Jesus Christus als Tabu in der Spiritualität?

Vielleicht geht es Dir wir mir: Du kommst aus einem christlichen Elternhaus und hast Dich dann irgendwann der Spiritualität zugewandt als Du in der Kirche nicht gefunden hast, was Du gesucht hast: eine lebendige, liebende Beziehung zum Göttlichen, zu Gott.
Auch ich bin auf eine jahrzehntelange spirituelle Suche gegangen. Ich entdeckte Achtsamkeit, Meditation, den Buddhismus, Jahreszeitenfeste, Schamanisches, die Natur als göttlich und vieles andere. In dieser Zeit war es mir schon fast unangenehm, wenn über Jesus gesprochen wurde. Obwohl ich von ihm als Gottes Sohn wusste, war er für mich der Sterbende, mit dem ich Schuld und eine Schwere verband. Das war für mich wenig attraktiv.

Im Laufe des letzten Jahres 2020 veränderte sich bei mir grundlegend etwas. Es war das Corona-Jahr und ein Jahr, bei dem sich durch Erlebnisse, Gotteserfahrungen und Offenbarungen mein Puzzle neu zusammenfügte. Ich bin dabei wieder bei Jesus Christus und dem christlichen Glauben angelangt – dieses Mal ist er für mich wirklich lebendig geworden!
Siehe meine vorigen Posts.

Deshalb frage ich jetzt:
Kann es sein, dass wir das Kind mit dem Bade ausgeschüttet haben?
Und dass Jesus und die Suche nach ihm fast schon ein Tabu in unserer Kultur ist?

Das Wort „Tabu“*

Das Wort ‚Tabu‘ – ursprünglich ‚tapu‘ – stammt aus dem Tonga Polynesiens und gehört zu den seltenen Wörtern, die aus Sprachen der ‚Naturvölker‘ in Sprachen westlicher Zivilisationen Eingang gefunden haben. Man sieht als die wahrscheinlichste Deutung, daß ‚ta‘ als kennzeichnen oder markieren und ‚pu‘ als kräftig oder intensiv zu verstehen sei: „Das Tabu also ist das kräftig Markierte“*. James Cook brachte dieses Wort im Jahre 1777 von seiner Südseereise nach England mit. Tabu war ein zentraler Ausdruck der reisenden Aufklärer, um zu erklären, was nicht innerhalb ihres Konzeptes der Vernunft zu erklären war*.
Sigmund Freud versteht die Bedeutung des Wortes als heilig und unrein zugleich*. Er hat damit das Heilige bereits mit Negativem belegt.

Jesus Christus und unsere spirituelle Suche

Warum suchen wir zwar Gott, aber nicht Jesus?
Warum haben wir eher einen Bezug zum Buddhismus als zur Bibel?
Obwohl wir fast alle hier christlich sozialisiert sind und unser ganzer Kulturraum davon durchdrungen ist?

Natürlich gibt es da Erklärungen wie die, dass
– die Landes-Kirchen einen unlebendigen Glauben leben und die jungen Menschen nicht innerlich erreichen
– die Kirche eine Historie von Gewalt, Machtausübung und Ungleichheit hat: Kreuzzüge, Mittelalter, Hexenverfolgung, Ablasshandel  – bis hin zur kath. Kirche heute, die Widerstand erregt (Rolle der Frau, Verhütung, Missbrauch…)

Die Erklärungen greifen mir aber noch nicht tief genug, denn das Ganze scheint mir in der Kultur fundamental verankert.
Und übrigens: wenn wir christlich schauen, geht es noch um eine andere – die geistliche Ebene – die den Verlauf beeinflusst! Dazu in weiteren Artikeln einmal mehr….

Einzug des Humanismus

Was wir ersteinmal sehen dürfen ist, dass der Humanismus uns durch die Aufklärung Einzug erhalten hat – mit Werten wie Toleranz, Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit…
Das sind ähnliche Werte wie die Menschen sie bis dahin im Christentum lebten.

Der Humanismus bot Ähnliches an wie der christlicher Glaube
– aber als Werte.

Der Humanismus zog ein und gleichzeitig kam es dazu, dass 1807 in GB und 1865 in den USA die Sklaverei abgeschafft wurde. Und diese Werte führten auch zu den freiheitlich-liberalen Verfassungen (z.B. Frankreich 1791, USA 1787). Humanistische Werte wie die Menschenrechtserklärung, die Verfassungen der Länder enthielten Werte wie Ächtung und Verbot von Gewalt, Folter, Todesstrafe, Diskriminierung aufgrund Religion… Diese Werte und das humanistische Denken sind so zur Basis in unserer heutigen Gesellschaft geworden. Denn es gibt zwar bei uns noch eine Staatsreligion, was aber nicht heißt, dass ein geteilter, gelebter Glauben oberste Instanz unserer Republik wäre.
Was ist der Unterschied des Humanismus zu dem, was die Menschen an Orienterung aus der christlichen Ausrichtung nahmen? –

Der Humanismus funktioniert auch ohne Gott.
Und ohne Jesus sowieso.

Werte statt lebendiger Gott

Der lebendige Gott, der lebendige Glauben, die tägliche unmittelbare Beziehung zu Gott und seine Autorität für den einzelnen, was durch die Bibelübersetzungen ins Deutsche und die Reformation überhaupt erst möglich wurde, wurde sogleich durch einen Wert, durch ein Wertesystem ersetzt. 1521 war Luthers Widerrufsverweigerung vor dem Reichsgericht in Worms. Er prägte den Ausspruch:

„Sola fide, sola scriptura, solus Christus, sola gratia“
Martin Luther

Diese vier Soli fassen Luthers Theologie gut zusammen. Er sagt, Zugang zu Gott haben wir:
– allein durch den Glauben (= an Jesus Christus und sein Eintreten für uns vor Gott)
– allein die Schrift (= als einzige Autorität, seit Luther auch in deutsch)
– allein Christus (= als einziger Mittler/Weg zu Gott)
– allein durch Gnade (= ohne Verdienst unsererseits)

Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!  Joh 14,6

Geht ein durch die enge Pforte! Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der ins Verderben führt; und viele sind es, die da hineingehen. Denn die Pforte ist eng und der Weg ist schmal, der zum Leben führt; und wenige sind es, die ihn finden. Mt 7,13-14

Opfertod Jesu

Nochmal genau hingeschaut: Warum braucht es den Opfertod Jesu? Was habe ich damit zu tun?
Jesus ist der Zugang zu Gott.
Er macht uns durch seinen Opfertod den Weg frei zu Gott.

Er hat uns durch seinen Körper – sozusagen durch den Vorhang im Tempel hindurch – einen neuen Weg zum Leben gebahnt.  Hebr 10,20

Denn es gibt nur einen Gott und nur einen Vermittler zwischen Gott und den Menschen: Das ist Jesus Christus, der Mensch wurde.  1Tim 2,5

Gott ist völlig rein. Menschen sterben in seiner Gegenwart, weil er so rein ist und sie unrein. Es ist keine Gemeinschaft mit Gott möglich, Menschen können nicht in der Gegenwart Gottes sein und Gott nicht mit ihnen. Sie müssen sich schämen und bedecken, es braucht ein gerechtes Opfer für das Abfallen von Gott. Deshalb gab es ein Opfertier und Felle für Adam und Eva und die Vertreibung aus dem Paradies für sie und alle ihre Nachkommen.

Das, was anstelle von Gott bei uns im Mittelpunkt steht, muss zur Disposition gestellt, geopfert werden. Auch heute. Denn es versperrrt den Weg zu Gott. Es macht ihm den ersten und einzigen Platz als allmächtigen Schöpfer streitig.
Was da anstelle von Gott heute bei uns meist auf Platz 1 steht – das sind wir selbst. Weil wir seit der Vertreibung aus dem Paradies um uns selbst kreisen.

Das ist Gottes Gerechtigkeit: er ist nicht nur bedingungslos liebend, er ist auch gerecht. Selbst seinem geliebten und ausgewählten Kind Mose musste er die Bitte ausschlagen, dass er Mose das Angesicht Gottes sehen wollte und Gott konnte sich nur von hinten im Vorbeiziehen zeigen – um Mose zu schützen.
Und er musste Moses Wunsch ausschlagen, nach 40 Jahren Wüstenwanderung in das versprochene Land einzuziehen, weil Mose einmal aus sich heraus gehandelt hatte ohne Gott vorab zu fragen.

Gott ist Wahrheit = Gerechtigkeit UND Liebe.
Beides.

Der einzige Mensch, der absolut rein war, war Jesus als Gottes Sohn. Als Gott selbst. Er bildet für uns die Brücke zurück zu Gott, als Mittler zu Gott.

Wer nun bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er in Gott. 1Joh 4,15

Alles andere, was mit einem „Licht“ oder Gott zu tun hat und Jesus ausspart darf uns suspekt sein! Zwei Coachees von mir waren vermeintlich mit Gott unterwegs. Beim genauen Hinschauen zeigte sich dass einer seit einem Autounfall mit einem „Licht“ im Gebet in Kontakt war, und eine andere Frau sich bei Entscheidungen stets von einem hellen Licht und Wohlgefühl auf ihre Fragen leiten ließ. Beide Wesen entpuppten sich aber als Geister, die nichts mit Jesus Christus und dem wahren Gott zu tun haben wollten als wir sie darauf ansprachen, ob sie der wahre dreieinige Gott seien. „Bennst Du Dich zum Vater und dem Sohn Jesus Christus, der Mensch geworden ist und wieder auferstanden ist?“ –  Sie reagierten mit unverständnisvollen Gegenfragen – richtig frech….!

und jeder Geist, der nicht bekennt, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist, der ist nicht aus Gott. Und das ist der [Geist] des Antichristen, von dem ihr gehört habt, dass er kommt; und jetzt schon ist er in der Welt.   1Joh 4,3

Deshalb haben wir in der Tat das Kind mit dem Bade ausgeschüttet, wenn wir zwar nach Gott suchen, aber Jesus Christus dabei aussparen. Das gesellschaftliche Tabu Jesus Christus gegenüber darf uns aus all den genannten Entwicklungen heraus insofern eher hellhörig machen.

Und wir wissen, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns fähig gemacht hat, den wahren Gott zu erkennen. Mit ihm, dem Wahrhaftigen, sind wir in seinem Sohn Jesus Christus verbunden, der selbst der wahre Gott und das ewige Leben ist.  1Joh 5,20

Ich darf mich deshalb immer wieder fragen, wenn ich Gott suche: Wie ist mein Verhältnis zu Jesus Christus?

Vielleicht sind bei Dir jetzt Fragen aufgekommen. Oder Du hast eine Resonanz zu dem, was Du hier liest – dann schreib gern Fragen oder Kommentare in den Chat!

Alles Liebe Dir von Birte

*https://www.kuwi.europa-uni.de/de/lehrstuhl/ehemalige_professoren/sw2/forschung/tabu/herkunft/index.html

Von welchem Gott sprechen wir?

