten uns nach dem, was wir haben: die eigenen Möglichkeiten eben.

Und genau diese eigenen Möglichkeiten
stehen zwischen uns und Gott.

Mein Aha-Erlebnis

Ich lief im letzten Jahr über eine kleine Brücke am Teich, schaute nach unten – und schloss reflexartig meine Augen, weil es blendete. Die Sonne. – Oder nein, huch, das Helle kam von unten: ihr Spiegelbild! Es war fast gleich hell wie die Sonne selbst. Aber das war nicht die echte Quelle, sondern ein Abbild, eine Täuschung.

Genauso ging es mir lange – eigentlich die letzten Jahrzehnte war ich auf der Suche nach der Quelle, dem Licht, der Wahrheit und Wahrhaftigkeit. Ich habe viele Sonnen-Spiegelbilder gefunden. Ob es nun Methoden, Seminare, Ausbildungen, Spiritualität, Bücher waren, egal was. Oder meine Selbstverwirklichung und meine eigene Schöpferkraft, die ich durch Projekte, Gruppen, Reisen, berufliche Erfahrungen lebte. – Sie haben meine Sehnsucht nie endgültig gestillt, denn ich habe letztlich immer weiter gesucht.

Wie konnte das sein?

Wie konnte das sein, dass ich nie bei der wahren Quelle landete? – Ich war doch schon immer sehr in Ausrichtung auf Gott und meine innere Quelle…. Und ich habe mich oft sehr geführt gefühlt – bei meinen Erfahrungen auf dem Weg ins Neuland, oder bei der Wegbegleitung anderer. Die Präsenz von einer höheren Macht habe ich stets auch sehr gespürt….

Und ich bin da ja in guter Gesellschaft heutzutage: Viele tun etwas, um Gutes in die Welt zu bringen. Auch die Wandelbewegung in ihrem sozialen, ökologischen, heilenden und spirituellen Wirken. Ich sage mal: wir haben bewusst die Ausrichtung zum Licht.
Wir laufen nicht mit dem Mainstream, und wir sind nicht mit dem zufrieden, was uns als Lauf der Dinge geboten wird, z.B. ein sicherer Job, Geld, Ablenkung. Wir suchen eine vielversprechende, lebensbejahende Alternative zu dem, was als „normal“ gelebt wird.

Und es ist ein schwerer Schritt zu sagen: Ich habe mir etwas vorgemacht: Ich bin meinem freien Willen gefolgt und all den Angeboten, die es gab und die verlockend-hilfreich und vielversprechend waren. Denn das ist doch scheinbar das Einzige, das wir haben: MACHEN.
Und es scheint auch zu drängen, dass etwas getan wird. Darauf sind wir kollektiv, mit unserer ganzen Prägung und Ausbildung, ausgerichtet. Aber das ist das Problem.

Ich sage:
Probleme sind in der Welt,

weil Menschen ihrem freien Willen folgen –
mit weitreichenden Konsequenzen.

Ich erkläre mir das so….

Bisher erscheint mir die Menschheit so wie kleine Kinder, die beim Spielen etwas kaputt gemacht haben (die Natur, die Welt eben) – und die es jetzt wieder notdürftig flicken wollen. Anstatt gleich zu den Eltern zu gehen, zu sagen, dass da etwas zu Bruch gegangen ist, es ihnen leidtut und sie wollen, dass die Eltern es wieder in Ordnung bringen.

Einen ehrlicher Schritt in diese Richtung fand ich z.B. beim Autor Jonathan Franzen mit seinem kleinen Aufsatz-Büchlein und dem Titel: „Wann hören wir auf, uns etwas vorzumachen?“ Untertitel: „Gestehen wir uns ein, dass wir die Klimakatastrophe nicht verhindern können.“ Nebenbei: die Aufsätze fand ich mäßig lesenswert, aber den Schritt fand ich bemerkenswert.
So ähnlich sagt es auch Margaret Wheatley (US-Autorin, Rednerin, Wandel-Wegbereiterin) im Interview mit Martin Kirchner und Hemma während des Online-Summits der Pioneers of Change dieses Jahr.

