Sich getrennt fühlen verwandeln

Das Hauptproblem auf der Erde ist meiner Ansicht: Trennung und Getrenntsein.

Wobei das Wort Getrennt“sein“ schon in sich widersprüchlich ist…  Denn das Leben ist immer in Verbindung mit dem großen Fluss, mit dem Urgrund allen SEINs, mit dem Göttlichen.
Jetzt sind wir in einer Zeit, in der wir wieder alles zurückbringen in die Verbindung, alles wieder zurückkehrt in den Fluss des Seins.

Aber ich fange bei mir an. Wandel von innen nach außen ist ja mein Credo.
Und da stelle ich fest: Ich fühle mich gar nicht immer mit dem Leben verbunden. Oft fühlt es sich gedämpft an, neblig, und so gar nicht nach einem Fluss.
Ich habe mich ja viel mit Trauma befasst, und vor allem das Bindungs- und Entwicklungstrauma ist ein Mechanismus, der uns unser Leben lang „erfolgreich“ in der Illusion von Trennung festhält – vor allem, weil ich mich in der Regel gefühlsmäßig bzw. körperlich/physiologisch davon schwer lösen kann und damit identifiziert bin.

Von meinem Bewusstsein her weiß ich:
„Trennung ist nicht wahr.“
Trotzdem fühle ich mich öfter so.

Wenn ich Situationen erlebe oder mein Verstand mir meldet „ich gehöre nicht dazu“, dann wird dieses Bindungstrauma getriggert – und ich identifiziere mich in dem Moment damit.
Aber wie komme ich da wieder weiter, zurück ins SEIN, in den Fluss, in meine Lebenskraft, wenn ich da drin bin?

Meditation hilft mir nicht…

Es ist gut, mir bewusst zu machen, dass ich das nicht bin.
Fühlen würde helfen –  aber gerade im Trauma fällt es mir schwer, überhaupt an das Gefühl heranzukommen, das dahinter steckt.
Meditieren ist auch nicht die Antwort, denn durch Meditation kommt mein Körper zwar in ein Gefühl von Ruhe und Stille, aber ich komme mir vor wie in einer Blase: Das Leben ist da draußen – ich bin in meiner Welt.
De facto ist das eine Dissoziation, bei der ich das Trauma-Gefühl verlasse und mich „wegbeame“. Gopal beschreibt das auch sehr gut in seinen Videos auf www.traumaheilung.net

„Wir sind in Beziehungen verletzt worden, und in Beziehungen heilen wir.“*

* Nebenbei: Wir können das Trauma auch auf einer anderen Ebene heilen und erlösen – denn über der Beziehungsebene liegt die höher schwingende Ebene der Magie, und darüber der Raum der Wunder und Gnade, in dem wir mit einem uns ganz innewohnenden, unschuldigen, tiefen Vertrauen daran glauben, dass für Gott nichts unmöglich ist – auch wenn wir selbst nicht wissen, wie Wandel geschehen kann.
Bei mir hängt es da noch ein wenig am mangelnden Urvertrauen, auch Gott gegenüber, denn Glauben (vom Kopf her) und Glauben (als Selbstverständlichkeit, die auch das Materielle betrifft), sind zwei verschiedene Sachen. Auch da habe ich durch eine Grippe neulich einen großen Schritt gemacht, aber dazu anderswo vielleicht mehr.

Mein Morgenritual: Verbindung führt in die Mitte

Anstatt zu meditieren brauche ich ERST Verbindung. Dann komme ich, kommt mein Körper in die Mitte und merkt: alles ist gut, Verbindung ist möglich. Und der Eindruck von Sicherheit und Halt entsteht. Ohne Verbindung bleibt mein Körper weiter im Trauma-Modus von Überleben, Kampf, Flucht, Getriebensein, innerer Aktivierung oder Lähmung.

Mir tut es gut, wenn ich morgens einen bewussten Spaziergang in die Natur mache. Das signalisiert meinem Inneren: „Ich kann in Verbindung gehen mit der Natur, mit Bäumen, dem Wind und der Luft und allem um mich herum.“ Und ich nehme Kontakt zur geistigen Welt auf – fühle mich gesehen und unterstützt.
Als Baby war ich oft allein. und habe mich auch im Kontakt innerlich allein gefühlt. Wenn ich jetzt morgens alleine in der Wohnung bin, dann ist auch das wieder eine Erinnerung dessen, was mein System aus einer ganz frühen Zeit kennt und ein Trigger. Genau deshalb brauche ich neue Erfahrungen wie das Erleben: „Ich kann die Wohnung verlassen, ich kann Kontakt nach draußen aufnehmen. Ich kann gestalten.“

Trauma-Heilung geschieht,
wenn das (Nerven-)System neue Erfahrungen machen kann
und die alten überschreiben kann.