Ich habe vor einer Weile eine wunderbare Frau begleitet, die einen sehr guten Draht „nach oben“ hat. Sie lebt Wandel in ihrem Umfeld, ist naturnah und spürt sehr fein. Die Beziehung zu ihren Kindern und Mann ist von Dankbarkeit und Offenheit geprägt.

Als wir wegen eine Frage wie sie sich weiter orientieren könnte, gemeinsam schauten, bat ich sie, sich mit dieser Frage an Gott, Jesus oder ihre spirituelle Führung zu wenden.
Sie sah ein helles Licht, eine helle Lichtquelle, konnte ihre Frage stellen und bekam positive, bestärkende Antworten.
Soweit, so gut.
Aber es geht weiter: Die Atmosphäre, die sie schilderte, hatte für mich nichts von einer Begegnung mit Gott wie ich sie kenne. Etwas fehlte, die Atmosphäre war merkwürdig…. Die Antworten kamen mir wie ein Einlullen vor.

Da war ich an einem Punkt, an dem es Durchatmen brauchte. Innehalten.
Mir kam dann: „Mit welchem Gott“ sprechen wir da gerade?
Ich habe mich innerlich an den drei-einigen Gott und Jesus gewendet und um IHRE Führung gebeten. Nicht ICH kann etwas tun. Ich kann nur das Werkzeug sein, in ihrem bzw. seinem Sinne, unter seiner Autorität, wenn es sein Wille ist. Dabei kam eine Klarheit in mir auf – und eine Frage. Ich schlug vor, dass die Frau, die ich begleitete, diese Frage innerlich an die Lichtquelle stellte, die sie wahrnahm: „Bist Du Gott?“

Als Antwort hörte sie: „Wie kommst Du darauf, das in Frage zu stellen?“  Die Frage hatte etwas, das verunsicherte, einschüchterte, fast drohte. – Diese Lichtquelle war eine Täuschung, die Wirkung zeigte es.
Damit will ich jetzt übrigens keine generelle Anleitung geben. In jeder Situation kann etwas anderes gefragt und angebracht sein. Auch das ist etwas, das wir durch und im Kontakt mit dem lebendigen Gott lernen: er ist eben lebendig und man kann ihn nicht mit Konzepten und Methoden erfassen, er entspricht eben keinem.

Was war passiert?

Nicht alles ist Gott.

Oft ist alles, was uns dazu dient, dass wir uns gut fühlen, für uns göttlich. Das schreiben wir dem „Licht“ zu, ordnen es Gott zu. Wie zum Beispiel die Lichtquelle und deren Antworten, die die von mir genannte Frau wahrnahm. Aber so einfach ist das nicht. Denn dann wäre ja Gott nur das, was WIR wollen – also eine nach außen projizierte Gut-Fühl-Stimme.
Oder Gott wäre jede Methode, die mir Hoffnung gibt und mir dazu dient, dass ich mich besser fühle, gut fühle… Und genau das ist Gott nicht.

Gott ist kein Gut-Fühl-Methode.

Denn eigentlich bin ich dann ja Gott – ich will mich gut fühlen. Und das wäre anmaßend, und letztlich auch anstrengend, denn ich kann mich gar nicht wirklich anlehnen.
Die Zügel meines Lebens bleiben stets in meiner Hand.

„Alles ist eins“?

Eine Variante davon ist „alles ist eins“. Das passt sehr gut in unseren Zeitgeist von „think positive“ oder „alles hat einen Sinn“ oder „Gott ist alles – auch das Dunkle hat Gott im Blick, denn alles ist eins“.
Da verbuche ich auch die traurigen, enttäuschenden, schwierigen Erfahrungen dann unter: „alles ist in Gottes Hand“. Damit lande ich schnell wahlweise bei einem Relativismus, bei einer Schicksalsgläubigkeit, bei einem Fatalismus. Oder bei einer Allmacht, einer Anmaßung, einem Teilhaben-Wollen am Schöpferdasein.
Ich habe dann die Definitionsmacht und lege fest wie Gott ist, und was. Und was dazugehört, und was nicht.

Ich bin „Schöpfer*in meines Lebens“?

Das mit dem Schöpfer-Dasein ist im Prinzip die Variante „ich will mich gut fühlen“ oder von „die Wirkung zählt“.
Ich habe die Definitionsmacht, ich lege die Ziele fest, ich gestalte mein Leben, ich sehe es als meine Aufgabe, mein Leben, unsere Welt zu gestalten oder zu retten, positiv zu beeinflussen… und viele haben da auch glitzernde, engagierte, erfolgreiche Ansätze und Projekte, mit denen sie die Welt, Menschen, Natur, Heilung…positiv beeinflussen wollen. Altruistisch und scheinbar gut gedacht, Mainstream und Zeitgeist: „Komm in deine Schöpferkraft: Wann – wenn nicht jetzt? Und wer – wenn nicht Ich?“

Ich war noch gut einem Jahr genauso orientiert. So fragte ich mich, wie ich mit einer guten Balance und Würdigung für die männliche und die weiblichen Qualitäten an meinen Platz als Schöpferin gehen kann, in Verbindung mit anderen.

Das war ein ziemlicher Irrweg

…sehe ich heute. Auch anmaßend, überhebend, anstrengend.
Zum Glück hat es nicht funktioniert, und ich hatte immer mehr Erfahrungen, die mir näher gebracht haben, um das es wirklich geht:
Gott begegnen,
im Herzen weich werden,
erkennen wie weit weg ich von dem dreieinigen Gott war,
die Rolle von Jesus und sein Geschenk im Herzen erfahren,
merken, dass es mir leid tut,
die Richtung wechseln: nicht mehr raus in die Welt, alles selber machen,
sondern immer wieder hin zu Gott.
Die Führung ihm überlassen.
Im Herzen immer weicher werden.
Immer mehr Bereiche auftun, die noch nicht in Gott sind.
Die göttliche Ordnung wieder leben.
So dass alles in Ordnung kommt.

Wer ist Gott?

Ja, wenn Gott keine Wohl-Fühl-Methode ist, was ist er dann?

Wenn Gott nicht allein
über das Gefühl von Frieden, Liebe und Verbindung
zu finden ist – was ist er dann?

Dazu lasse ich ihn hier selber sprechen:

„Ich bin der Erste und der Letzte, außer mir gibt es keinen Gott.
Oder gibt es einen Gott, der so ist wie ich?

Er soll sich melden und mir seine Beweise vorlegen!
Wer hat die Zukunft von Anfang an vorhergesagt?
Er soll uns doch mitteilen, was noch kommen wird!

Jesaja 44, 6-7

Beweise – von Gott selbst

Was Gott da in der Bibel, die wir – und auch er – als „sein Wort“ bezeichnen, ist: die Unterscheidung von Gott zu anderen unechten Göttern liegt nach seiner eigenen Aussage darin, dass er überprüfbar ist. Dass es Beweise gibt. Dass er Prognosen macht, die er auch einhält.
Er hat in der Bibel, deren erste Schriften vor ca. 3.500 Jahren geschrieben wurden, unzählige Prophezeihungen über die Zukunft gemacht. Gott ist unabhängig von Zeit und Raum – er ist überall präsent, kann quasi durch die Zeit reisen und sieht daher, was aus unserer Perspektive sein wird. Roger Liebi, ein schweizer Bibelforscher, hat herausgearbeitet, dass sich in Jesus von Nazareth über 300 Prophezeihungen aus dem Alten Testament bewahrheitet waren, die mindestens 400 Jahre zuvor gemacht worden waren. Zudem gibt es zahlreiche historisch eingetretene Prophezeihungen über das Weltgeschehen, allein im Buch Daniel, das 600 v.Chr. verfasst wurde, und 24 Seiten umfasst, 200 Prophezeihungen ausgemacht, so Liebi, die so eingetreten sind. Wer mehr erfahren mag: von Roger Liebi gibt es viele Video-Vorträge auf Youtube, und 2020 kam sein Buch heraus „Leben wir wirklich in der Endzeit – 180 erfüllte Prophezeihungen.“ Die Endzeit, also die Zeit, in der der Messias wiederkommt, beginnt gemäß Bibel mit der Rückkehr der Juden in ihr Land Israel.
Man stelle sich das heute vor, wir wollten etwas über Ereignisse in 400 Jahren oder mehr von heute aus voraussagen, die in der Präzision eintreten sollten…

Gott weist sich also dadurch aus, dass er überprüfbar sein Wort hält.
Seine Liebe und Wunder führt er selbst nicht als Kriterium an.
Sie sind seine Natur.
Aber sie können auch kopiert werden.

Das Wort Gottes – was ist mit Verfälschungen?

Glaubst Du, dass Gott allmächtig ist?

Wenn ja – wäre es dann nicht folgerichtig, dass er dafür gesorgt hätte und dafür sorgen würde, dass genau das in der Bibel, in seinem Wort, steht, was das Entscheidende für die von ihm geliebten Menschen ist?

Und wie kommt es, dass so viele nachweisbare, eingetretene Prophezeihungen darin enthalten sind, in der Version, die wir heute haben?

Worin möchtest Du Dich wohlfühlen – in dem, was Du bisher dachtest, oder in dem, was größer als das sein könnte?
Da könntest Du jetzt nochmal im Text nach vorne springen….

Was bleibt…

…ist, dass ich nach Jahrzehnten festgestellt habe, was für ein wertvolles Buch die Bibel ist. Weil Gott durch sie zu mir spricht und sie uns mitgab, weil sie alles enthält, was wir brauchen.
Und dass es mir leidtut, dass ich dazu Jahrzehnte brauchte, das zu erleben.

P.S. Wenn Du etwas kommentieren magst, auf welchem Weg Du bist, gern.
Nur vorab von mir vielleicht, dass es mir nicht um die Kategorien von „richtig oder falsch“ geht.
Und dass es eben um eine lebendige Beziehung geht.

Umkehren oder Weitermachen?

Ich persönlich meine inzwischen, dass wir in einer gottlosen Welt leben, und dass diese Trennung von Gott der Grund ist, warum wir in der Welt so viel Leid vorfinden.
Warum ist das so? Könnte Gott das nicht einfach ändern, wenn er wollte?

Für Gott ist es nicht so einfach, die Einheit von Mensch und Gott wieder herzustellen, denn da gibt es: unseren freien Willen. Und den will er natürlich als liebender Gott beachten. Das können alle Eltern nachvollziehen….  Und natürlich gibt es auch einen göttlichen Plan…

Mit dem freien Willen sind wir Menschen ganz fasziniert unterwegs und entdecken oder gestalten Neues. Und richten uns nach dem, was wir haben: die eigenen Möglichkeiten eben.

Und genau diese eigenen Möglichkeiten
stehen zwischen uns und Gott.

