Wenn Neues aus dem (gefühlten) Nichts entsteht

Ich will etwas mit Dir teilen. Etwas sehr Schönes.

Es beginnt damit, dass ich dachte, alles sei zu Ende.
Dass es nicht weitergeht. – Schweren Herzens gab ich mein inneres Einverständnis dazu. „Es darf zu Ende gehen, wenn es dran ist“, sagte ich. Denn mir wurde bewusst, dass ich bereits alles gegeben hatte. Und dass ich es jetzt nur noch abgeben konnte – das Weitere lag nicht in meiner Hand. Kein einfacher Schritt.
Damit Du es besser nachvollziehen kannst, schreibe ich Dir, worum es geht. Du kannst das übertragen, auf das, was Dir am Herzen liegt und wo Du Deine Energie reingibst.

Mein Herzensprojekt

Bei mir geht es um eine Gruppe, die ich gegründet habe – die Tauberpioniere.
Wir üben wie wir im sozialen Raum eine neue Art von Miteinander in Präsenz leben können, und wie wir Wandel von innen nach außen tragen. Meine Vision ist, dass einige Leuchttürme für das Neue stehen, voneinander wissen und von innen in die Umgebung strahlen.

In der Corona-Zeit habe ich zwei Monate lang wöchentliche Treffen angeboten – online. Es kamen drei, vier, ein kleiner Kern, der sich traf, meist dieselben Gesichter. Die kleinen Treffen taten uns gut. Und doch war da die Frage: „Wo sind die anderen?“ Insgesamt sind wir um die 20.

„Was ist das Schlimmste, das passieren könnte?“

Das wurde ich einmal im Bezug auf diese Gruppe gefragt.
Und ich antwortete damals: „Wenn die Gruppe stirbt.“
Genau damit, mit dieser Befürchtung, wurde ich jetzt konfrontiert.

Einverstanden-Sein mit dem Schlimmsten

Ich habe Energie hereingegeben und wöchentlich die Tür zum Treffen geöffnet, aber anscheinend waren viele in der Corona-Zeit eher mit sich und Ihrem beschäftigt. Teilweise kam es mir so vor, dass gerade in der Krise und in der Gruppe, die mich am längsten kennt, haben wenige auf das Miteinander zurückgeriffen haben. Das hat mich gewundert, ist es doch das, was uns in der Krise eigentlich hilft: dass wir uns zusammenfinden.
Ein Teil von mir hat schließlich schweren Herzens zugestimmt, dass – wenn es dran wäre, dass die Gruppe eingeht, weil ihr Zenit überschritten ist – dass das in Ordnung wäre.

Wie in der Natur: alles hat seine Zeit.
Ich kann die Blüten nicht vom Verblühen abhalten.

Mitten im Nichtwissen

In einer kleinen Gruppe haben wir uns wöchentlich zusammen gefunden. Was wir mitbrachten und erlebten kam uns vor wie ein tiefer Wandlungsprozess. Und ich bin sehr dankbar, dass das in der kleinen Runde in der Corona-Zeit Platz hatte.
Etwas geschah wohl durch das Akzeptieren, dass es so ist wie es ist, und in dem Nichtwissen…. Es kam eine Inspiration in unsere Runde herein!
Die Idee kam auf, dass wir wenn wir uns wieder treffen dürfen, in die Natur, in Bewegung gehen wollen, im Taubertal wandern und z.B. einen von uns besuchen, der lange nicht mehr dabei war.
So waren wir kreativ, Ideen kamen, es machte Freude und der Ideen-Geber übernahm auch den Projekt-Hut und wurde der Ansprechpartner für das Projekt.
Wir ersannen drei Wanderprojekte, zusätzlich zu unseren monatlich geplanten Treffen.
Und wir luden zum ersten im Juni ein – ohne zu wissen, ob wir in kleinem Kreis bleiben würden.

