Von welchem Gott sprechen wir?

Ich habe vor einer Weile eine wunderbare Frau begleitet, die einen sehr guten Draht „nach oben“ hat. Sie lebt Wandel in ihrem Umfeld, ist naturnah und spürt sehr fein. Die Beziehung zu ihren Kindern und Mann ist von Dankbarkeit und Offenheit geprägt.

Als wir wegen eine Frage wie sie sich weiter orientieren könnte, gemeinsam schauten, bat ich sie, sich mit dieser Frage an Gott, Jesus oder ihre spirituelle Führung zu wenden.
Sie sah ein helles Licht, eine helle Lichtquelle, konnte ihre Frage stellen und bekam positive, bestärkende Antworten.
Soweit, so gut.
Aber es geht weiter: Die Atmosphäre, die sie schilderte, hatte für mich nichts von einer Begegnung mit Gott wie ich sie kenne. Etwas fehlte, die Atmosphäre war merkwürdig…. Die Antworten kamen mir wie ein Einlullen vor.

Da war ich an einem Punkt, an dem es Durchatmen brauchte. Innehalten.
Mir kam dann: „Mit welchem Gott“ sprechen wir da gerade?
Ich habe mich innerlich an den drei-einigen Gott und Jesus gewendet und um IHRE Führung gebeten. Nicht ICH kann etwas tun. Ich kann nur das Werkzeug sein, in ihrem bzw. seinem Sinne, unter seiner Autorität, wenn es sein Wille ist. Dabei kam eine Klarheit in mir auf – und eine Frage. Ich schlug vor, dass die Frau, die ich begleitete, diese Frage innerlich an die Lichtquelle stellte, die sie wahrnahm: „Bist Du Gott?“

Als Antwort hörte sie: „Wie kommst Du darauf, das in Frage zu stellen?“  Die Frage hatte etwas, das verunsicherte, einschüchterte, fast drohte. – Diese Lichtquelle war eine Täuschung, die Wirkung zeigte es.
Damit will ich jetzt übrigens keine generelle Anleitung geben. In jeder Situation kann etwas anderes gefragt und angebracht sein. Auch das ist etwas, das wir durch und im Kontakt mit dem lebendigen Gott lernen: er ist eben lebendig und man kann ihn nicht mit Konzepten und Methoden erfassen, er entspricht eben keinem.

Was war passiert?

Nicht alles ist Gott.

Oft ist alles, was uns dazu dient, dass wir uns gut fühlen, für uns göttlich. Das schreiben wir dem „Licht“ zu, ordnen es Gott zu. Wie zum Beispiel die Lichtquelle und deren Antworten, die die von mir genannte Frau wahrnahm. Aber so einfach ist das nicht. Denn dann wäre ja Gott nur das, was WIR wollen – also eine nach außen projizierte Gut-Fühl-Stimme.
Oder Gott wäre jede Methode, die mir Hoffnung gibt und mir dazu dient, dass ich mich besser fühle, gut fühle… Und genau das ist Gott nicht.

Gott ist kein Gut-Fühl-Methode.

Denn eigentlich bin ich dann ja Gott – ich will mich gut fühlen. Und das wäre anmaßend, und letztlich auch anstrengend, denn ich kann mich gar nicht wirklich anlehnen.
Die Zügel meines Lebens bleiben stets in meiner Hand.

„Alles ist eins“?

Eine Variante davon ist „alles ist eins“. Das passt sehr gut in unseren Zeitgeist von „think positive“ oder „alles hat einen Sinn“ oder „Gott ist alles – auch das Dunkle hat Gott im Blick, denn alles ist eins“.
Da verbuche ich auch die traurigen, enttäuschenden, schwierigen Erfahrungen dann unter: „alles ist in Gottes Hand“. Damit lande ich schnell wahlweise bei einem Relativismus, bei einer Schicksalsgläubigkeit, bei einem Fatalismus. Oder bei einer Allmacht, einer Anmaßung, einem Teilhaben-Wollen am Schöpferdasein.
Ich habe dann die Definitionsmacht und lege fest wie Gott ist, und was. Und was dazugehört, und was nicht.

Ich bin „Schöpfer*in meines Lebens“?

Das mit dem Schöpfer-Dasein ist im Prinzip die Variante „ich will mich gut fühlen“ oder von „die Wirkung zählt“.
Ich habe die Definitionsmacht, ich lege die Ziele fest, ich gestalte mein Leben, ich sehe es als meine Aufgabe, mein Leben, unsere Welt zu gestalten oder zu retten, positiv zu beeinflussen… und viele haben da auch glitzernde, engagierte, erfolgreiche Ansätze und Projekte, mit denen sie die Welt, Menschen, Natur, Heilung…positiv beeinflussen wollen. Altruistisch und scheinbar gut gedacht, Mainstream und Zeitgeist: „Komm in deine Schöpferkraft: Wann – wenn nicht jetzt? Und wer – wenn nicht Ich?“

Ich war noch gut einem Jahr genauso orientiert. So fragte ich mich, wie ich mit einer guten Balance und Würdigung für die männliche und die weiblichen Qualitäten an meinen Platz als Schöpferin gehen kann, in Verbindung mit anderen.