Mein Aha-Erlebnis

Ich lief im letzten Jahr über eine kleine Brücke am Teich, schaute nach unten – und schloss reflexartig meine Augen, weil es blendete. Die Sonne. – Oder nein, huch, das Helle kam von unten: ihr Spiegelbild! Es war fast gleich hell wie die Sonne selbst. Aber das war nicht die echte Quelle, sondern ein Abbild, eine Täuschung.

Genauso ging es mir lange – eigentlich die letzten Jahrzehnte war ich auf der Suche nach der Quelle, dem Licht, der Wahrheit und Wahrhaftigkeit. Ich habe viele Sonnen-Spiegelbilder gefunden. Ob es nun Methoden, Seminare, Ausbildungen, Spiritualität, Bücher waren, egal was. Oder meine Selbstverwirklichung und meine eigene Schöpferkraft, die ich durch Projekte, Gruppen, Reisen, berufliche Erfahrungen lebte. – Sie haben meine Sehnsucht nie endgültig gestillt, denn ich habe letztlich immer weiter gesucht.

Wie konnte das sein?

Wie konnte das sein, dass ich nie bei der wahren Quelle landete? – Ich war doch schon immer sehr in Ausrichtung auf Gott und meine innere Quelle…. Und ich habe mich oft sehr geführt gefühlt – bei meinen Erfahrungen auf dem Weg ins Neuland, oder bei der Wegbegleitung anderer. Die Präsenz von einer höheren Macht habe ich stets auch sehr gespürt….

Und ich bin da ja in guter Gesellschaft heutzutage: Viele tun etwas, um Gutes in die Welt zu bringen. Auch die Wandelbewegung in ihrem sozialen, ökologischen, heilenden und spirituellen Wirken. Ich sage mal: wir haben bewusst die Ausrichtung zum Licht.
Wir laufen nicht mit dem Mainstream, und wir sind nicht mit dem zufrieden, was uns als Lauf der Dinge geboten wird, z.B. ein sicherer Job, Geld, Ablenkung. Wir suchen eine vielversprechende, lebensbejahende Alternative zu dem, was als „normal“ gelebt wird.

Und es ist ein schwerer Schritt zu sagen: Ich habe mir etwas vorgemacht: Ich bin meinem freien Willen gefolgt und all den Angeboten, die es gab und die verlockend-hilfreich und vielversprechend waren. Denn das ist doch scheinbar das Einzige, das wir haben: MACHEN.
Und es scheint auch zu drängen, dass etwas getan wird. Darauf sind wir kollektiv, mit unserer ganzen Prägung und Ausbildung, ausgerichtet. Aber das ist das Problem.

Ich sage:
Probleme sind in der Welt,

weil Menschen ihrem freien Willen folgen –
mit weitreichenden Konsequenzen.

Ich erkläre mir das so….

Bisher erscheint mir die Menschheit so wie kleine Kinder, die beim Spielen etwas kaputt gemacht haben (die Natur, die Welt eben) – und die es jetzt wieder notdürftig flicken wollen. Anstatt gleich zu den Eltern zu gehen, zu sagen, dass da etwas zu Bruch gegangen ist, es ihnen leidtut und sie wollen, dass die Eltern es wieder in Ordnung bringen.

Einen ehrlicher Schritt in diese Richtung fand ich z.B. beim Autor Jonathan Franzen mit seinem kleinen Aufsatz-Büchlein und dem Titel: „Wann hören wir auf, uns etwas vorzumachen?“ Untertitel: „Gestehen wir uns ein, dass wir die Klimakatastrophe nicht verhindern können.“ Nebenbei: die Aufsätze fand ich mäßig lesenswert, aber den Schritt fand ich bemerkenswert.
So ähnlich sagt es auch Margaret Wheatley (US-Autorin, Rednerin, Wandel-Wegbereiterin) im Interview mit Martin Kirchner und Hemma während des Online-Summits der Pioneers of Change dieses Jahr.

Bisher wollen wir es selbst wieder reparieren. Das ist aber anzumaßend, und wenn wir ehrlich sind, merken wir, dass wir es nur verschlimmbessern. Und schlimmer: damit setzen wir das eigentliche Problem – die Abwendung von Gott, das Wurschteln ohne ihn – fort.

Das endet, indem ich anerkenne: ich war auf dem Holzweg.
Und indem es mir leid tut, dieses Verliebt- oder Von-mir-verblendet-Sein oder und das Besser-Machen-Wollen.
Und indem ich merke, dass alles „machen wollen“ wieder genau das Alte ist.
So komisch es klingt in Anbetracht der aktuellen Weltsituation mit all ihren Ausprägungen und Nöten (Artensterben, Klima, Corona, Armut….); die Frage ist, will ich eine Lösung auf dem Weg „mehr desselben“ – sprich: „wir müssen was tun“?  Oder will ich eine neue Art von Lösung?

Dafür gibt es ein in Vergessenheit geratenes Wort:
Buße
Es heißt „Umkehr“ oder
„ändere deinen Sinn, dein Denken“.

Meine Umkehr

Die eigentliche Wende kam bei mir, seit ich merkte und mir eingestand, dass ich noch nicht erkannt hatte wie ich WIRKLICH frei werde. Ich wusste nicht, wie ich die Trennung von Gott in eine dauerhafte, alles durchdringende, lebendige Beziehung verwandeln könnte, so dass ich mich fortwährend bis aufs Innerste von Gott selbst durchdringen, lieben und führen lassen könnte.

Das ist eine Umkehr von der Täuschung zur Wahrheit.
Das ist eine Umkehr von meiner Welt zu Gott.
Von den falschen Götzen zu Gott.

Das Geschenk

All das endet, indem ich umdrehe und (statt zu machen): NEHME.
Ich merkte: Ich darf, wenn ich meine falsche Richtung erkannt habe, das Geschenk nehmen, das Gott schon vorbereitet hat, damit wir von unserem Machen-Wollen zurück kehren können in die Reinheit, Klarheit, Allmacht Gottes..
Weil auf einer bestimmten Ebene alles eines ist (wer meditiert, weiß das), kann Jesus stellvertretend die Verantwortung tragen, den Preis für unsere Trennung und unsere Abwege zahlen und die Brücke bilden, und damit unseren Wiedereintritt zu Gottes Reinheit ermöglichen. Aus der Trennung in die Verbindung. Und zwar sogar in die ewige Verbindung – in das ewige Leben. Das haben Jesus und Gott so zwischen sich ausgedealt. Es wird auch „der neue Bund“ genannt.

Es geht also um etwas Großes.
Kein Wunder, dass es auf der Welt aktuell
so drunter und drüber geht.

Wenn wir dieses Geschenk annehmen – einfach, indem wir es glauben und für uns in Anspruch nehmen, können wir ganz rein und frei wieder vor Gott treten. Wir werden wie neu. „Zurück auf Los“ sozusagen. Wir brauchen es nur zu nehmen.

Ich kann meinen freien Willen hergeben, um Verzeihung bitten für meine Irrtum: nicht ICH bestimme den Lauf der Welt und den Lauf meines Lebens. Das ist auch erleichternd. Dann darf sich alles ordnen. Alle Anstrengung fällt von mir ab, alle Fälschung, alle Drehen um mich selbst.
Ich darf darauf vertrauen, dass Gott viel mächtiger, weiser, umsichtiger ist als ich, als wir, und dass er den Plan hat, nicht ich. Ich darf vertrauen und lernen, dass für alles gesorgt ist. Und dass es um etwas viel Größeres, Zentraleres geht – als die Lage der Welt. Und dass unangenehme Situationen in meinem Leben genau dazu dienten, damit ich das erkennen und zurückkehren konnte. Darin lag also Liebe!

Dann darf wirklich
Ordnung, Ruhe, Frieden, Heilung, Liebe
einziehen.

In mir wächst gerade ein inneres Vertrauen und eine Gewissheit, das ist ganz neu.
Ich danke Gott für seine Größe – und all das, womit er uns ermöglicht, wieder zu ihm zurück zu finden. Denn das ist das, worum es geht.

Schreib gern etwas von Dir, wenn Du magst.

Das Ende meiner Suche

Es begann vor mehr als 25 Jahren. Die Suche nach mir selbst. Überall habe ich geschaut: Kirche, Gespräch, Therapie, Ausbildungen, Gruppen, Ahnen, Theater, Tanz, Spiritualität, Mystik, Natur, andere Leben, Trauma, Erwachen.
Immer gab es noch mehr…. auf all das hatte ich zuletzt keine Lust mehr.

Letzten Sommer merkte ich: „Jetzt darf es endlich gut sein!“

Natürlich gibt es geniale Methoden…. so wirksam und so hilfreich! Aber ich merkte: es ging ständig weiter, wie eine Karotte vor der Nase. Damit durfte jetzt Schluss sein. Auch das Einssein, das Erwachen war für mich noch nicht das Ende. Es löste zwar die Illusion und innere Verklebungen, aber war bezugs-los, irgendwas fehlte.

Dieses Mal ließ ich mir nicht einreden, dass es nur noch diese und jene Methode, Heilung, diesen neuen Ansatz brauchte…. Alles hatte immer noch einen Geschmack von etwas Defizitärem, eine Pseudo-Lösung. – Jetzt wollte ich Neuland, eine neue Ebene, raus aus der Matrix.
Ich verordnete mir deshalb Mitte letzten Jahres eine innere Pause. Weiterlesen

„Waking Up & Growing Up“ Ken Wilber – mein Gespräch mit dem Filmemacher

Ich durfte mit dem Filmemacher und Gründer von „Wege zum Selbst“ Ramon Pachernegg ein Interview-Gespräch führen über die letzten 10 Jahre seiner spirituellen Reise und seines geistigen Erwachens, und welche Rolle Ken Wilber dabei spielte.
Du findest unsere Aufzeichnung unten oder hier

Vorab zu unserer Begegnung schon hat mich erheitert und neugierig gemacht, dass Ramon mir auf eine Frage ganz lapidar antwortete:

„Meine spirituelle Suche ist eigentlich vorbei
Es geht jetzt um die Konsequenzen, die sich daraus ergeben
und die Umsetzung in den ganz praktischen Alltag…“
Ramon Pachernegg

Ramon hat erlebt wie durch Ken Wilber alles einfach wird, wie seine Denkschleifen, seine innere Suche und die Unruhe im Verstand zur Ruhe kamen. Das will er gern anderen Menschen zugänglich machen.
Wir beide führen ein 52 minütiges Interview-Gespräch über seinen Film „Waking Up & Growing Up“, wie Ramons eigene Bewusstseins-Entwicklung aussah und wie sie ihn verändert hat. Weiterlesen

Selbstermächtigung + Trauma + Kulturwandel

Ich habe diesen Sommer zweierlei verstanden – nämlich, dass es Zeit wird, mich von meiner inneren Opferrolle zu verabschieden. Und ich habe verstanden, dass die Eisberge uns wie ein Spiegel zeigen, was eigentlich unser Job wäre: unsere inneren Eisberge zu schmelzen.