Bisher wollen wir es selbst wieder reparieren. Das ist aber anzumaßend, und wenn wir ehrlich sind, merken wir, dass wir es nur verschlimmbessern. Und schlimmer: damit setzen wir das eigentliche Problem – die Abwendung von Gott, das Wurschteln ohne ihn – fort.

Das endet, indem ich anerkenne: ich war auf dem Holzweg.
Und indem es mir leid tut, dieses Verliebt- oder Von-mir-verblendet-Sein oder und das Besser-Machen-Wollen.
Und indem ich merke, dass alles „machen wollen“ wieder genau das Alte ist.
So komisch es klingt in Anbetracht der aktuellen Weltsituation mit all ihren Ausprägungen und Nöten (Artensterben, Klima, Corona, Armut….); die Frage ist, will ich eine Lösung auf dem Weg „mehr desselben“ – sprich: „wir müssen was tun“?  Oder will ich eine neue Art von Lösung?

Dafür gibt es ein in Vergessenheit geratenes Wort:
Buße
Es heißt „Umkehr“ oder
„ändere deinen Sinn, dein Denken“.

Meine Umkehr

Die eigentliche Wende kam bei mir, seit ich merkte und mir eingestand, dass ich noch nicht erkannt hatte wie ich WIRKLICH frei werde. Ich wusste nicht, wie ich die Trennung von Gott in eine dauerhafte, alles durchdringende, lebendige Beziehung verwandeln könnte, so dass ich mich fortwährend bis aufs Innerste von Gott selbst durchdringen, lieben und führen lassen könnte.

Das ist eine Umkehr von der Täuschung zur Wahrheit.
Das ist eine Umkehr von meiner Welt zu Gott.
Von den falschen Götzen zu Gott.

Das Geschenk

All das endet, indem ich umdrehe und (statt zu machen): NEHME.
Ich merkte: Ich darf, wenn ich meine falsche Richtung erkannt habe, das Geschenk nehmen, das Gott schon vorbereitet hat, damit wir von unserem Machen-Wollen zurück kehren können in die Reinheit, Klarheit, Allmacht Gottes..
Weil auf einer bestimmten Ebene alles eines ist (wer meditiert, weiß das), kann Jesus stellvertretend die Verantwortung tragen, den Preis für unsere Trennung und unsere Abwege zahlen und die Brücke bilden, und damit unseren Wiedereintritt zu Gottes Reinheit ermöglichen. Aus der Trennung in die Verbindung. Und zwar sogar in die ewige Verbindung – in das ewige Leben. Das haben Jesus und Gott so zwischen sich ausgedealt. Es wird auch „der neue Bund“ genannt.

Es geht also um etwas Großes.
Kein Wunder, dass es auf der Welt aktuell
so drunter und drüber geht.

Wenn wir dieses Geschenk annehmen – einfach, indem wir es glauben und für uns in Anspruch nehmen, können wir ganz rein und frei wieder vor Gott treten. Wir werden wie neu. „Zurück auf Los“ sozusagen. Wir brauchen es nur zu nehmen.

Ich kann meinen freien Willen hergeben, um Verzeihung bitten für meine Irrtum: nicht ICH bestimme den Lauf der Welt und den Lauf meines Lebens. Das ist auch erleichternd. Dann darf sich alles ordnen. Alle Anstrengung fällt von mir ab, alle Fälschung, alle Drehen um mich selbst.
Ich darf darauf vertrauen, dass Gott viel mächtiger, weiser, umsichtiger ist als ich, als wir, und dass er den Plan hat, nicht ich. Ich darf vertrauen und lernen, dass für alles gesorgt ist. Und dass es um etwas viel Größeres, Zentraleres geht – als die Lage der Welt. Und dass unangenehme Situationen in meinem Leben genau dazu dienten, damit ich das erkennen und zurückkehren konnte. Darin lag also Liebe!

Dann darf wirklich
Ordnung, Ruhe, Frieden, Heilung, Liebe
einziehen.

In mir wächst gerade ein inneres Vertrauen und eine Gewissheit, das ist ganz neu.
Ich danke Gott für seine Größe – und all das, womit er uns ermöglicht, wieder zu ihm zurück zu finden. Denn das ist das, worum es geht.

