Von der Überforderung in die Krise, und zur Ernte?

Ich habe schön länger nichts geschrieben. Es kommt mir vor wie ein „Kreativitäts-Stau“: So vieles passiert auf verschiedenen Ebenen und über so vieles könnte ich schreiben….aber alles auf einmal geht ohnehin nicht.
Das kennst Du vielleicht auch?
Irgendwie wird das Erleben in der heutigen Zeit immer dichter, intensiver – von außen gesehen schneller. Und wir kommen kaum hinterher., das zu sortieren. – Wenn dann noch eine zwischenmenschliche Eskalation – ein Fehler – eine Sache, die nicht gut läuft – eine Situation, die uns entgleitet – dazukommt, dann herzlichen Glückwunsch….Dann ist die Überforderung oder die Krise da.
Naja, und das „herzlichen Glückwunsch“, das meinen wir eigentlich in diesem Kontext ironisch. Aber: ich meine es jetzt auch ernst….!
Denn es ist zugleich eine besondere Chance.

Überforderung + meine WegbegleiterInnen-Gruppe
Kürzlich ist meine Online-Gruppe nach 4 Monaten gemeinsamer Reise ins Neuland geendet. Wir waren eine Gruppe von dreizehn Frauen (+ ich) und einem Mann und sind auch in Phasen gewesen, in denen wir in diese Bereiche der Überforderung hereingekommen sind.
Auch ich als Gruppenleiterin. Ich wollte natürlich alles gut im Griff haben; ich wollte allen eine so angenehme Reise wie möglich bieten – und eine bestmögliche Erfahrung im Neuland.

Und was ich feststellte: Das geht gar nicht:
Denn das Neuland und die Überforderung gehören zusammen – genau dadurch wachsen wir.
Genau dadurch öffnen sich Türen. Genau dadurch kommen wir uns und einander näher. Genau dadurch können wir Zugang zu einer neuen Ebene bekommen.
Das ist in der WegbegleiterInnen-Gruppe geschehen.
Und ich bin immer noch erstaunt, berührt und demütig zugleich, auf welche tiefen Prozesse sich die WegbegleiterInnen in der Gruppe eingelassen haben, welche gegenseitige Unterstützung da war und welcher Wandel, welche Veränderungen, welches Wachstum stattfinden konnte!
Das waren aus meiner Sicht wahrliche Neuland-Erfahrungen, die dort stattgefunden haben! Und das hat mein Herz sehr erfreut.
Es spricht auch sehr für die Teilnehmenden, für den Mut, das Einlassen und gegenseitige Respektieren aller Beteiligten! Dank Euch nochmal!

Ja, ich habe wieder gemerkt: in einer solchen Welt möchte ich leben – in der wir so unterwegs sind! In der wir so in Schulen, Familien, Firmen, Behörden…miteinander umgehen. – Ist das möglich? Können wir sogar so arbeiten?

Ein Video: Überforderung – Krise – Chance
Ich teile mal hier ein 7-min Video mit Dir, das ich zu der Zeit aufgenommen habe, als es gerade um das Thema „Krise, Überforderung, meine Rolle“ ging. In der Zeit war ich gerade auf einem Treffen von Wirtschaft + Spiritualität (spirit plus e.V.) gewesen. In dem Video merkst Du wie eine Krise und eine Überforderung zu einer Chance werden können und uns zu einer Ernte führen können


Apropos Ernte: hier kannst Du das Feedback lesen, das ich aus der WegbegleiterInnen-Runde bekam. Und ich finde, würdigen gehört dazu. Feiern ist würdigen, ernten. Also hab gern Anteil, wenn Du magst:

“Ich wusste vor 6 Monaten nicht wirklich, worauf ich mich da eingelassen habe. Heute bin ich sehr dankbar dafür!
Ich bin immer noch total geflasht von unserem Abend gestern!
So einen schönen Abschied in einem Raum voller gegenseitiger Wertschätzung habe ich noch nie erlebt. Ich bin ganz erfüllt von diesem freudigen, fröhlichen und glücklichen Gefühl!!!”
S.