Abschied von der Opferrolle

Es begann damit, dass ich tief in mir merkte: ich hänge innerlich in meiner Entwicklung und komme nicht weiter, ich kreisele oder stehe noch auf der Bremse.

Also hielt ich inne und gestand es mir ein, dass es so ist wie es ist.
Nicht so rühmlich…aber jedenfalls ehrlich ;)

Dann kam in mir eine Entschiedenheit: „So will ich es nicht mehr! Ich habe mich lange genug in einer inneren Schleife gedreht – jetzt darf es enden und sich ändern!
Es blieb nur die offene Frage: wie…..? Weiterlesen

Spirituell wirtschaften und Bratwurst…?

Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal für einen Bratwurst-Wettbewerb werbe. Aber das tue ich heute weiter unten. Und das hat einen ganz besonderen Grund. Ich bin auch durch eine Entwicklung gegangen bis ich merkte – ja, genau dieser Blog heute ist dran!

Wir folgen unseren Werten

Wenn ich auf die Website von diesem Bratwurst-Wettbewerb schaue, dann vergeht es mir als Vegetarierin – oder ich muss einfach nur lachen ;) Jedenfalls klicke ich weg. Aber darunter ist noch eine andere Schicht – und auf die kommt es an, auf diese leise Stimme.
Genau das dürfen wir ja in der heutigen Zeit lernen, dass wir nicht auf die lauten Stimmen draußen und in uns hören!

Wir hören nicht auf die Stimme
– der Angst
– der Lähmung, des Weggehen-Wollens
– der Scham – „was denken die anderen über mich?“
– der eigenen Werte und Prinzipien – z.B. „ich bin für weniger Fleischkonsum!“

Der letzte Punkt ist oft hakelig, genauso wie das Thema Essen an sich – also vegetarisch oder vegan oder nicht auch…
Und vielleicht magst Du jetzt gar nicht weiterlesen. Weiterlesen

Wenn Neues aus dem (gefühlten) Nichts entsteht

Ich will etwas mit Dir teilen. Etwas sehr Schönes.

Es beginnt damit, dass ich dachte, alles sei zu Ende.
Dass es nicht weitergeht. – Schweren Herzens gab ich mein inneres Einverständnis dazu. „Es darf zu Ende gehen, wenn es dran ist“, sagte ich. Denn mir wurde bewusst, dass ich bereits alles gegeben hatte. Und dass ich es jetzt nur noch abgeben konnte – das Weitere lag nicht in meiner Hand. Kein einfacher Schritt.
Damit Du es besser nachvollziehen kannst, schreibe ich Dir, worum es geht. Du kannst das übertragen, auf das, was Dir am Herzen liegt und wo Du Deine Energie reingibst.

Mein Herzensprojekt

Bei mir geht es um eine Gruppe, die ich gegründet habe – die Tauberpioniere.
Wir üben wie wir im sozialen Raum eine neue Art von Miteinander in Präsenz leben können, und wie wir Wandel von innen nach außen tragen. Meine Vision ist, dass einige Leuchttürme für das Neue stehen, voneinander wissen und von innen in die Umgebung strahlen. Weiterlesen

Demos für Würde: unsere Präsenz wandelt

Zeiten des Wandels bedeuten Verunsicherung.
Solche Zeiten hat die Menschheit überstanden, weil sie in Krisen zusammengerückt ist und sich in Kreisen zusammengefunden hat.
Darin zeigt sich dann das Wesentliche: dass wir einander haben. So können wir gemeinsam Neues ermöglichen und erschaffen.

Im Büchlein von Ulrich Schaffer beleuchtet er sehr gut die Rechte, die die Würde und Selbstbestimmung und das Menschsein ausmachen. Deshalb habe ich es als Titelfoto gewählt.
Rechte „haben“ ist wichtig – sie auch zu leben, in einem wirklichen „Sein“, darum geht es für mich in der jetzigen Phase.
Vom Haben zum Sein.
Und das zeigt sich aus meiner Sicht aktuell in der Bewegung, die von innen nach außen beginnt. Weiterlesen

Phönix IN der Asche

Wir werden uns gerade kollektiv bewusst, dass wir lange, lange Zeit ver-rückt waren; jetzt geht es um den Prozess des Zurechtrückens.

Verrückt-Sein

Aus meiner Sicht ist gleich, ob es sich um persönliche oder um aktuelle politisch-gesellschaftliche Themen handelt. Das Innere findet sich im Außen wieder. Wir können es innen ändern, dann zeigt es sich im Außen anders.
Klar, es auch gut, außen zu tun, was zu tun ist. Ich tue außen, was zu tun ist.
Das Eigentliche können wir innen tun – damit ändern wir die Zukunft. Sonst haben wir immer und immer wieder im Außen mit Ähnlichem zu tun, was uns bedrängt, so lange bis wir uns auf das Nadelöhr einlassen.

Ich sage, es geht um einen ähnlichen Prozess im Kollektiven wie im Individuellen. Hier sind Beispiele aus meinen Wegbegleitungen ins Neuland –  jeder Prozess ist dabei einmalig, anders und birgt seine eigene Herausforderung auf dem Weg zur Meisterung!
Weiterlesen

Vom Umschlagen des Pendels

Wenn Du beim Lesen schöne Musik magst – ich habe das hier beim Schreiben gehört:  https://www.youtube.com/

Wir sind mitten drin im Großen Wandel, äußerlich geht es um Corona, aber geht um viel mehr – auf vielen Ebenen….
Für die einen ist es z.B. ein Aufstieg und Grund zur Freude, für die anderen ein Streit um Macht und Einfluss hinter den Kulissen. Wir bekommen eine große Menge Deutungsoptionen angeboten oder auch mit vielem, das uns ängstigt. Auch all dieser Fülle dürfen wir umgehen lernen.
Worauf ich persönlich jeweils achte, bei jedem Youtube Video, das ich schaue, ist:
was passiert mit meiner Energie? – Bringt es mich zu mir, in meine Mitte, mit welchem Ausdruck auch immer, z.B. Berührung, Ruhe, Trauer, Freude, Überforderung, Energie, Klarheit.
Wenn ich merke, ich habe ein Video geschaut, das extrem in eine Richtung geht und ich bin davon absorbiert, dann schaue ich mir zum Beispiel auch eines an, das in eine andere Richtung geht – um zu spüren: Ich weiß es nicht. Und um die innere Weisheit oder Ausrichtung auf eine andere Ebene in mir anspringen zu lassen und die Kontrolle dahin abzugeben. Nicht immer, aber oft hilft mir das.

Wenn uns Unwohlsein beschleicht

Aktuell werden familiäre und kollektive Erinnerungen an Krisen- und Kriegszeiten wach. Auch ich kam diese Woche vom Einkaufen – und mir war mulmig. Das Gute ist, dass wir endlich fühlen, können, was unsere Eltern, Großeltern, Urgroßeltern nicht fühlen konnten: dass sie z.B.Hunger hatten und Entbehrungen litten und Unsicherheit und Verlust erlebten.

Jetzt darf Frieden werden

Diese Zeit ist eine Zeit der Heilung, und als eine solche Chance dürfen wir sie nutzen:
Wir dürfen endlich den Krieg in uns beenden, der seit Generationen oder seit vielen Leben in uns ist. Wir fühlten ihn bisher oft gar nicht direkt, weil er so „normal“ war, aber in dieser Zeit kommen die Gespenster aus dem Keller wieder zum Vorschein, z.B. wenn wir merken, dass wir aufgrund der neuen Situation innerlich so eine extreme Unruhe in uns spüren oder eine diffuse Angst, etwas nicht Greifbares.
Statt uns dann zu beschäftigen, abzulenken, dürfen wir uns sagen:

Langsam ist das neue Schnell!“

Wir haben ab jetzt die gesellschaftliche Erlaubnis dazu: „Daheim bleiben, bitte!“  Statt zu funktionieren sollen wir bitte auf uns hören, für unsere Gesundheit sorgen.
Wir dürfen innehalten und hinspüren.
So erlösen wir die Gespenster: indem wir sie endlich sehen.

Dilemmata und Unausweichlichkeiten

Das kann sich sehr unangenehm anfühlen: ich selber und einige Menschen aus meinen Gruppen oder Wegbegleitungen kommen aktuell an ganz tiefe Punkte, die mit Unausweichlichkeit zu tun haben – ein Gefühl eines unlösbaren Dilemmas.
Ich hatte z.B. kürzlich: „ich will so gern etwas ermöglichen, doch ich kann es nicht beeinflussen“.

Kennst Du so etwas?
Beschäftigt Dich vielleicht die bohrende Frage beim Blick in die Medien: „Was ist wahr? Was kann ich noch glauben?“
Oder quält Dich Unausweichlichkeit bei all dem, was gerade kommt: „Wohin, was tun…, wenn meine Freiheit immer mehr eingeschränkt wird?“
Oder bedrückt Dich eine existentielle Sorge: „Was kann ich bezüglich meiner beruflichen Situation tun, wenn ich aktuell gar nichts tun kann?“

Ein Dilemma ist das Tor zum Neuen.
Sei dankbar, wenn Du mitten drin bist!

Ich frage:

  • Was wäre, wenn sich all die Dinge in Dir verdichten – zu genau einem Punkt der Unausweichlichkeit, Unlösbarkeit, Unkontrollierbarkeit?
  • Was, wenn genau das das Tor zu einer neuen Ebene, zu einem neuen Startpunkt ist?

Was, wenn dieser Punkt uns
wieder mit dem Großen Ganzen verbindet
und wir dadurch
den Krieg in uns befrieden?

Es gibt kein Richtig oder Falsch

Wir wollen wissen: wahr oder nicht wahr? Gefährlich oder nicht? Alleine oder verbunden? Gut oder böse? Hoffnungslos oder nicht?
Heutzutage können wir all das nicht beantworten. Es gibt keine eindeutigen Antworten.
Und doch können wir dankbar sein, dass sie uns vielleicht mitten auf diesen Punkt der Unausweichlichkeit bringen.
Die Position „das geht mich nichts an.“  Oder: „Mich betrifft das nicht.“  passt in diesen Tagen nicht mehr – wir sind alle mitten drin im kollektiven Prozess.

Der einzig hilfreiche Weg ist:

Wir halten inne und FÜHLEN – was auch immer in unserer Unruhe aufkommt.
Wir wischen die Gefühle nicht weg.
Wir lassen Betäubung, Ohnmacht, Angst, Überforderung, Wut…alles auftauchen.
Wir atmen.
Wir stellen uns allem. Erstmalig vielleicht.
Wir stehen mitten in einem inneren Sturm.
Welch ein Sturm.
Welch ein Feuer.
Wir fragen uns: Kann ich zustimmen, dass es ist wie es ist?
Damit kann ich es erlösen und all das, was war und ist, an eine größere Macht abgeben.