Schreib gern etwas von Dir, wenn Du magst.

12 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Am Anfang war EIN Gedanke, und dieser Gedanke war Gottes und dieser Gedanke war Gott. Dann entschied sich dieser Eine, viele zu werden. Und so wurde die Welt und die Menschen geschaffen. Weil aber die Menschen zu klein waren, um das Ganze sehen zu können, vergassen sie, dass sie Teil Gottes waren. Und Schmerz und Leid kam in ihr Leben, und sie wussten nicht wieso Gott das Leid geschaffen hatte, aber das Leid kam aus ihrem Getrenntsein von Gott.

    Ich sehe in dem was du schreibst auch dein Getrenntsein von Gott. Du siehst dich als Kind und Gott als einen allwissenden Vater. Dieses Denken in größer und kleiner manifestiert deine Trennung von Gott und dein Leid. Ebenso ist es mit Menschen, die denken, es gibt keinen Gott und sie wären in ihrem freien Willen Herren der Welt. Nur ist es da umgekehrt, sie stellen sich über das Ganze. Erlösung besteht darin zu erkennen, dass wir alle Gott sind. Jeder Mitmensch, jeder Baum, jede Wolke ist ein Finger Gottes, den er nach uns ausstreckt, und ich bin das auch. Gott wirkt in mir und durch mich und dich und erschafft die Welt damit jeden Tag aufs Neue.

    • Liebe Monika,
      dank Dir für Deine Zeilen. Ja, das ist das Weltbild, das wir ja ganz viel antreffen in der Bewusstseins-Szene. Nämlich das wir die Schöpfer unseres Seins seien.
      Und dass wir alle Gott sind. Und dass es gilt in unsere Schöpferkraft zu kommen. Und als Mit-Schöpfer diese Welt zu gestalten.

      Ich habe das durch meinen Wandel im letzten Jahr und das Ende meiner Suche als Verdrehung erkannt. Und auch als Anmaßung Gott gegenüber.

      Gott möchte, dass ich zu ihm zurück finde, ihm ganz mein Leben in die Hand gebe. Der Schlüssel dafür, die Brücke ist Jesus. Wenn Gott dann in meinem reinen Herzen wohnt und mich zunehmend ganz einnimmt führt und leitet er mich in meinem Handeln, dann kann er durch mich wirken. Aber halt er, nicht ich.
      Danke für deinen Kommentar und deine Frage, die ist wichtig.

      Sei gesegnet, liebe Monika, Birte

  2. Liebe Birte,
    für Deine Impulse in den letzten Wochen, die Du hier nochmals treffend in wenige Worte gefasst hast, möchste ich Dir von ganzem Herzen danken!

    Unglaublich was diese „Umkehr“ in mir auslöst und wie es mein Leben verändert…es ist wie eine Neugeburt.

    Ich bin tief gerührt von Deinem Text und danke Gott für Seine Gnade, die er uns zuteil werden lässt.

  3. Liebe Birte,
    Deine Gedanken sind sehr spannend. Darf ich fragen, ob Du zur Gruppe um Roman Banerjee gehörst?
    Freundliche Grüße
    Monika

    • Liebe Monika,
      ja, genau, dort habe ich ja auch vor Jahren meine „Coaching ohne Ich-Ausbildung“ gemacht : )

      Herzlichst, Birte

  4. Immer wieder wirbeln mich diese beiden Sichtweisen durcheinander….. was ,wenn auch diese nur ein Polaritätspaar sind , das aus der Bewertung also aus dem dualen Denken heraus möchte?

    Die Schöpferkraft Gottes ,die ALLES DURCHFLUTET UND ALLES AUSMACHT….braucht unser kindsein und unsere demut…… um dann im ICHBIN im Sinne Gottes in unserer Selbstermächtigung mitzuschöpfen .

    ICHBIN…. ist nicht „ich“ als Dakma…. sondern meine höchste Ausdrucksform direkt in die Arme Gottes hineingekuschelt….. untrennbar von ihm…..

    In diesem Sinne kann auch der „christliche Weg“ sich mit allen anderen Wegen IN DIESER ESSENZ treffen…..