Meine Art von Meditation

Inzwischen weiß ich: Wenn ich mich einsam fühle, orientierungslos und leer, gedämpft, traurig, dann steckt ein innerer (meist kindlicher) Anteil dahinter, der auf diese Art spürbar wird und mit dem ich in dem Moment emotional identifiziert bin. Er möchte gesehen und integriert werden. Was ich dann mache, ist:

1. Ich nehme mir Zeit für mich. Dann frage ich den Anteil wie alt er ungefähr ist.
Wenn er/ich das nicht weiß, dann ist es oft ein ganz kleiner Anteil, der nicht mal sein Alter ausdrücken kann, sprich, er ist jünger als 2 Jahre alt. Ihm sage ich, dass er das Alter nicht zu wissen braucht und nehme ihn innerlich in den Arm.
Dann geschieht oft schon ein Aufatmen (in der Traumatherapie wird das „reflektorischer Atemzug“ genannt, eine Spannungsentladung, ein gutes Zeichen. So kommt der Anteil aus seinem Schock, seiner Erstarrung, dem Eingefroren-Sein heraus)

2. Ich sitze eine Weile da und halte den inneren, kindlichen Anteil. Ich nehme ihn in mein Herz. Da ist sein Platz. Was sehr hilft ist, wenn ich den Prozess mit jemandem machen kann, die oder der den Raum hält. Wir wollen oft alles alleine schaffen. Aber das ist auch wieder ein altes Muster ;)
Und oft suchen wir auch im Außen: wenn wir z.B. wollen, dass andere netter zu uns sind oder dass wir endlich einen Partner finden oder einen Platz für uns finden, dann sind das Zeichen, Stupser, dass es da einen Anteil in uns gibt, den WIR SELBER nicht sehen und der immer noch in der Außenwelt am Suchen ist, dass er endlich die offenen Arme findet, die er damals gebraucht hätte. Also: nimm Kontakt innerlich auf und lade den Anteil in Deine Arme, Dein Herz ein. Da ist sein Platz

3. Dann bringe ich meinen Körper in Balance. Der Körper ist Erde. Wir wissen aus der Trauma-Forschung (z.B. TRE, Trauma Release Exercises nach David Bercelli, oder das neurogene Zittern in der SE – Somatic Experience), dass sich alles, was aus der Vergangenheit festgehalten war z.B. innere Anteile und deren damals nicht gelebte Emotionen und Bedürfnisse, noch im Körper, im Nervensystem „hängen“. Deshalb kommen wir in eine gedrückte Stimmung oder in eine Übererregung, stehen unter Strom. Das können wir durch bewusstes Zittern, Schütteln lösen. Wie Ilan Stephani sagt: „Schüttele Dich jeden Tag 10 Minuten zu Deiner Lieblingsmusik!“. Also: Aufstehen, Musik anmachen, die Knie lockern und sanft schütteln, genauso wie die Handgelenke – und dann den Körper weiter zittern, schütteln lassen wie er will. Ich mache auch oft noch einen tiefen Brummton dabei, das entspannt auch das vegetative Nervensystem und den Halsbereich.

4. Jetzt kann ich wieder ins Tun kommen, meinen Alltag, meine Beziehungen, mein Leben, meine Aufgaben gestalten. Schritt für Schritt. Mit dem Tun kann ich gestalten. Das konnten die kindlich-ohnmächtigen Anteile früher nicht, deshalb dürfen sie jetzt in der Gegenwart ankommen.

Konzentrische Kreise: Verbindung leben

Wandel geschieht von innen nach außen.

Wenn ich gut zu mir bin und mit mir selbst in Verbindung bin, dann kommt der nächste Kreis: meine engsten Menschen. Auch mit ihnen möchte ich in Verbindung sein – ehrlich und ganz, nicht nur nett und oberflächlich.

Und das Besondere ist übrigens: WENN ich diese Kreise um mich habe mit Menschen, die den Raum halten können, so dass mein Inneres in unserem Kontakt gesehen werden darf und auftauchen darf, DANN ist es sogar so, dass dann die Essenz auftaucht, dass sich dann unsere Nervensysteme synchronisieren und Verbindung von allein wieder auftritt. So sind wir als Säugetiere gebaut. Ich brauche also nicht „erst“ meine Hausaufgaben zu machen und bei mir ankommen bevor ich nach außen gehe in den nächsten konzentrischen Kreis.