Was wäre,
wenn die Tafel dadurch wieder weiß wird?
wenn DAS der Neuanfang wäre?
wenn wir auf diese Art Teil dieses Großen Neubeginns wären?

Vom Umschwingen des Pendels

Wir als Menschheit sind so lange in eine Richtung geschwungen. – Jetzt geht es um einen Richtungswechsel, um eine neue Ebene.
Und dafür muss das Pendel erst einmal in der Mitte zum Stillstand kommen. Damit es dann in einer neuen Richtung los schwingen kann.
So als wäre es die ganze Zeit horizontal zwischen uns und der Welt hier geschwungen – und würde jetzt wieder vertikal zwischen Himmel und Erde schwingen wollen.
Das Pendel schwingt in die natürliche Ordnung zurück. Und wir kommen in die Demut gegenüber allem Leben hinein. Das darf unsere oberste Priorität sein. Immer. Überall. Keine Ausnahme.

Wischen wir die Tafel weiß!
Es darf neu beginnen – nach neuen Spielregeln.

Meine aktuelle Sorge

Meine Sorge ist: dass viele Menschen und die Wirtschaft nach der Pause wieder „back to normal“ in ihren Alltag zurück wollen. Auch jetzt werden von der Regierung schon hektisch „Rettungspakete“ aufgelegt, um das Bestehende zu bewahren. – Solidarität und Hilfe ist ja gut, aber… Kommen wir so im neuen Pendelschlag an?

Ganz ehrlich: nein.

Also braucht es noch mehr Innehalten….Vielfach wird vom Dimensionswechsel gesprochen, der jetzt ansteht.
Aber der Große Wandel ist keine Show, die von selbst abläuft. Wir sind ganz entscheidende Akteure darin. Wir sind sogar DIE Akteure.

Unsere Aktion besteht darin, nichts zu tun:
Wahrnehmen – und zustimmen zu dem, was ist.
In jedem Moment.

Es gibt ein Wort dafür: Präsenz

Ein Leben in steter Präsenz ist ab jetzt gefragt.
Und so dürfen wir in unsere schöpferische Rolle hineinwachsen, dasein, uns ausdrücken, unsere Stimme erheben, das Leben und die Gesellschaft mitgestalten – mit Präsenz.

Das große Aufräumen

Ich merke an mir, dass ich gleich Wünsche an den Wandel in mir habe, was es braucht:
ein Grundeinkommen für alle, regionale Wirtschaftsskreisläufe, eine neue Art von Politik und Entscheidungsfindung im öffentlichen Raum, eine freiere Art der Bildung, Landwirtschaft im Einklang mit der Natur, mehr Miteinander überall.

Aber erstmal ist das große Aufräumen dran:
Wischen wir die Tafel weiß.
Das heißt NICHT: „Schwamm drüber“

Wir gehen jetzt durch eine Zeit indem unsere innere Dunkelheit zutage tritt, in der alle Traumata getriggert werden. In der wir drohen, alles zu verlieren oder alles uns zu entgleiten droht.
Diese Abgrund-Erfahrungen und Ängste wollen wir am liebsten wegwischen, vermeiden.
Aber die jetztige Zeit fordert genau das Gegenteil – alles andere als „Schwamm drüber“.
Wenn wir uns mitten hineinstellen ins Feuer, in den Sturm, es fühlen und auftauchen lassen, da bleiben, mitten drin, dann verschwindet es!
Die Tafel wischt sich von selbst, wenn wir einverstanden sind und es geschehen lassen und das Leben diese Reinigung vollziehen lassen.

Wir dürfen unterscheiden lernen

Wann ist ein Gedanke, ein Gefühl, Drama oder Ablenkung da?
Wann lassen wir uns wegtragen von unserer Mitte?
Wann fallen wir aus der Präsenz heraus?
Um das zu lernen und zu üben, dafür brauchen wir einander aktuell sehr, denn das haben wir nicht gelernt. Wir können uns zum Lernen in – aktuell virtuellen –  Kreisen treffen. Es gibt so wunderbare Gruppen und Methoden und Zusammenkünfte, in denen genau das schon erprobt und gelebt wird.

Und dann leben wir nach dem Motto:
Wir sind da, mit allem.
Wir tun, was zu tun ist.
Wir folgen dem, was da ist.
Und das jeden Tag.
Das ist alles.
So einfach und leicht ist das dann :)

Wir haben lange genug die Kontrolle gehabt.
Jetzt darf es einfach werden.
Wir kehren in die natürliche Ordnung zurück.
Und das Leben lebt sich durch uns.

Ich freue mich auf den gemeinsamen Weg dahin.
Wie schön, dass Du auch dabei bist!

Herzensgrüße von Frederike

Transgenerationaler Wandel – wie sich etwas wendet

Neben dem Alltag bin ich seit Wochen in dem nicht Greifbaren, Vorsprachlichen.
Ich habe schon einiges geschrieben über Trauma, jetzt bin ich gefühlt mitten drin, und bin sehr dankbar für eine Initiative von Elisabeth und Cornelia zur Kollektiven Transformation:
Ihr Kriegsenkel-Kongress wird vom Fr, 13. – 22.3. stattfinden.
Sie hatten mich um ein Interview gefragt. Erst habe ich mich gewundert, dann gefreut, dann war in mir eine Betäubung…bis heute.
Es gibt eine Ebene, die ich erfassen kann. Und etwas bleibt verborgen, unaussprechlich. Schreibend nähere ich mich dem… Weiterlesen

Was wir bei den Tauberpionieren machen

Zuletzt habe ich von meinem Leserbrief bezüglich des Insektensterbens und der Agar-Wende berichtet. Der Brief wurde im Lokalblatt abgedruckt – und es wenig Resonanz. Jemand, der anrief und auf Missstände aufmerksam machte, und ein Person, die auf die Tauberpioniere aufmerksam wurde. Aber es gab auch keinen Gegenbrief oder ähnliches.
Ich habe von mir aus mit dem Öko-Winzer und dem schließenden Bio-Gemüse-Betrieb gesprochen: beide sind Kleinstbetriebe, die sich jetzt wegen der zunehmenden staatlichen Regularien und persönlicher Belastung aus ihrer Selbständigkeit zurückziehen. Sie übernehmen damit Verantwortung für sich. Eine Verantwortung für mehr ist ihnen zu viel. Eine verständliche Reaktion.
Das zeigt mir: Der Markt und die Agrarpolitik regeln das eher kaputt. Wir brauchen eine neue, eine andere Art von Gemeinschaft als den Markt.

Wie kommt das Neue in die Welt?

Ich habe meine Stimme in die Welt gesprochen, das war gut. Und es geht weiter – auf meine Art. Wie?
Ein Schlüssel ist der Umgang mit dem Monster-chen. Das tauchte bei unserem letzten Tauberpioniertreffen auf… aber das und noch mehr hier: Weiterlesen

Mein erster Leserbrief

Puh, das war und ist wirklich aufregend. Es gibt Momente im Leben, da merken wir: wir sind gefordert. Wir können dann sprechen oder schweigen. Ich habe gesprochen – etwas mulmig ist mir noch, nachdem der Artikel abgeschickt ist.

Kennst Du die Grünen Kreuze, die aktuell überall auf Wiesen und Äckern der Bauern zu finden sind? Ich hab gerade kein Foto, und will wegen Copyright auch keines aus dem Internet nehmen. Darum also und um das, was damit zusammen hängt, geht es mir. Weiterlesen

Sich getrennt fühlen verwandeln

Das Hauptproblem auf der Erde ist meiner Ansicht: Trennung und Getrenntsein.

Wobei das Wort Getrennt“sein“ schon in sich widersprüchlich ist…  Denn das Leben ist immer in Verbindung mit dem großen Fluss, mit dem Urgrund allen SEINs, mit dem Göttlichen.
Jetzt sind wir in einer Zeit, in der wir wieder alles zurückbringen in die Verbindung, alles wieder zurückkehrt in den Fluss des Seins.

Aber ich fange bei mir an. Wandel von innen nach außen ist ja mein Credo.
Und da stelle ich fest: Ich fühle mich gar nicht immer mit dem Leben verbunden. Oft fühlt es sich gedämpft an, neblig, und so gar nicht nach einem Fluss.
Ich habe mich ja viel mit Trauma befasst, und vor allem das Bindungs- und Entwicklungstrauma ist ein Mechanismus, der uns unser Leben lang „erfolgreich“ in der Illusion von Trennung festhält – vor allem, weil ich mich in der Regel gefühlsmäßig bzw. körperlich/physiologisch davon schwer lösen kann und damit identifiziert bin.

Von meinem Bewusstsein her weiß ich:
„Trennung ist nicht wahr.“
Trotzdem fühle ich mich öfter so.

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Einladung zur Online-Gemeinsam-Gruppe

Ich erforsche gern, wie wir ins Neue kommen.
                      Das Neue beginnt in uns.
                      Es beginnt in jeder Begegnung.

                      An jedem Tag, in jedem Moment.

Hier unten ist mein 6 min Einladungsvideo für Dich –
Klick auf den Pfeil zum Abspielen, atme durch, werde langsam, spür, komm bei Dir an…

Infos und Anmeldung sofort, bis zum 3.12. hier.

Ich will ich mit Dir in Verbindung sein, spürend, wertschätzend, Schritt für Schritt.
Genau dazu will ich mit einer kleinen Gruppe über die nächsten 4 Monate in Kontakt sein.
Schau, ob Du den Impuls hast, dabei zu sein.

Ich freue mich, wenn Du Deinen Weg gehen willst!

Anmeldung sofort, bis zum 3.12. hier.

Herzliche Grüße von Frederike

Klima – eine neue Perspektive

Worum geht es wirklich?
Was liegt darunter, unter der Oberfläche?

Das ist die richtigen Fragen, die wir uns immer wieder stellen dürfen.
Die Pioneers of Change in Wien hatten Charles Eisenstein aus den USA eingeladen. Ein Vordenker, Autor, Kulturphilosoph – er sprach schon als Redner vor den Occupy-Wallstreet-Bewegung. Ein sehr bescheidener Mensch mit der Gabe, das in Worte und schöne Bilder zu fassen, was wir intuitiv alle spüren. Dass es dabei um eine gloabel Initiation geht, dazu mehr in meinem Video.