”Für mich war es ja ein erstes Experiment mit Online-‚Coaching‘-Gruppe … und meine Vorstellungen davon sind weit übertroffen worden!
Diese Intensität und Qualität ist wirklich erstaunlich.
Ich bin überzeugt davon, dass ein großer Teil meiner Schritte deshalb möglich war, weil diese Wegbegleitung hier mit Birte Frederikes verdichtenden Impulsen und den darin stattfindenden persönlichen Prozessen eine Art (Er)Lebensverdichtung ermöglicht hat.”
V.

“Es heilt gerade viel, als ob ich JETZT erst richtig lerne […] in Verbindung zu treten… da bewegt sich was auf unterschiedlichen Ebenen in einigen Beziehungen. Etwas „Neues“ kommt zum Vorschein. Was für ein Geschenk! Ich bin sehr beeindruckt was hier im Forum so möglich wird…das hätte ich nicht gedacht.”
A.

“So habe ich mir die letzten Tage Gedanken gemacht (was ich normalerweise versuche zu vermeiden), was sich so getan hat die letzten Wochen und Monate. Und ich muss rückblickend feststellen: es war eine tiefe Transformation. Eine grundlegende Veränderung.
Und das ist von unschätzbarem Wert, denn es ist ein ganz neues Lebensgefühl. Das bedarf der Würdigung, explizit!”
S.

Meine nächste Überforderung
Ja, aber kaum ist das eine vorbei, kommt das nächste…Ich stehe gerade vor der nächsten Überforderung – dabei ist das eine ganz schöne. Tja, bei mir reicht da schon eine größere Gartenfeier, die ich veranstalte, um diese Grenzerfahrung auszulösen… ;)

Ich frage mich gerade: wie kann ich da mit der Überforderung genauso umgehen: mitten hinein statt außen rum oder gut verpackt und versteckt…?
Denn genau dann, wenn ich mich mit-teile, wenn ich in Kontakt und in meiner Offenheit, Lebendigkeit, Berührbarkeit bleibe, genau dann kann Wandel geschehen. Und wahre Begegnung, wahres Miteinander-Sein, wahre Freude. Und irgendetwas in mir ahnt das schon. Der Weg geht trotzdem mitten durch durch das, was ich lieber aussparen würde

Wie geht es Dir?
All das will ich gern mit Dir teilen. Denn auf unserem Weg im Neuland ist es nicht immer gemütlich.
Und wir wollen ja ernten in unserem Leben, in unserer Arbeit. Wir wollen gute Ergebnisse, ein gutes Leben. Und Feiern ist genau das: ernten, würdigen.
Also: auf in die nächste Überforderung. Denn sie führt uns durch alle Ungemütlichkeit zur nächsten Ernte.

Wie geht es Dir? Wo sind Deine Überforderungen? Kennst Du diese Erfahrung, dass darin auch eine Chance liegt

Schreib gern etwas dazu. Und verzeih, wenn ich nicht gleich antworte, weil ich gerade selbst sehr gefordert und am schwimmen oder feiern bin ;)

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Avatar

    Hallo Birte frederike,

    Schön vom Dir zu hören. Ich werde im Juli dojo Vertreter in Nürnberg sein und dort 1 Monat Training halten. Für mich neuland. Daheim Dorf bringe ich das Unkraut essen unter die Leute. Gerade habe ich unser neues Schlauchboot aufgepumpt. Werde über die Aisch fahren und mich dann Wildwasser der fischtreppe mit meinem Körper verkeilen und das tosende Wasser spüren.
    Beim Aikido wenn’s eng und viel wird, werden meine Bewegungen mit Partner kürzer und präziser, solo Bewegungen evtl größer. Deutlichere Kommunikation!! Kein verhaften an der vorletzten Sekunde. Aktion geht nur jetzt.