    Jegliche religiöse Spaltung hebt sich auf…. UND… nimmt auch noch die frei spirituelle Welt…. die Esoterik…. MIT IN DIE ARME GOTTES ,IN DIE ALLUMFASSENDE GEBORGENHEITSPENDENDE GÖTTLICHE QUELLE….

    ALLES EINS….

    herzlichst

    Dakma

    • Liebe Dakma,
      ich glaube, genau da gilt es heutzutage genau hinzuschauen…
      „Letztlich ist alles eins“ schreibst Du.
      Das ist zwar auf einer Ebene der Meditation so, oder in der Erfahrung des spirituellen Erwachens.
      Und zugleich drückt es auch unsere Sehnsucht nach der Rückkehr ins Paradies, wieder zurück „in die Arme Gottes“ wie Du schreibst, aus.
      Aber dass wir dann schon angekommen sind wenn wir in dem „alles ist eins“ sind, da habe ich eine andere Erfahrung gemacht.
      In dem Moment ist es jeweils gut und schön.
      Ist die Suche dann beendet – oder ist es ein „immer wieder dahin wollen, letztlich immer weiter suchen“?
      Oder ist es ein Ende der Suche und eine dauerhafte Gotteserfahrung, die sich einstellt?

      Alles Liebe Dir auf Deinem Weg, sei gesegnet!
      Birte

  5. Hllo liebe Brthe, liebe Kommentatorinnen,
    ich bin klassisch katholisch sozialisiert im schönen Oberschwaben. Und ich mag viele der Traditionen wieder, weil wir Menschen eben Sinnenwesen sind und da darf es auch mal pathetisch oder fast kitschig sein.
    Wirklich schwierig finde ich, damit aufzuhören, jemandem etwas nachzutragen. Und gerade unsere Allernächsten kennen die Triggerpunkte so gut.
    Ich vermisse die Gemeinschaft.

    • Liebe Claudia

      gerade WAR ICH GEFÜHRT…. in eine solche Gemeinschaft….. wir merkten ,daß wir „mit der neuen Erde und miteinander schwangen“…. wir trauten uns „lebendiger und offener“ zu werden….wir berührten die „Grenzthemen“…..Triggerpunkte wurden berührt….

      UND DURFTEN SEIN

      FÜHLEN ERLAUBT! E-MOTION ERLAUBT!…. und gleichzeitig blieben alle in der Beobachtung und SELBSTVERANTWORTUNG für das eigene Gefühlte und Angetriggerte ….

      es war aufwühlend UND beruhigend zugleich….. so kann es sein und werden….. nach 2 Stunden war es aber auch erstmal „genug“…. alles nun inmir sackenlassen und sortieren….

      liebe Grüße
      Dakma

  6. Liebe Birte

    danke für deine Antwort <3
    Es ist erneut BEIDES….. der Ort dieser göttliche liebendigen Stille…. in dem Nichts und Alles gleichzeitig sind….. wird beim Erwachen zunehmend zum stetigen Begleiter….bzw…..wird der Heimatort…..stetig im Gotteskontakt…..während gleichzeitig….. auf der Bühne del Lebens…. LEBEN GESCHIEHT….. ERFAHREN WIRD

    herzliche Grüße
    Dakma

  7. Liebe Birte,
    der Schöpfer und die Schöpfung ist EINS, deshalb ist Gott überall. In jedem Atom.
    Wer in diesem Bewusstsein lebt, ist eins mit Gott und für sein Leben ist bestens gesorgt.
    Wer in seinem Ego (Ich) lebt, hat sich von diesem Bewusstsein abgekoppelt und ist somit für sein Leben selbst verantwortlich. Zum Beispiel für sein Einkommen usw..
    Einheit ist LIEBE. Das Gegenteil ist ANGST. Angst, Krank zu werden, kann ich meine Miete noch bezahlen usw.. Wer in dem Bewusstsein der Einheit (Liebe) lebt, braucht sich nicht mehr sorgen, weil der Schöpfer für uns sorgt. Die Schöpfung will nur das Beste für uns. Jetzt hör ich auf, bevor ich dich evtl. langweile.

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