Was aus meiner Sicht ein wichtiger Gedanke von Charles Eisenstein war: einige von uns sehen die Erde als ein eigenes Lebewesen und sagen das auch. Aber: wir akzeptieren oft, dass diese Sicht als „spirituell“ bezeichnet wird – oder tun das sogar selbst.
Aber durch die Bezeichnung von etwas als „spirituell“ grenzen wir diese Wahr-Nehmung aus. Wir trennen „die normale Welt“ von der „spirituellen Welt“. Und dabei ist die Wahrnehmung der Erde als Lebewesen beispielsweise viel eher das Normale, das Wahre das das vermeintlich Normale. In unserem Leben, unserem Alltag, unserer Arbeit, haben wir das Heilige, das Wesen-liche, ausgegrenzt. Damit haben wir unsere Wahrnehmung auf die Materie begrenzt, auf die Welt der Dinge, auf die 3-D-Welt.
Wenn wir alles, das Lebendige, das zu Würdigende, das Gegenüber in allem wieder erlauben und als selbstverständlich ansehen, dann werden wir wieder ganz. Weiterlesen

Klimawandel – innen und außen

Ich war letzten Freitag auch auf der Klima-Demo, es war meine zweite. Bei der ersten im März war ich total geflasht, woher in unserer etwas konservativen Kleinstadt im Lieblichen Taubertal plötzlich 700 SchülerInnen auf der Straße herkommen!
Jetzt, ein paar Monate später, waren es nur halb so viele Teilnehmer.
Von einer bestimmten Schule waren gar nur noch 7 Schüler dabei statt vorher ca. 200.

Aber darauf kommt es nicht an.
Es kommt aufs Weitergehen an.
Auch, wenn es anders ist als beim Mal davor.

Die Menschen, die da sind, sind genau die richtigen.“
Rob Hopkins, Transition Town Gründer

Auch Du darfst weitergehen

Wir wissen noch nicht genau wie das aussehen wird, wo wir hingehen. Das ist so im Neuland. Das Entscheidende ist unsere Hoffnung und innere Gewissheit, dass etwas Neues möglich ist. Und dass wir uns dieser Hoffnung, dieser inneren Gewissheit orientieren und uns darin immer wieder bestärken.
Auch Du darfst weitergehen. Egal, was bei Dir gerade dran ist. Auf dem Weg in Dein persönliches Neuland. Weiterlesen

Befreiung vom Sklavenbewusstsein

Große Dinge brauchen Zeit. In mir hat ein Wandel stattgefunden, der sich über Jahre angebahnt hat – nun ist er eingerastet und auch in meinem Bewusstsein gelandet. Er verankert sich gerade wieder neu im Körper und in meinem Alltag:
Ich bin gefühlt durch ein Nadelöhr gegangen, und mein Selbst hat sich von meinem Ego emanzipiert.

In die Größe gehen

Mit „Selbst“ meine ich die stille Seite in uns, das tiefe Wissen, die berührbare Seite, die leise Stimme, das feine Gespür dafür wie es eigentlich gehört, auch wenn es unbequem oder traurig oder unangenehm ist. Aber halt wahr.
„Selbst“ meint die Seele, unsere Verbindung zum Göttlichen.
Das Sein, das einfach da ist, die Stimme der Wahrheit, die tiefe Verbundenheit mit dem, was ist. Sie darf wieder das Ruder übernehmen. Still und klar. Sie darf jetzt die Führung übernehmen und sich nicht mehr beirren lassen. Das ist die Herausforderung. Jeden Tag.
Viele von uns ahnen, dass es Zeit ist, endgültig den Schritt in die Freiheit zu gehen – und in die eigene Größe. Weiterlesen

Worauf wartest Du noch?

Heute geht es darum, loszugehen – auf eine äußere oder innere Reise. Was ist bei Dir dran?
Über eine äußere Reise schreibe ich im ersten Teil, weiter unten erzähle ich von meiner inneren Reise und vielleicht ist das auch was für Dich?

Reise im Außen
Dass Björn-Michael eine innere Ahnung hat – und dann bereit ist, loszulegen, das hat mich sehr gerührt. Ich finde: wir brauchen gerade dann Unterstützung, wenn wir noch am Beginn sind, am Wachsen und wenn wir gerade Neuland betreten. Deshalb unterstütze ich ihn gern und schreibe über seine ganz besondere Reise:
Björn-Michael radelt los: mit seiner Empathie-Radtour 2019. Start ist am 1.8.2019. Und am 10.8. ist er in Düsseldorf und am 25.8. ungefähr wieder zurück. Klimaschonend unterwegs zu sein war Björn-Michaels Wunsch. Und da er seit ein paar Jahren mit seiner Frau und 9jähriger Tochter in Cambridge (UK) wohnt, wird es jetzt eine Radtour von UK nach Düsseldorf und zurück. Björn-Michael ist ein eher introvertierter Mensch, der seine Qualitäten durch die Radtour auf eine größere Bühne bringt. Also: nicht jede/r muss einen Online-Kongress machen, um Neuland zu betreten ;)

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Von der Überforderung in die Krise, und zur Ernte?

Ich habe schön länger nichts geschrieben. Es kommt mir vor wie ein „Kreativitäts-Stau“: So vieles passiert auf verschiedenen Ebenen und über so vieles könnte ich schreiben….aber alles auf einmal geht ohnehin nicht.
Das kennst Du vielleicht auch?
Irgendwie wird das Erleben in der heutigen Zeit immer dichter, intensiver – von außen gesehen schneller. Und wir kommen kaum hinterher., das zu sortieren. – Wenn dann noch eine zwischenmenschliche Eskalation – ein Fehler – eine Sache, die nicht gut läuft – eine Situation, die uns entgleitet – dazukommt, dann herzlichen Glückwunsch….Dann ist die Überforderung oder die Krise da.
Naja, und das „herzlichen Glückwunsch“, das meinen wir eigentlich in diesem Kontext ironisch. Aber: ich meine es jetzt auch ernst….!
Denn es ist zugleich eine besondere Chance.

Überforderung + meine WegbegleiterInnen-Gruppe
Kürzlich ist meine Online-Gruppe nach 4 Monaten gemeinsamer Reise ins Neuland geendet. Wir waren eine Gruppe von dreizehn Frauen (+ ich) und einem Mann und sind auch in Phasen gewesen, in denen wir in diese Bereiche der Überforderung hereingekommen sind.
Auch ich als Gruppenleiterin. Ich wollte natürlich alles gut im Griff haben; ich wollte allen eine so angenehme Reise wie möglich bieten – und eine bestmögliche Erfahrung im Neuland.

Und was ich feststellte: Das geht gar nicht:
Denn das Neuland und die Überforderung gehören zusammen – genau dadurch wachsen wir.
Genau dadurch öffnen sich Türen. Genau dadurch kommen wir uns und einander näher. Genau dadurch können wir Zugang zu einer neuen Ebene bekommen.
Das ist in der WegbegleiterInnen-Gruppe geschehen.
Und ich bin immer noch erstaunt, berührt und demütig zugleich, auf welche tiefen Prozesse sich die WegbegleiterInnen in der Gruppe eingelassen haben, welche gegenseitige Unterstützung da war und welcher Wandel, welche Veränderungen, welches Wachstum stattfinden konnte!
Das waren aus meiner Sicht wahrliche Neuland-Erfahrungen, die dort stattgefunden haben! Und das hat mein Herz sehr erfreut.
Es spricht auch sehr für die Teilnehmenden, für den Mut, das Einlassen und gegenseitige Respektieren aller Beteiligten! Dank Euch nochmal!

Ja, ich habe wieder gemerkt: in einer solchen Welt möchte ich leben – in der wir so unterwegs sind! In der wir so in Schulen, Familien, Firmen, Behörden…miteinander umgehen. – Ist das möglich? Können wir sogar so arbeiten?

Ein Video: Überforderung – Krise – Chance
Ich teile mal hier ein 7-min Video mit Dir, das ich zu der Zeit aufgenommen habe, als es gerade um das Thema „Krise, Überforderung, meine Rolle“ ging. In der Zeit war ich gerade auf einem Treffen von Wirtschaft + Spiritualität (spirit plus e.V.) gewesen. In dem Video merkst Du wie eine Krise und eine Überforderung zu einer Chance werden können und uns zu einer Ernte führen können


Apropos Ernte: hier kannst Du das Feedback lesen, das ich aus der WegbegleiterInnen-Runde bekam. Und ich finde, würdigen gehört dazu. Feiern ist würdigen, ernten. Also hab gern Anteil, wenn Du magst:
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Du darfst….!

Du darfst …durchatmen – und Dich zurücklehnen.
Du darfst bei Dir sein,
ganz bei Dir, für diesen Moment.
Du darfst eintauchen und ankommen.



Du darfst Dir jetzt erlauben, Erwartungen nicht zu erfüllen.
Du darfst alles da draußen auf sich beruhen lassen – und den Sog eines Vakuums spüren.
Du darfst anders sein. Denn Du bist anders…!

Du darfst Dir erlauben, stehen zu bleiben.
Du darfst nach innen gehen und die Stille ertragen.
Du darfst langsam werden.
Keine Antwort geben. Keine Antwort wissen. Raum lassen. Warten, was kommt.

Du darfst Dir erlauben, innerlich weich zu werden, darin berührbar zu sein. Du darfst Dich anderen so zeigen – genau so.
Ihre Irritation sieh als Kompliment für Dein Vermögen, neue Räume betreten zu haben.

Du darfst eine neue Richtung wagen – unbekannt.
Und Du darfst gehen. Schritt für Schritt – ohne genau zu wissen wohin.
…die Sorgen am Rand einfach freundlich grüßen, stehenlassen und passieren. – Worauf wartest Du?

Und: Du darfst zurückschauen und sogar Deine Geschichte neu schreiben! Auch dort in eine neue Richtung abbiegen.

Du darfst das, was Du gebraucht hättest, hinzufügen.
Und das, was zu viel war, mit einem „Das-ändere-ich-jetzt!“ wegzaubern.
Du darfst Dir das Schöne ausmalen, das Du gebraucht hättest:
Würde, Gehalten-Werden, Schutz und Zartheit, Erkannt-Werden, stille und laute Freude, Du-sein-dürfen, genug Raum für Neugier und Lebendigkeit.
Du darfst das Leben jetzt so gestalten, dass es Dich einladen würde – auch im Rückblick!
Wenn ich das tue – mein Leben neu ausmalen – dann begegnen sich Sinken und Aufrichtung.
Und ein stilles Lächeln huscht über meine Lippen und trifft auf die Tränen meiner Rührung.

So schaffe ich Frieden in mir.
Frieden mit meiner Vergangenheit und einen Ruhepunkt, von dem aus ich gut in die Welt schauen kann. Und gut losgehen kann.
Vielleicht gleich – vielleicht morgen – vielleicht dann, wenn es Zeit ist.

Mit diesem Frieden kann ich die Welt um mich segnen – die Pflanze vor mir, den Vogel im Baum oder das Wasser im Fluss.
Sie tragen diesen Segen weiter in die Welt hinaus.
Und wieder ein Lächeln über meinen Lippen…

Ja, Du darfst all das. Denn so beginnt Großes.

Sei von Herzen
gegrüßt von
Birte Frederike*

*Teil meiner neuen Geschichtsschreibung ;)

Haben wie die innere Ausrichtung verloren?