    Liebe Grüße
    Burkard

  2. Avatar

    Liebe Birte Frederike,
    tausend Dänker für dieses wunderbare Video! Das ist ein echter Perspektivwechsel-Animierer.
    Die Erinnerung an den Wert des Prozesses und wie wichtig es ist, erstmal ins „Ja“ zur Überforderung zu kommen ist Gold wert für jeden, der gerade am rotieren ist. Ein tolles Geschenk, das ich gerne mehr als einmal auspacken werde. :heart:
    Alles Liebe
    Sabine

  3. Valentina Merkù

    Liebe Frederike,

    nicht jede*r kann die selben Dinge gleich gut … du traust dich einen Blog zu schreiben, ich würde dir sofort deine Gartenparty organisieren … sollen wir tauschen? ;-)
    Mit Überforderung (Stress/Trigger) klarkommen beginnt aus meiner Perspektive da, wo ich sie erkenne. Wenn ich sie dann anerkennend mitteile, dann entsteht die Chance zur Bewegung in Richtung Konstruktives/Fruchtbares. Und wenn ich dann noch draufsetze, dass ich die Verantwortung zu mir selbst nehme (statt jemanden oder etwas zu beschuldigen), dann geschehen Wunder. – Das hab‘ ich in deiner Wegbegleiter*innen-Runde gelernt, und ich merke deutlich, dass es etwas in meinem Leben relevant verändert: Ich bin definitiv schneller handlungsfähig! Ich trage irgendwelche verknoteten Situationsemotionen nicht mehr Tage-Wochen-Monatelang mit mir herum … ich ändere jeweils sobald es geht die Wahrnehmungsrichtung und es wird leichter.
    Also lautet meine Antwort zur Titelfrage: (eindeutig) JA! Und ich freue mich sehr,dass ich so antworten kann … vor ein paar Monatensah das noch anders aus.

    Alles Liebe dir und eine wunderbare, lebendige Feier!!
    Valentina

  4. Avatar

    Danke Birte Frederike! Innere Tür öffnen und im Raum bleiben, ihn halten räsoniert… den Prozess würdigen, innehalten. Auch Zeit nehmen und bleiben, in der krise und Überforderung , verweilen, statt wegzurennen, sich abzulenken, zu umgehen. Dieses Thema begleitet mich. Prozess würdigen statt Ergebnis beklatschen und auf zum Nächsten Projekt, Aufgabe, Ergebnis. Ich spüre, wie ich weicher werde und wieder atmen kann und ruhen darf im Augenblick. DANKE! Eva

  5. Avatar

    Liebe Birte Frederike, ich kann aus meiner Erfahrung vieles von dem, was Du gesagt hast, bestätigen. Ich praktiziere den Umgang mit Überforderung und Krisen, so gut ich kann und nur soviel, schon seit langem mit Hilfe des spirituellen 12 Schritte (Stufen) Programms der anonymen Gruppen. Ein ganz wichtiger Aspekt ist das wertschätzende Teilen mit anderen und die Verbindung zu etwas, was größer ist als ich und was ich in meinem Inneren spüre. Und bei mir geht es auch nicht darum sofort wieder ein Ergebnis zu haben. Wichtig ist das ehrliche Zugeben, dann das tiefe Annehmen der Situation ohne mich oder andere zu kritisieren oder zu beschuldigen. Auch durfte ich schon oft erfahren, wenn ich nicht mehr weiter wusste und konnte, dass sich mit dem einfachen Gebet „Hilf mir“ ein Raum öffnete, in dem das neue Handeln geschehen konnte. Danke für Dein Vieo, dass mir den Anstoss gab, jetzt darüber nachzusinnen und nachzuspüren. Mirijam

  6. Avatar

    Danke Birte, für deine so wahren Worte und noch mal daran erinnern, dass es so ist*

    FÜHLEN – Wahrnehmen
    Gefühle fühlen
    Gefühle erkennen, akzeptieren, liebevoll annehmen, sie in Dankbarkeit begrüßen und lauschen und FÜHLEN*
    darauf vertrauen, dass der Schmerz uns nicht in die tiefsten Abgründe stürzt, wenn wir FÜHLEN – dann werden wir gehalten
    können erkennen
    bewusst werden
    und heilen
    Schritt für Schritt
    In Liebe Su*

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