Das war ein ziemlicher Irrweg

…sehe ich heute. Auch anmaßend, überhebend, anstrengend.
Zum Glück hat es nicht funktioniert, und ich hatte immer mehr Erfahrungen, die mir näher gebracht haben, um das es wirklich geht:
Gott begegnen,
im Herzen weich werden,
erkennen wie weit weg ich von dem dreieinigen Gott war,
die Rolle von Jesus und sein Geschenk im Herzen erfahren,
merken, dass es mir leid tut,
die Richtung wechseln: nicht mehr raus in die Welt, alles selber machen,
sondern immer wieder hin zu Gott.
Die Führung ihm überlassen.
Im Herzen immer weicher werden.
Immer mehr Bereiche auftun, die noch nicht in Gott sind.
Die göttliche Ordnung wieder leben.
So dass alles in Ordnung kommt.

Wer ist Gott?

Ja, wenn Gott keine Wohl-Fühl-Methode ist, was ist er dann?

Wenn Gott nicht allein
über das Gefühl von Frieden, Liebe und Verbindung
zu finden ist – was ist er dann?

Dazu lasse ich ihn hier selber sprechen:

„Ich bin der Erste und der Letzte, außer mir gibt es keinen Gott.
Oder gibt es einen Gott, der so ist wie ich?

Er soll sich melden und mir seine Beweise vorlegen!
Wer hat die Zukunft von Anfang an vorhergesagt?
Er soll uns doch mitteilen, was noch kommen wird!

Jesaja 44, 6-7

Beweise – von Gott selbst

Was Gott da in der Bibel, die wir – und auch er – als „sein Wort“ bezeichnen, ist: die Unterscheidung von Gott zu anderen unechten Göttern liegt nach seiner eigenen Aussage darin, dass er überprüfbar ist. Dass es Beweise gibt. Dass er Prognosen macht, die er auch einhält.
Er hat in der Bibel, deren erste Schriften vor ca. 3.500 Jahren geschrieben wurden, unzählige Prophezeihungen über die Zukunft gemacht. Gott ist unabhängig von Zeit und Raum – er ist überall präsent, kann quasi durch die Zeit reisen und sieht daher, was aus unserer Perspektive sein wird. Roger Liebi, ein schweizer Bibelforscher, hat herausgearbeitet, dass sich in Jesus von Nazareth über 300 Prophezeihungen aus dem Alten Testament bewahrheitet waren, die mindestens 400 Jahre zuvor gemacht worden waren. Zudem gibt es zahlreiche historisch eingetretene Prophezeihungen über das Weltgeschehen, allein im Buch Daniel, das 600 v.Chr. verfasst wurde, und 24 Seiten umfasst, 200 Prophezeihungen ausgemacht, so Liebi, die so eingetreten sind. Wer mehr erfahren mag: von Roger Liebi gibt es viele Video-Vorträge auf Youtube, und 2020 kam sein Buch heraus „Leben wir wirklich in der Endzeit – 180 erfüllte Prophezeihungen.“ Die Endzeit, also die Zeit, in der der Messias wiederkommt, beginnt gemäß Bibel mit der Rückkehr der Juden in ihr Land Israel.
Man stelle sich das heute vor, wir wollten etwas über Ereignisse in 400 Jahren oder mehr von heute aus voraussagen, die in der Präzision eintreten sollten…

Gott weist sich also dadurch aus, dass er überprüfbar sein Wort hält.
Seine Liebe und Wunder führt er selbst nicht als Kriterium an.
Sie sind seine Natur.
Aber sie können auch kopiert werden.

Das Wort Gottes – was ist mit Verfälschungen?

Glaubst Du, dass Gott allmächtig ist?

Wenn ja – wäre es dann nicht folgerichtig, dass er dafür gesorgt hätte und dafür sorgen würde, dass genau das in der Bibel, in seinem Wort, steht, was das Entscheidende für die von ihm geliebten Menschen ist?

Und wie kommt es, dass so viele nachweisbare, eingetretene Prophezeihungen darin enthalten sind, in der Version, die wir heute haben?

Worin möchtest Du Dich wohlfühlen – in dem, was Du bisher dachtest, oder in dem, was größer als das sein könnte?
Da könntest Du jetzt nochmal im Text nach vorne springen….

Was bleibt…

…ist, dass ich nach Jahrzehnten festgestellt habe, was für ein wertvolles Buch die Bibel ist. Weil Gott durch sie zu mir spricht und sie uns mitgab, weil sie alles enthält, was wir brauchen.
Und dass es mir leidtut, dass ich dazu Jahrzehnte brauchte, das zu erleben.

P.S. Wenn Du etwas kommentieren magst, auf welchem Weg Du bist, gern.
Nur vorab von mir vielleicht, dass es mir nicht um die Kategorien von „richtig oder falsch“ geht.
Und dass es eben um eine lebendige Beziehung geht.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Birte

    wie schön , wieder etwas von dir zu lesen…..hatte schon ein wenig „Beklemmungen“ ;-) ,daß hier plötzlich soviel Stille war…. :scratch:

    hab immer mal reingeklickt….. und freu mich nun ,daß es weitergeht….. :yahoo:

    Herzensgruß…. jenseits von richtig und falsch ;-) :D <3

    Dakma

  2. Liebe Birte,
    Ich habe vor einigen Tagen deinen Blog Beitrag hier „entdeckt“ und inzwischen mehrmals gelesen und ich möchte gerade einfach nur DANKE sagen!
    Und ich habe (auch wenn es jetzt schon eine Weile her ist) auch das Bedürfnis mich für deinen Workshop im Rahmen des Community Programms beim Pioneers of Change Summit zu bedanken! – Das war für mich sehr wertvoll!!

Schreibe einen Kommentar zu Claudia Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

:bye: 
:good: 
:negative: 
:scratch: 
:wacko: 
:yahoo: 
B-) 
:heart: 
:rose: 
:-) 
:whistle: 
:yes: 
:cry: 
:mail: 
:-( 
:unsure: 
;-)