Ich habe in meiner laufenden WegbegleiterInnen-Gruppe viel über unsere innere Ausrichtung gesprochen.
Die Ausrichtung ist für mich die Basis, wenn ich im Neuland unterwegs bin

„Deine einzige Pflicht, wenn das Leben Dich sehr fordert:
Wende Dein Gesicht zur Sonne.“

…So habe ich es mal formuliert.
Die Sonne steht für mich für Licht, Wärme, Liebe. Ich kann mich innerlich zur Sonne und mir vorstellen, dass sie auf mich scheint und mich innerlich wärmt. All meine Fragen, Sorgen, Gefühle kann ich in dieses Sonnenlicht stellen. Letztlich ist die Sonne die Kraft des Lebens selbst, die große göttliche Kraft – sie ermöglicht das Leben und ist auch die liebende, ordnende Kraft dahinter.

Und diese Ausrichtung haben wir aus dem Blick verloren.

Wir suchen hier und da. Wir probieren dies und das. Wir machen alles Mögliche. Wir essen, wellnessen, surfen, liken, shoppen im Netz.
Wir suchen im Außen.
Und dabei ist es innen zu finden: indem ich innehalte und mich wieder auf diese große und ordnende Kraft des Lebens beziehe.

Indem ich oft nicht weiß wie – aber die Absicht und die Ausrichtung auf das, was Leben, Wärme und Ordnung spendet, ist die Weichenstellung, die mir hilft!
Dort kann ich so sein wie ich gerade bin, mich so fühlen wie ich mich gerade fühle – und alles kann sich ordnen, zu Boden sinken, ich kann mich zurücklehnen und loslassen und innerlich weich werden, durchatmen.

Es tut gut und es hilft mir, wenn ich mich im Laufe des Tages stets wieder innerlich ausrichte, ruhig werde, in meinen Körper spüre, mich wärmen lasse und für einen Moment im Licht der Sonne verweile. Und einfach atme.

Ausrichtung – so geht’s

  1. Halte kurz inne – das geht überall, jederzeit
  2. Richte Dich innerlich aus zur Sonne, zur lebensspendenden Kraft
  3. Lass die Sonne in Deinen Körper scheinen
  4. Falls Unruhe, Dumpfheit oder ein Gefühl da ist: unterscheide: Du hast vielleicht dieses Gefühl – aber Du bist nicht dieses Gefühl!
  5. Lass Dich und alles in Dir von der Wärme berühren und atme die Liebe, die Wärme, die Sonnenstrahlen ein
  6. Du brauchst nichts weiter zu tun

Wenn es nicht klappt, was dann?

Manchmal kann es sein, dass ich keinen Bezug bekomme und dass ich die Ruhe, die Wärme in mir nicht spüren kann. Das kann daran liegen, dass ich gerade in einer Trennung vom Leben bin, dissoziiert.
Leider ist diese innere Trennung eher das „Normale“ in unserer Gesellschaft. Deshalb fällt es uns nicht auf – weil ja alle oft so sind.

Bei den vielen 1:1 Wegbegleitungen in den letzten Monaten stelle ich fest: gleich zu Beginn des Lebens sind viele von uns schon auf eine Trennung vom Leben gestoßen. Viele sind schon im Mutterbauch oder als Säugling nicht willkommen gewesen und nicht mit Wärme, einer inneren Zuversicht und einem „Ja“ zum Leben empfangen worden.

Wie wir aus der Traumaforschung wissen, bewirkt das bei den noch ganz offenen, auf Schutz und Halt angewiesenen jungen Erdenwesen einen Dauer-Grund-Stress im Nervensystem. Es kann deshalb sein, dass sich das Leben dann später zwischen den zwei Polen „ funktionieren + getrieben-sein “ und „auf dem Sofa abhängen + nichts tun wollen“ abspielt.
Das sind die Pole der Über- und Unterregulierung des Nervensystems.

Was in dieser Verlorenheit zwischen den zwei Polen hilft ist: ein Gegenüber.
Eine Person, die da ist. Und die ermöglicht, dass ich mich spüren – und mit mir in Kontakt kommen kann.

So hilft die innere Ausrichtung

Mir hilft deshalb die innere Ausrichtung. Sie ist wie eine Erinnerung und eine Weiche, die ich mir immer wieder stelle.
Es ist ein erstes Gegenüber, ein erstes „Du“ – und eines, das bedingungslos da ist, jederzeit, ganz für mich. Auch wenn die Sonne gerade nicht sichtbar ist – kann ich sie mir vorstellen, ihre Wärme, ihr Licht, denn irgendwo da draußen ist sie. Und zugleich helfen mir andere Menschen, die ebenfalls in dieser Ausrichtung sind.

Denn wir leben in einer Zeit, in der wir alles „machen“ wollen.
Aber darum geht es nicht.

Es geht darum, dass wir wieder zurückfinden in die innere Ausrichtung.
Dass wir die Führung übernehmen und der Sonne entgegen segeln.
Anstatt uns von den Stürmen der heutigen Zeit auf der Weite des Meers hin- und her treiben zu lassen. Und anstatt uns sagen zu lassen, wie wir sein müssten, wie es andere machen, was wir am besten kaufen oder liken könnten.
Die Sonne ist immer da – auch wenn gerade Wolken dazwischen sein mögen!
Also: innehalten – ausrichten – innere Berührung spüren und atmen – nichts weiter tun

Hilft mir das in meinem praktischen Leben??

Wir sind mit allen möglichen Dingen in unserem Alltag beschäftigt. Vielleicht fragst Du Dich: „… mich innerlich ausrichten – und dann soll alles gut sein…?!“

Und wenn wir ehrlich sind:
wir haben lange genug alles andere unternommen, waren lange genug getrieben und hier und da beschäftigt, um irgendwo hinzukommen.
Es war ganz schön anstrengend.
In unserem Job laufen wir im Hamsterrad. In Sachen Klimaschutz sind wir gesellschaftlich nicht wirklich vorangekommen. Es gibt immer noch viele Kriege auf der Erde. Die Schere zwischen Arm und Reich wird nicht kleiner.
Aber all das heißt nicht, dass wir uns noch mehr anstrengen müssen, noch getriebener sein müssen. Im Gegenteil. Genau deshalb ist Zeit zum Innehalten und Ausrichten

Wenn wir aus der Sicht des großen Ozeans mit seiner unendlichen Weite, seinen Untiefen, Stürmen und Strömungen schauen – wie soll es da jemals anders sein als ein Getrieben-sein auf dem großen Meer…?
Aber wenn wir aus Sicht der Sonne schauen, dann ist es klar:
„Schau hierher – von hier kommt das Licht, die Wärme, das Leben!“

Das Ausrichten heißt, dass wir nichts tun müssen – nur spüren wie es uns innerlich geht und wir ahnen dann: irgendwie geht es weiter.

Es hilft uns, dass wir uns trauen zu Fragen zu stellen – auch wenn es unüblich ist.
Es hilft uns, dass wir nicht mehr „ja“ sagen, wenn uns nach „nein“ zumute ist.
Es hilft uns, dass wir in Verbindung gehen – auch wenn alles uns in die Trennung drängt.
Es hilft uns, zu äußern, dass wir uns sehnlichst etwas Neues wünschen.

Es baut uns auf. Und bringt uns in Verbindung.
Wir sind nicht allein.
All das birgt eine Kraft, die nicht zu unterschätzen ist.

Deshalb:
„Deine einzige Pflicht, wenn das Leben Dich sehr fordert:
Wende Dein Gesicht zur Sonne.“

Lass uns zur Sonne schauen und in diese Richtung segeln! :)

Hinterlass gern einen Kommentar oder trau Dich zu fragen.

Von Herzen, Birte

Was ist das „Neuland“?

Du bist schon länger auf der Suche und merkst: es muss auch anders gehen…. ! Du willst Neuland betreten.
„Neuland“ ist für mich etwas ganz Besonderes! Du trägst damit zum Großen Wandel bei.
Ja, irgendwann kommt der Zeitpunkt, da gilt es, Schritte zu gehen, Auszuprobieren, das Neue zu leben.
Ich hatte letzten Mittwoch einen Schnupperabend für Menschen, die sich auch ins „Neuland“ bewegen – und gerne nicht ALLEIN.

Wenn wir neue Wege betreten – sei es in Bezug auf Sinn, Gesundheit, Familie, Beruf, Sein – treffen wir machmal auf Unverständnis. Wir hören – oder wir denken auch selbst – wir seien naiv, sorglos, realitätsfern.

Neuland – wie funktioniert das?

In unserer Gesellschaft sind wir es gewohnt, uns „nach vorn“ zu bewegen. Wir wollen stets irgendwo hin: Schulabschluss, eine neue Stadt, eine Beziehung, einen anderen Job, mehr Kunden… Im Neuland verlassen wir diese Logik.
Wir betreten Neuland, wenn wir eine neue Ebene betreten:

  1. erkennen: „So wie es bisher ist, geht es nicht mehr weiter“
    Es ist ein inneres Aufgeben. Manchmal ist das ein sehr tiefes Gefühl.
  2. bei mir ankommen
    Das ist ein Dableiben, ein Ankommen im Körper, Nichts-Tun-Wollen, einfach Sein und alle Fühler wieder in mein Inneres einsammeln.
    Ich bin dann nicht gut „da draußen“ in der Welt aufgehoben, es braucht keine weiteren Ziele, sondern Stille oder Natur.
    Nur hier ist der Zugang zur neuen Ebene, hier ist die Tür.
  3. „Warten“ und „Mut“ unterscheiden
    a) In mir braucht es ein Warten während etwas in mir wächst. Das verlangt Hingabe, Vertrauen, Zuversicht. Dazu brauche ich die Kompetenz, Spannungen aushalten zu können, wenn etwas in mir schon drängt, ein „Ergebnis“ nach außen zu bringen.
    b) Es braucht außerdem Mut. Mut, zaghafte Wünsche und Impulse nicht wegzuwischen, sondern sie ernst nehmen. Neues wird möglich, Eingebungen, Lösungen, die bisher nicht auf dem Schirm waren.
    c) Das Unterscheiden: Wann braucht es Warten/Hingabe – und wann braucht es Mut – ist oft nicht so einfach. Das liegt daran, dass unsere bisherigen Prägungen uns verwirren. Unser Kopf und auch die Emotionen sind kein so hilfreiches Instrument zur Unterscheidung. Es geht mehr um eine tiefere Wahrheit und einer größeren Kraft, der wir folgen dürfen.
  4. mich mit anderen verbinden Denn das hilft mir. Menschen, die auch im Neuland unterwegs sind, und die lernen, sich neu in der Welt zu bewegen, tun gut. Wir sind soziale Wesen und unsere Nervensysteme sind dafür angelegt, sich gegenseitig zu stabilisieren und voneinander zu lernen. Wenn ich so Neuland betrete und die Ebene wechsele, dann lebe ich stetig mehr von innen nach außen.
    Es ist nicht so, dass ich einmal die Ebene ins Neuland wechsle – und das war´s dann!
    Es ist eher wie ein neuer Modus, den ich von da an mehr und mehr lebe und in dem ich mich schließlich immer sicherer fühle.

