Wo ist die Freude in deinem Leben?

Ich habe mich diese Tage gefragt, wo meine Freude ist und wie ich dieses Jahr die Freue mehr in den Focus rücken kann.
Hintergrund ist, dass ich etwas von Pascal Voggenhuber gehört habe, der eigentlich auf Verstorbene „spezialisiert“ ist. Er ist jung, hat bereits einige Bücher geschrieben und ist sehr gefragt. Viele Menschen wenden sich an ihn, damit er mit verstorbenen Angehörigen kommuniziert – zum Beispiel weil noch etwas ungesagt geblieben war.
Er hat sich gewundert, warum die Seelen, mit denen er kommuniziert, viel mehr Freude haben als wir auf der Erde. Als er selbst krank wurde hat er das Programm „Enjoy this life“ konzipiert – um mehr Freude in das Diesseits zu bringen.

Das finde ich einen sehr spannenden Schritt: wir leben unseren Alltag und machen vielleicht sogar das, was wir gut können und was uns Spaß macht, so wie Pascal.

Aber trotzdem lohnt die Frage: Stimmt wirklich alles?? Ist die Freude in meinem Alltag noch zu Hause? Oder ist es nur eine sogenannte „resignative Zufriedenheit“?

Wenn wir der wirklichen Freude auf der Spur sind

Kinder haben sie, diese kindliche Freude – beim Patschen in der Pfütze, beim Wälzen im Schnee. Und wenn du den Wind und die Sonnenstrahlen auf deinem Gesicht genießt oder einen Wunsch in dein Leben bringst, dann ist das deine Spur der Freude.
Wenn du dir Ruhe gönnst, nach der du dich sehnst, ist das auch eine Spur.
Vielleicht beginnst du mit dem Klavierspielen, was du dir schon als Kind gewünscht hattest. Oder du beginnst deine Fähigkeiten in die Welt zu bringen.
Oder dir kommt eine praktische Idee, die auch für andere und unsere Umwelt gut ist.
Wenn du der Spur folgst, fühlst du dich wohl, hast Energie, Inspiration und bist in Kontakt mit Menschen, die dich unterstützen … alles ist leicht.

Oft wird es aber irgendwann mühsam, zäh, Zweifel kommen auf.

Drei Reaktionsmuster auf dem Weg der Freude

Wenn es uns wirklich um etwas geht, wenn es eine Freude des Herzens ist, der wir folgen, dann werden wir über kurz oder lang solche Hindernisse treffen.

Eine wirkliche Freude, der wir folgen, ist das Kostbarste, Verletzlichste, Wertvollste, das in uns ist. Denn sie entspringt unserem Herzen.

Wenn das Wertvollste in uns bedroht sein könnte, dann läuft ein biologisches Grund-Reaktionsmuster in uns ab. Es gibt folgende drei Reaktions-Arten:

a) Kampf
b) Weglaufen (Flucht)
c) Totstellen (Starre, Ohnmacht)

Aus einer Schutz-Reaktion heraus legt sich dann eine Schicht der Starre und der Ohnmacht über unsere Freude. Deshalb fühlt sich unsere ursprünglich faszinierende Idee dann zäh und mühsam an.
Wir wissen auch : in Prüfungszeiten werden so viele Fenster geputzt wie sonst nie. In einem solchen Fall hat sich vielfach der Flucht-Impuls über unsere Freude gelegt und hält uns mit zig Dingen, die erledigt werden wollen, von dem ab, was für uns wichtig und existentiell ist.
Wenn wir uns z.B. zum Klavierüben einen Plan gemacht haben und ihn eisern durchziehen, dann ist die Freude oft gewichen. Sie ist in diesem Fall überfärbt von unserem Kampf, es zu schaffen.

Bevor überhaupt Freude aufkommen kann…

Was es auch gibt: ein Schutzprogramm, um überhaupt gar nicht in die gefährliche Nähe der Freude zu kommen….  Fragst du dich manchmal, was dir überhaupt wirkliche Herzens-Freude bereitet? Oder hast du so viele Ideen, dass du vor lauter Einfällen schließlich gar nichts anfängst?

Ich kenne das von mir. Und ich habe erkannt: unsere biologischen Mechanismen können verhindern, dass wir den entscheidenden Schritt in Richtung Herzen-Impuls erst gar nicht in Betracht ziehen, weil wir schon spüren, dass das eine existentielle Bedrohung bedeuten könnte.
Dann zweifeln wir oder hören uns Sätze sprechen wie „Ja, mein Leben ist halt so. Das gehört dazu“. – „Der kann das, aber das ist auch etwas anderes als bei mir.“

Der Freue auf der Spur bleiben

Mit dieser Erkenntnis wollte ich mich aber nicht zufrieden geben. Mir war klar, irgendwo muss sie sein, die Freude. Das ist sie bei jedem Menschen. Immer.
Deshalb habe ich mich dran gemacht sie aufzuspüren. Dazu habe ich mir folgendes zur Angewohnheit gemacht: ich halte da inne, wo ich gerade bin und spüre in mich hinein.
Mir ist bewusst: wenn es zäh ist oder unangenehm, dann ist es nur eine Schicht. Die Freude ist irgendwo darunter. Ich weiß: es liegt nicht an mir, wenn es sich nicht gut anfühlt: es sind meine biologischen Muster, die aktiv geworden sind.

Das Geheimnis mit den Gefühlen

All die unangenehmen Gefühle wollen wir gern schnell „weghaben“. Das geht aber erst, wenn wir uns durch die eine Schicht „durchgefühlt“ haben.
Kein Gefühl bleibt länger als ein paar Augenblicke, wenn wir es wirklich, wirklich fühlen, auch wenn es sich im ersten Moment etwas unangenehm anfühlt. Aber nur kurz, denn sobald es wirklich gefühlt ist, entspannt sich etwas in uns und es wir angenehmer. Das Gefühl weicht dann und macht Platz für das nächste Gefühl – das auch nur kurz bleibt bis es wirklich gefühlt ist.

Probiere es einmal aus. Halte inne. Spüre in deinen Körper. Sei ganz wohlwollend mit dir. Spüre den Atem wie er in dich einströmt. Erlaube dem Gefühl, das da ist, zum Beispiel ein Anflug von Überforderung, Unsicherheit, Angst, Unmut…., ganz da zu sein.
Lade es ein und bleib ganz in dem Gefühl während du weiteratmest.

Und wisse: immer ist die Freude da. Sie wartet geduldig darauf, unter ihrer Schicht hervor zu blinzeln und wieder bei dir anzukommen ;-)

Wie geht es dir mit der Freude? Kennst du irgendetwas von dem?
Schreib gern einen Kommentar dazu.

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