Wandel in Bewegung

„Wandel in Bewegung“ haben wir dieses Wander-Projekt genannt.
Wie gesagt, ich will gern ein Lichtnetz hier im Tal erschaffen, bei dem wir als Gruppe einige Leuchttürme und Lichtpunkte verbinden, indem wir sie besuchen oder voneinander wissen. Und bei dem wir Wandel von A nach B tragen.
Und: so war es: es kamen 15 Menschen und zwei Hunde, und sogar welche, mit denen wir gar nicht gerechnet hatten! Und das Wunderbarste:

Ein co-kreativer Wandeltag

Es wurde ein Mit-Gestalten vieler, vieles spontan und aus dem Moment heraus. Alles erwuchs ganz von selbst. Eine wirklich co-creative Wanderung.

So gab es zum Beispiel spontan eine ¾ h Naturcoaching beim Wandern von einer von uns, die das auch professionell anbietet. Der Weg und die Stimmung inspirierte sie dazu.

Beim Gehen zu Schweigen war so angenehm.
Beim Gehen einfach zu schauen, zu hören, zu lauschen, was ist, tat gut.
Anzuhalten und zu schmecken, zu riechen war besonders.
Immer wieder zu teilen, was wir jeweils wahrnahmen, brachte Verbindung.
Und all das brachte Langsamkeit, Stille, Liebe für die Natur in uns.

Nach der Mittags-Vesper gab es ein spontanes Lach-Yoga von einem aus der Runde. Lachen ist immer wunderbar! Wir standen eh schon im Kreis, und erhielten jeweils mit unserem Nachbarn einen Zettel mit einer inneren Forschungs-Frage, die wir zu zweit auf der nächsten Wegstrecke erkunden durften. Das ergab ganz persönliche Gespräche und Begegnungen.
Und in dem wunderschönen Naturgarten an unserem Ziel schließlich konnten wir uns niederlassen, von der Tochter selbstgebackenen Kuchen essen, im Fluss baden wer mochte oder eine Permakultur-Garten-Führung genießen. Und im Kreis das teilen, was wir alle aus dem Tag mitnahmen bevor einige gingen und andere noch später mit einem Sonnenwend-Ritual, einem vorgelesenen Text und einem Gebet am Feuer abschlossen.
Was für ein reicher Tag!

Das höchste Potential im Sozialen

Ich frage ich mich oft:
Wie kann sich das höchste Potential der Einzelnen UND der Gruppe entfalten?
Wie kann sich das höchste Potential der Einzelnen IN der Gruppe entfalten?

Als Initiatorin, Moderatorin und Einladende kommt es mir häufig so vor, dass es am besten wäre, wenn nicht ich im Zentrum bin und sich alles um mich und das, was ich hereingebe, dreht, sondern wenn wir alle in unserer Selbstermächtigung sind, in einer „group of all leaders“ wie Scott Peck es nett. Denn dann erblühen wir alle.

Das klingt einfacher als es ist.
Es ist ein Stück Weg dahin, dass wir alle an unseren Platz kommen. „An unseren Platz kommen“ heißt für mich, dahin, wo wir am liebsten und besten dienen können.
Und „dienen“ heißt für mich „uns in Liebe entfalten können“.

Denn das ist, wozu wir hier sind: um zu lieben.

Es braucht, dass wir uns in Kreisen und Räumen treffen, in denen unsere Muster, Ängste, Gedanken nicht den Zugang zu unserem Inneren verstellen.

Wenn wir in unserer Mitte sind und aus unserer Präsenz heraus sprechen und handeln, kann sich etwas ordnen und heilen, und es wird auf eine Art einfach.
Diese Räume und Rahmenbedingungen versuche ich zu schaffen.
Ich, wir, üben uns darin, von Treffen zu Treffen.
Der Wandel in Bewegungs-Tag war für mich wie eine Ernte, dass es funktioniert und dass tatsächlich etwas erwächst, das vorher noch gar nicht sichtbar war. Ganz wunder-bar!

Bist Du auch dabei, eine neue Art von Miteinander zu ermöglichen, mit welchen Menschen und in welcher Form auch immer?- Dann sage ich: Respekt!
Denn ich weiß, welcher Weg das ist, und was es bedeutet diesen Raum und das Feld dafür zu halten. Das wurde mir auch bewusst. Zugleich wie schön es ist, wenn die Liebe sich entfalten kann und all das in unser Bewusstsein kommt und gesehen wird.
Schreib gern, wenn Du magst.

Herzliche Grüße an Dich von Frederike

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