Hilft es, meine Bestimmung zu kennen?

Viele Menschen fragen nach ihrer Bestimmung. Sie möchten ein Ziel haben, auf das sie sich zubewegen können.
Allerdings: das allein ist noch nicht das Betreten von Neuland!

Ein Beispiel: Nehmen wir an, ich wüsste, dass es meine Bestimmung wäre, die Menschen mit Hilfe von Musik zu berühren.
Dann kann ich die Bestimmung auch auf der bisherigen Ebene ansteuern, nämlich im üblichen Vorwärts-Gang: Musikausbildung und dann Konzerte geben. Das kann ganz schön anstrengend und aufreibend sein. Ich werde zwar spüren, dass ich tue, was ich liebe.
Ich bin aber weiter in der Vorwärtsbewegung und irgendwann womöglich ausgelaugt und mich kann weiter die Sinnfrage meines Tuns quälen.
Nur, wenn ich die innere Tür zur neuen Ebene finde und nutze,
betrete ich Neuland, und meine Bestimmung erblüht. Und ich auch :)

Wie verfolge ich ein Ziel im Neuland?

Es ist völlig in Ordnung Wünsche oder Ziele im Neuland zu haben: zum Beispiel eine berufliche Tätigkeit, die für mich erfüllt; eine Partnerschaft oder Familie, die mich wachsen lässt; finanzielle Quellen, so dass ich gut versorgt bin; ein Vorhaben, mit dem ich Sinn in die Welt zu bringe.
Das Universum braucht eine Richtung von uns, denn wir erschaffen unsere Realität.
Aber was es braucht, ist nicht die Haltung „Wenn ich….erreiche, dann…..“.

Die Neuland-Haltung beinhaltet beides:
a) Das Wünschen – wie Kinder zu Weihnachten. Wünschen ist erlaubt, ob es genau so in Erfüllung geht, ist eine andere Sache.
b) Das Loslassen – weil ich die großen Zusammenhänge nicht kenne und mein Verstand schon gar nicht.

Heute läuft die Anmelde-Frist für meine kleine, feine WegebegleiterInnen-Gruppe aus. Aktuell sind noch Restplätze frei – mehr Informationen findest Du hier.
Wenn Du lieber ein 1:1 Gespräch mit mir vereinbaren magst, ist auch das möglich. Melde Dich gern.

Kommentiere gern, welche Erfahrungen Du mit dem Wünschen und Zielen im Neuland gemacht hast!
Meine besten Herzenswünsche an Dich und Deinen Weg,
Birte

Von der Taubheit zum Erblühen

Ich bin über den Jahreswechsel sehr viel unterwegs gewesen – äußerlich. Innerlich ich bin eine Ebene tiefer in mich eingetaucht. Das fühlte sich zunächst dumpf, orientierungslos, leer und überfordernd an.
Wie diese Erfahrung jetzt zu Humus wird, auf dem neue Blüten wachsen können, darüber schreibe ich hier.
Es ist zugleich eine Einladung, Deine Blüten in 2019 erblühen zu lassen! Siehe mein 3-min Video unten im Beitrag.

Die Taubheitsschwelle
Clinton Callahan spricht von einer „Taubheitsschwelle“ die wir in unserem gesellschaftlichen Miteinander haben. Sie sorgt dafür, dass wir nur oberhalb dieser Schwelle miteinander umgehen, also ohne wirklich innerlich in Berührung zu sein. Das empfinden wir in unserer Gesellschaft als „normal“. Es ist die Norm. Nährend ist das nicht.
Immer, wenn ich Menschen in den letzten Wochen traf, fragte ich mich: spüre ich mich wirklich selbst? Und wenn, wie? Was passiert in meinem Körper? Wann spüre ich mein Gegenüber wirklich? Ich fragte mich auch: kann ich Kontakt, wahre Begegnung – falls sie da sind – wirklich zulassen? Kann ich darin wirklich weich werden?

Ehrlich gesagt: noch nicht so ganz…. ;)
Vor allem merkte ich: mein Herz ist noch dumpf mir selbst gegenüber. Es ist noch ein Schleier auf meinem Herzen von inneren Gewohnheiten, die sich immer wieder einschleichen und mit einflüstern:
…das ist so!“,
ich tue immerhin etwas….“,
das ist wichtig, also sollte ich…..“,
was stelle ich mich da so an…?!“,
Und ich erkannte: All das bewirkt diese Taubheit auf meinem Herzen. Genau diese Gedanken und Gewohnheiten! …genau dieser innere Umgang mit mir selbst! Und in der Tiefe ist meine Taubheit gepaart mit einem Getriebensein:

„Wenn ich überleben will, dann muss ich etwas dafür TUN“.

Wenn Du dies liest, dann Du kannst das für Dich variieren:
Vielleicht heißt es bei Dir:
„Wenn ich überleben und dazugehören will, dann muss ich…erfolgreich sein, …Geld verdienen, …einen Partner finden, …das für meine Familie tun, …das für meine Gesundheit tun….

Die Leistungsgesellschaft in mir
Tja, da ist es wieder: das Tun-müssen! Bei dem Satz „Wenn ich überleben will, dann muss ich etwas tun.“
Und – ganz ehrlich – genau DAS ist die Leistungsgesellschaft in mir.

Gott,
schenke mir Gefühle,
die aus meiner Dumpfheit, meiner Taubheit, meinem Nebel auftauchen.
Schenke mir das Sehen, das ich brauche,
um offen und bereit zu sein,
die Mauern und Fassaden zu durchdringen und das gewohnte Spiel aufzugeben.
Ich stimme zu und werde innerlich weich.
Schenke mir das Fühlen.
Schenke mir Berührung.
Und schenke mir die Fähigkeit,
einen warmen Blick oder eine Geste der Dankbarkeit
wirklich anzunehmen und an mein Herz zu lassen.

Wo kommt das her?
Ich bin in einer ganz normalen, netten, mittelständischen Familie aufgewachsen.
Äußerlich alles gut. Innerlich: funktionieren, machen, normal sein, sich bemühen, anderen gerecht werden, schauen, dass es allen gut geht, keiner zu kurz kommt, niemand in Mitleidenschaft gezogen wird, alle nett sind, alle gesund sind. – Puh, selbst wenn ich das schreibe, werde ich dumpf. Das ist so subtil, so verwoben. Und doch ist es nicht ok. Das ist nicht Leben! Das ist nicht Lebendigkeit. Das ist nicht das Sein

Ich darf mir eingestehen:
Das war nicht OK, dass ich das erleben musste. Das ist schon mal ein Schritt: Es nicht mehr verstehen, entschuldigen, rechtfertigen, für normal halten.
Ich darf mir sagen, dass es nicht OK für mich war.
Es war Gewalt an dem unendlich liebenden kleinen Wesen, das ich war.
Es war Gewalt an dem, was ich mitbrachte.
Es war Gewalt an meinem Sein, Gewalt an meiner Seele.
Es war nicht OK, dass ihr mir das angetan habt.
Was ich erlebte war nicht das, was mich in die Lebendigkeit führte, in ein weiches Herz und in ein warmes, geborgenes Miteinander.

Bevor die Schule begann, hatte ich bereits verinnerlicht, wo die Taubheitsschwelle zu liegen hat und wie funktionieren geht.
Es war anstrengend. Es war hart. Es war schwer.

Es war die Norm
Es war auch die Gewalt meiner Eltern an sich selber…. auch das tut mir weh mit anzusehen, es jetzt zu spüren. Wie viel Gewalt, wie viel Leiden… Über Generationen. Eine ganze Familientradition und -tragödie, in die ich da hineingeboren wurde. Und ich bin ja nicht einmal die Einzige. Das ist ja das, was „normal“ war! Eine ganze Gesellschaft, durchzogen davon…

Jetzt kann ich langsam die Trauer spüren, die Tragödie, die Not, das Leid.

Es ist nicht einfach, das in mir auftauchen zu lassen, mich davon berühren zu lassen. Aber ich lade es immer wieder ein. Es ist gut, die Taubheitsschwelle durchlässig werden zu lassen und das zu spüren. Wenn ich mich an und unter dieser Schwelle bewege, dann ist es für mich erst einmal selbst ungewohnt und neu, oder verboten oder peinlich.

Bei mir reicht das Drama zurück bis zu den Ahnen im Ersten Weltkrieg, bis in ihr Trauma – als nur noch Funktionieren und Überleben zählte. Damals war kein Raum für die Verluste, die Not, die Verzweiflung, die Überforderung, das Drama…. Und es sind keine Einzel-Traumata, sondern die Gesellschaft ist durchzogen von der Schwere der Traumafelder.

Heute nehme ich hinter der äußeren, gewohnten Begegnung mit meinen Eltern oberhalb der Taubheitsschwelle auch eine Wärme, eine Liebe wahr, die durchscheint….zaghaft und unsicher.

Das Wesentliche aber ist….
…die Weichheit in mir, die Berührung, die Tränen und dass ich das jetzt hier schreibe (auch wenn es eine Spur von Peinlichkeit an sich hat), die Begegnung mit anderen darin – das verwandelt meine Taubheit in spürenden, nährenden Humus.
Und: das Leben braucht genau solchen Humus, um darauf zu wachsen!
Ich persönlich bin dankbar für den neuen Humus. Und bald dürfen die Pflanzen und Blüten des neuen Jahres drauf sprießen. :)

Und sehr gern darfst Du daran Anteil haben!
Denn ich bin auch gespannt, was bei Dir weich werden und Dich nähren mag?! Und: welche Blüten wollen 2019 in Deinem Lebensgarten erblühen?!

Möchtest Du…
…Deine Lebensblüten 2019 begießen und erblühen lassen?
Möchtest Du ankommen bei Dir, Humus zum Wachsen bilden, Begegnung und gegenseitige Unterstützung mit Gleichgesinnten erfahren?

Dann ist die WegbegleiterInnen-Gruppe vielleicht etwas für Dich!

Ich bin von Februar bis Juni 2019 mit einer kleinen Gruppe von 12 – 16 WegbegleiterInnen unterwegs. Mehr Infos findest Du hier.
Start ist am Mittwoch, 20.2. um 20 h.
Du kannst Dich jetzt schon verbindlich anmelden, das geht hier.
Oder nimm am Mittwoch, den 30.1. online an dem Schnupper-Treffen teil!
Ich versende kurz vorher den Link – schau einfach in Deine Mails.

Sei von Herzen gegrüßt! Und hinterlass gern einen Kommentar wie es Dir geht – je mehr wir darüber davon nach außen bringen, umso mehr Humus :)
Birte