Wir sind viele

Ich übe mich gerade darin, Videos aufzunehmen – es dauert noch ein wenig bis sie zu sehen sind, aber dann  ;-) In einem dieser Video-Texte habe ich dem Zuhörer die Frage gestellt „Willst du Teil des Wandels werden, der im Stillen bereits stattfindet?“.

Leistungsgesellschaft – nein danke?

Mir wird immer mehr bewusst wie viele wir sind: Menschen, die nicht zufrieden sind mit dem, was heute in unserer (Leistungs-)Gesellschaft gelebt wird, was in den Nachrichten zu sehen ist und was unsere Berufe und unser Alltag erfordert.
Viele haben angefangen, über den Tellerrand hinaus zu schauen.

Change it, love it or leave it

Wenn ich mit einer Situation unzufrieden bin – sei es privat oder beruflich heißt es oft „change it, love it or leave it“:
Also: dann ist es Zeit, etwas zu ändern, mich zu ändern oder zu gehen.
Fazit: es liegt an mir: ich darf etwas lernen oder ändern oder gehen.

Liegt es immer an mir?

Die Verantwortung, die in dem Satz „change it, love it or leave it“ zum Ausdruck kommt, liegt beim Einzelnen: Du hast es in der Hand etwas zu ändern oder deinen eigenen Weg zu suchen, wenn etwas für dich nicht (mehr) passt.

Die Frage „Liegt es an am anderen, am Job, an Umständen oder an mir? Und wie kann ich eine Situation so ändern, dass sie mir wieder entspricht?“ ist eine typische Coaching-Frage. Sich aus der Opfer-Haltung zu lösen ist oft ein wichtiger Schlüssel.
Aber es gibt auch die sogenannten strukturellen Ursachen. Dann ist das Problem des einzelnen Ausdruck einer Struktur oder eines Systems, das nicht (mehr) dienlich ist.

Was ist normal?

Ich habe diese Woche den Film „Hidden figures“ gesehen. Sehr empfehlenswert ;-)

Darin geht es um die frühen 60er Jahre in den USA als noch Rassentrennung herrschte und die ersten schwarzen Frauen im NASA-Raumprogramm mitarbeiteten – sie waren brilliante Mathematikerinnen.
Die Diskriminierung, die sie dort – wie auch im öffentlichen Leben – erlebten, war normal. Sie waren das von klein auf gewohnt. Sie kannten es nicht anders. Sie waren hineingeboren. Die Umstände zu hinterfragen und sie zu ändern lag damals jenseits der existierenden Realität und der Vorstellungswelt.
Die schwarzen Frauen waren exzellent, nur so waren sie überhaupt hineingekommen und konnten intern einen Platz behaupten. Als der Druck und Stress im Raumprogramm größer wurde, brach an mehreren Stellen auf, dass das, was gelebt wurde, dem gemeinsamen Sinn entgegenstand und ihm nicht diente. Erste Vorgesetzte, die nicht so sehr von der gelebten Realität geprägt worden waren – z.B. ein jüdischer Ingenieur und Holocaust-Überlebender aus Polen – orientierten sich am gemeinsamen Ziel des Raumprogramms und wie das am besten gemeinsam zu erreichen sein und nicht an der gelebten Normalität. Auch die Frauen selbst wählten sich teilweise pragmatische Wege, um diesem größeren Sinn zu entsprechen.

Es braucht einen Entwicklungssprung

Wenn wir uns anschauen wie sich Entwicklung bei Lebewesen vollzieht, dann verläuft sie überwiegend in Schritten. Aber in 5% der Fälle braucht es einen Entwicklungssprung.

Durch Schritte werden nur quantitative Veränderungen herbeigeführt, es gibt „etwas mehr oder besseres von demselben“. Aber durch einen Sprung wird eine qualitativ andere, eine höhere Stufe erreicht. Und de facto hat sich das Leben stets in Sprüngen weiterentwickelt.
Aufgrund der Erkenntnisse der Quantenphysik, dass Geist und Materie sich gegenseitig beeinflussen und nicht getrennt voneinander betrachtet werden können, wird sehr passend der Begriff „Quantensprung“ verwendet.
Die Physik hat längst gezeigt, dass die Welt des Materiellen nicht ausreichend ist, um die physische Welt zu erklären.

Das, woran die Gesellschaft aber heute noch orientiert ist, ist Lebensunterhalt sichern, Wohneigentum, Sicherheit, materielles Wachstum, persönlicher Erfolg – entspricht überwiegend der Welt der Materie oder wird daran gemessen.

Materie – weiter als oberste Priorität?

Wenn wir – so wie ich – nicht zufrieden sind mit dem, was in unserer Leistungsgesellschaft gelebt wird, dann heißt das, dass wir merken: der Blick auf die rein materialistische Ebene ist uns nicht genug.
Warum kann also nicht auch die Priorität im Außen, in der aktuell „normalen“ Welt von der Materie auf eine neue Ebene wechseln?

Ich merke: mir ist es nicht genug, nur im Stillen für mich andere Prioritäten zu setzen.

Warum heben wir nicht gemeinsam unseren Blick von der Materie als Ziel und Sinn unseres Handelns und schauen danach, was uns mehr Entfaltung, einen liebevolleren, kreativeren, freudvolleren, heilsameren, gesünderen, gerechteren Rahmen bietet? Und wie wir das zu Normalität machen können?

Wir sind viele

Das Schöne ist: immer mehr Menschen haben bereits ihren Blick abgewendet von dem, was „man“ tut und folgen dem, was für sie stimmig ist, nicht dem, was im Außen „normal“ ist.

Das ist ungewohnt, unnormal für den oder die einzelne und ihr Umfeld – aber vielversprechend.

Wir sind viele – und werden immer mehr.

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