Je mehr ich Verbindung
und ein Echtes-Miteinander-Sein
in meine sozialen Beziehungen bringe,
umso mehr potenziert sich Verbindung in meinem Leben –
und in der Welt :)

Als innerster Kreis kommt bei mir mein Mann. Auch mit ihm habe ich deshalb in den letzten Wochen die Beziehung vertieft – unsere regelmäßigen Paargespräche, die wir seit über einem Jahr machen, sind nochmal tiefer und ehrlicher geworden.
Der weitere konzentrische Kreis in meinem Leben sind meine nächsten Freundinnen. Mit zwei von ihnen habe ich kürzlich meinen Wunsch angesprochen, unsere Beziehungen auf eine neue Stufe zu führen. Ich bin positiv überrascht wie heilsam und fördernd das ist.
Danach kommt ein Kreis mit Seelen-GefährtInnen, die auch auf ihrem Weg sind. Auch hier habe ich regelmäßige unterstützende, tiefe Begegnungen, die sich zusammengefunden haben.
Und dann sind da die Gruppen, die ich leite und mit denen ich gemeinsam das Neuland erforsche – mit so wunderbaren Menschen zusammen, das ist ein Geschenk für mich!

So geschieht Wandel in der Welt: von der Trennung in die Verbindung.
Und Du und ich, wir dürfen zu Engeln werden, die ihre Essenz in die Welt verströmen.

Was hast Du für Dich erkannt oder was findest Du besonders herausfordernd?
Schreib gern etwas dazu!

Wenn Du magst, sei gern bei einer meiner Gruppen dabei – mehr dazu unter Weggefährten.
Ich beginne am Mi, 4.12. eine kleine, feinen „Gemeinsam-Gruppe“ – vielleicht ist das etwas für Dich? Du bist herzlich eingeladen! Infos hier.

Herzlichst, Frederike

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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    Liebe Frau ,

    haben Sie allerherzlichsten Dank für Ihren obigen Blog, in dem Sie Ihre Leser*innen teilnehmen lassen an Ihrem inneren Erleben. Mir haben Sie damit die Möglichkeit geschenkt, mich nicht mehr alleine mit diesem, auch meinem, Erleben zu sein, weil mich derselbe Kernsatz prägte (Ich gehöre nicht dazu), ich oft an meiner Meditationspraxis zweifle, da ich auch diese Leere kenne und das als „Wegbeamen“ erlebe bzw. es so deute, der Weg von dem Rückzug (ich schaff alles alleine) hin zur Gemeinschaft – noch – Mut braucht. Danke auch für Ihre Beschreibung, wie Sie mit sich wieder in Kontakt kommen. Das schafft in mir eine Öffnung hin zum Ausprobiere meiner eigenen Ver-bindung- smöglichkeiten.
    Herzliche Grüße von einer Weg-Sucherin
    Waltraud ML Wien

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    Liebe Frederike,

    Vielen lieben Dank fürs Teilen! Ich spüre zu dem Thema hier gerade eine besondere Resonanz und möchte auch noch ein wenig schreiben…

    Danke für das Teilen deines Morgenrituals. – Für mich ist es auch sehr wichtig mich morgens zu verbinden, wobei sich die Schwerpunkte je nach Phase immer ein wenig abwechseln.
    Das „innere Kind“ ist auch ein großes Thema für mich, manchmal bin ich aber zu sehr im Kopf, was den Zugang erschwert. Was ich in so einem Fall und überhaupt unterstützend finde ist, u.a. Musik.Ich habe z. B. ziemlich viele unterschiedliche Musikstücke aus der Musikapotheke (von J. Clearwater), die ich öfters noch liegend im Bett anhöre, manchmal auch sitzend (z. B. bei einer Tasse Tee) oder auch tagsüber. Viele dieser Musikstücke haben etwas „meditatives“, erleichtern aber (je nach Musikstück) gleichzeitig auch das Fühlen oder auch das Ankommen im Körper. Eine andere Lieblingsmusik (wo ich oft auch mitsinge, mich manchmal auch dazu bewege) sind 3 verschiedene CDs von Amei Helm aus dem Labyrinthverlag (wo sie teilweise auch mit Gila Antara gemeinsam singt).

    Nun noch etwas zum Thema Herausforderung:
    Im vergangenen Jahr war ich ganz viel zu Hause und habe mich um mich selbst „gekümmert“ und hatte mit Gleichgesinnten fast nur online Kontakte… Jetzt bin ich wieder ein wenig mehr unterwegs…Was ich derzeit herausfordernd finde, ist in Verbindung zu bleiben, wenn ich in „öffentlichen Räumen“ bin (z. B. U-Bahn, Supermarkt…), wo ich auf viele Menschen stoße, die gestresst und nicht verbunden sind. Da kippe ich noch leicht in alte Muster und darf da noch weiter „üben“ bzw. alte Themen transformieren… Für mich sind sowohl Grenzen als auch Verbundenheit momentan wichtige Themen.

    Alles Gute für deine/ eure neue Online-Gruppe und herzliche Grüße,
    von Claudia aus Wien

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